| Freitag, 31. Mai, Kalogria. 15.5°/25°
Will die Halbinsel vom Titelbild des WOMO-Führers finden und wandere um 8 Uhr Richtung Burg am Ende der Bucht. Vielleicht kann ich heute einmal Spuren von Meeresschildkröten finden, die in der Nacht ihre Eier abgelegt haben. Nach 5 1/2 Stunden wieder zurück. Den Rückweg nehme ich durch den Wald. Viele Mücken! Leider Autan nicht dabei! Gehe wieder zurück ans Meer und wandere meist über Dünen zurück. Beim verlassenen Wohnplatz des Mannheimer Paars finde ich im Gebüsch tatsächlich die Landschildkröte (Boettgeri!). Sogar mit einem jungen Tier! Die sind so scheu, dass ich sie kaum fotografieren kann. Nach kurzer Zeit verschwinden sie eiligst im Gebüsch und ich kann sie nicht wieder finden, obwohl ich sie mehrmals lange suche. Gegen Abend Animationslärm vom entfernten Hotel. Nachts rattert laut wie ein Motorrad "mein" Schwirl. Lang anhaltend, dann kurz absinkend. Mehrere Minuten lang. Dabei sitzt er immer auf demselben kahlen Ast. Natur pur!
Einige WOMOs weiter unten machen ein riesiges Lagerfeuer. Bei dem heftigen Sturm könnte der Küstenwald Feuer leicht fangen. Bis spät in die Nacht ferne Hotelmusik und Gelächter vom Lagerfeuer. Lasse meine Petrollampe brennen, damit sie merken sollen, dass noch andere Leute da sind und die Stille der Nacht geniessen möchten. Nach Mitternacht treffen einige Camper ein. Lärm und helles Scheinwerferlicht der Autos Moskitonacht! Werde in Zukunft bei der einsamen Halbinsel schlafen. Entdecke bei meinen langen Wanderungen in den Dünen und am Fluss Emys, Ringelnattern, Frösche und grosse und kleine Breitrandschildkröten. Die Alten fauchen ganz schön böse! Frage mich, wovon sie in den Dünen leben können.
Das WOMO weiter unten reist ab. Appenzeller! Sie kennen die Familie Boller in Wolfhalden (Bekannte von mir). Sonntag, 2 Juni 2002, Abreisetag. nachts 14.5° Finde zwei juvenile Breitrandschildkröten in den kargen Dünen unter einem duftenden Myrtenstrauch in voller Blüte. Die Temperatur um 10 Uhr im Halbschatten auf Schildkrötenhöhe ist bereits zwischen 39 und 48 Grad C!
Der Verkehr Richtung Patras ist am Sonntagabend enorm. Es reicht mir nicht mehr, einen offenen Supermarkt zu finden. Im Hafen das übliche Chaos beim Ein- und Ausfahren der LKW aus den Schiffen. Mir gefällt's zuzuschauen. Der Check-In klappt. Reservierungscode und Kabinennummer sind ok. Parke diesmal zu unterst im Schiffsbauch. Bei der Kabinenvergabe am Schiffsdeck erhalte ich als A1-Passagier keine Gutscheine für das Frühstück. Erst auf meine Bemerkung hin, geht der Steward zurück und holt diese. In der Kabine angekommen, sehe ich, dass es keine Aussenkabine ist! Wieder zurück. Nach langem Gerede erhalte ich endlich meine reservierte Aussenkabine. Etwas ist da offensichtlich schief gelaufen. Was, wenn keine Aussenkabine mehr frei gewesen wäre? Auf dem Schiff mache ich Bekanntschaft mit Herrn und Frau Parentis. Er ist in einem Liegebett und wird von seiner Frau liebevoll gepflegt. Diskussion um Pflanzen, die auf Methana geerntet werden. Es fuchst ihn, dass er als Grieche nicht weiss, was das für Pflanzen sind. Frühmorgens, kurz vor Venedig wird sogar noch das zweite Gratisfrühstück serviert. Fotografiere die Morgenstimmung am Canale Grande vom Sonnendeck aus.
Beim Ausschiffen kann das Ehepaar Ofer nicht starten. Batterie leer, und kein Mensch hilft! Ich fahre zu ihnen, und mit meinem Überbrückungskabel (Überspielkabel nannte es Jule), das ich zufälligerweise zuoberst liegen habe, sind die Ofers schnell wieder mobil, und wir können als Letzte aus der Bordgarage fahren. Meine Lebensmittel in der Kühlbox im Auto sind schlecht geworden. In der Schiffsgarage ist es sehr heiss. In Zukunft werde ich die Kühlbox, wie es andere Leute machen, mit in die Kabine nehmen. Da ich wieder einmal der Letzte bin, der ausfahren kann, gerate ich in einen LKW-Stau im Hafen, Dann endlich auf der Autostrada mit Tempomat gemütlich heimwärts düsen. Bei Milano erwische ich natürlich - wieder einmal - eine falsche Autobahnausfahrt. Nachmittags wieder glücklich daheim. ![]() |