| Donnerstag, 9. Mai 2002, Platamonas.
13°/22°
Morgens wieder mit Moni und Dirk nach N.Pori auf Schildkrötenpirsch.
Klar müssen die vier dann mit, um später an einem sicheren Ort in der Nähe ausgesetzt zu werden. -Flussfahrt auf dem Pinios Pünktlich um 10 kommt Bernd mit dem Riesenschlauchboot auf dem Dach seines Buschtaxis. Dazu 2 Helferinnen vom Berg, die auch an der Bootsfahrt auf dem Pinios teilnehmen dürfen. Schliesslich braucht es etwa 8 Personen, um mit dem Boot voranzukommen. Damit wir den Toyota vom Startplatz zum Landungsplatz fahren können, fahre ich mit meinem Auto hinterher. Unterwegs zweige ich mit Moni ab und wir setzen die vier "süssen Kleinen" von heute früh am bekannten sicheren Ort aus. Hoffentlich ist Moni dann zuhause mit den Fotos zufrieden, die ich knipse. An der ersten Stromschnelle liegt ein grosser Baum quer über dem Fluss, und schon liegen wir ebenfalls quer in der Strömung. Da ist kein Durchkommen! Bernd murmelt etwas von "Motorsäge!", was mich nicht gerade zuversichtlich stimmt. Schliesslich brechen wir mühsam einige Äste ab und Bernd gibt die Anweisung: "Achtung! Alle an die Paddel! Boot in die Strömung drehen und dann unten durch!" Agnes, die nicht schwimmen kann, rutscht mit ihrer Schwimmweste ins Bootinnere, Bernd liegt plötzlich auf ihr, ich halte meinen Rucksack mit den Füssen auf dem Bootsboden fest, und zuerst ganz langsam, dann immer schneller, dreht sich das Boot in die Strömung und unter Quietschen, Ästeknacken und Gestöhne zwängen wir uns unten durch. Na, das hat ja mal wieder geklappt. Ausser dass der Proviant von Agnes etwas anders aussieht als vorher, sind wir alle heil geblieben. Bernd erklärt: "Das kommt halt vor, wenn man das erste Mal im Jahr den Fluss befährt". Dafür macht uns Bernd dann auf Zwergrohrdommeln, Beutelmeisen mit Nestern, verschiedene Reiher und Bienenfresser aufmerksam. In einer Reuse am Ufer entdeckt Bernd zwei jämmerlich zappelnde Sumpfschildkröten, (eine Mauremys und eine Emys orbicularis), die Ursula mit flinken Händen aus dem Fischnetz befreit. Picknick am Ufer einer Flussinsel. Dirk findet mit seinen scharfen Augen doch auch hier eine Landschildkröte. (Die Nahaufnahmen, die Agnes von ihr macht, zieren heute meine Dachbox.) Bernd zeigt uns eine grosse schillernde Smaragdeidechse. Jule fotografiert sie von ganz nah. Leider habe ich das Bild nie zu sehen bekommen. (Im Januar 2003 hat sie aber doch Wort gehalten! Das Bild ist HIER Ursula bringt immer etwas Abwechslung in den Tagesablauf. Weil sie täglich 3 Liter Wasser trinkt, muss sie dauernd hinter einen Baum oder ein Gebüsch. *bg* Schliesslich paddeln wir in einem ruhigen Seitenarm des Pinios hinaus aufs offene Meer. Fast etwas unheimlich! Moni gibt uns zu verstehen, dass sie möglichst rasch an Land möchte, denn auf offener See wird ihr übel. Für uns kein Problem: "Alle an die Riemen!" Und mit voller Pulle setzen wir am Sandstrand auf. Abends fahren wir vor dem Essen hinauf zu Bernds "Heim für Pechvögel", wo Monika endlich ihr Patenkind Kokopelli sehen kann. Das Tier hat eine schwere Kloakenverletzung und muss noch ein Jahr in Bernds Obhut bleiben.
Agnes und Ursula müssen heute leider schon abreisen. Der Rest der Gruppe unternimmt eine Wanderung durch die Vithos Schlucht am Olymp. Von Prionia zum Kloster Agios Dionysos und dann weiter bis ins Tal. Wunderschöne Orchideen, Schachblumen, seltene Bäume, tosende Wasserfälle und überhängende Felswände. Dirk, wer denn sonst!, entdeckt eine Kolonne Prozessionsspinner. Moni redet ab und zu mit sich selbst: "das glaubt mir niemand!" Gegen Ende der Wanderung streikt mein rechtes Knie, (oh weh!). Zudem hatte ich meine neue Wanderbrille nicht dabei, dafür, Gott sei Dank, meinen Stock.
Die Exkursionswoche ist zu Ende. Auch Dirk und Moni reisen ab. Bernd fährt sie zum Flughafen. Weil ich gerne mal Gleitschirmflieger beim Starten sehen möchte, begleite ich Christel mit zwei Fliegern zum Startplatz am Ossa. Unterwegs finden wir eine Breitrandschildkröte, ein prächtiges Weibchen. Nehme es mit für Bernd zur Auffrischung der dezimierten Population am Ossa. Im Appartement lege ich mich hin und verschlafe mich prompt. Die Schildkröte, die ich in einer Kunststoffbox gut verschnürt hatte, konnte sich unterdessen befreien und hat mir das halbe Auto verschissen. Komme etwas verspätet zu Bernd. Dort hilft mir Jule den Behälter zu reinigen und ich wasche so gut es geht meine Schlafmatratze.
Der muss fliegen lernen. Zudem werden von "Animal-Help" in Thessaloniki sicher weitere verwundete Vögel angeliefert. Bernds indisches Gericht, kaum mit Essen begonnen, müssen wir wegen einsetzendem Regen, im Haus zu Ende essen. Hat aber trotzdem hervorragend geschmeckt. |