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Tagebuch Griechenlandreise 28. April bis 2. Juni 2002  
Delphi - Volos - Piniosdelta
Mittwoch, 1. Mai 2002, Delphi. 11°/25°  
Am Morgen Rückenschmerzen, die mich den ganzen Tag begleiten.  
Am Strand der Louros-Düne viel Platz zum campieren. Am Schluss Wegweiser: LOYPOS (Louros) beachten!  
Bleibe bis Nachmittag, esse alle Orangen, habe kein Brot mehr.  
Fährschiffe und Kühe ziehen vorbei. Die Kühe finden nur das magere Dünengewächs zum Fressen. Wiederkäuen im Gehen!  
Mittagsschlaf ....  
Fotografiere Dünenzyperngras. Die Zwiebel ist ca. 15 cm tief im Sand. Die Kühe sind klein, aber nicht mager.  
Kalb rennt wie ein grosser Hund ums Muttertier herum.  
Der Weg nach Delphi zieht sich in die Länge. Am Weg blühen sehr viele blaue wilde Malven. Unterwegs am Golf von Korinth viele "Baumförmige Wolfsmilch-Stauden" wieder ein anderes Gelb!  
Es gibt, so lese ich im grossen Kosmos Pflanzenbuch, 200 Arten Wolfsmilchgewächse.  
Im Gelände der Athene Pronaia steht alles in voller Blütenpracht.  
Im Apollon-Camping kennt man mich noch. Interesse an meinen Schildkrötenbildern am Auto. Möchte zwei Nächte bleiben.  
Ohne Zelt, ohne Strom und ohne Entsorgung = 7.- Euro.  
Aussen am Restaurant ist eine öffentliche Kühlbox.  
Bin nun schon das 4. Mal in Delphi und es gefällt mir immer besser.  
Trinke auf der Terrasse 1 Glas Rotwein mit Oliven, während eine Familie mit 2 Kindern am Nebentisch lärmen: Familienurlaub!  
Schlafe schlecht. Die Lampen vor dem Restaurant blenden. In der Nacht schalte ich wiederholt das Licht der Toiletten nebenan aus. 
Donnerstag, 2. Mai 2002, Volos, südl. Agria. 12°/25°  
 
Morgendusche + Haare waschen. Entschliesse mich, doch nicht noch eine Nacht in Delphi zu bleiben und heute bis VOLOS zu fahren. Frühstück unter dem Sonnendach. Muss mich immer bücken. Daher habe ich vermutlich meine Rückenschmerzen. Werde das nächste Mal die Zeltstangen verlängern, um aufrecht darunter stehen zu können.  
Im Camping viel Betrieb. In meiner Nähe werden Kassetten entleert. Verabschiede mich von Wiener Nachbarn, nette Leute. Treibe mich bis ca. 14 Uhr im antiken Gelände herum. Viele Blumen, aber keine Schildkröte.  
Am Weg nach Amfissa, beim Fotografieren des berühmten Olivenwaldes hält ein Paar aus Deutschland und sucht Blumen. Bocksbart heisst die schöne Blume, erklärt mir die junge Frau. Sie zeigt mir Samenstände und verblühte Blumen. Sie sind keine Botaniker, wie ich dachte, sondern Zoologen.  
Als sie wegfahren, sieht die Frau mein SOS-Schildkrötenbild und verdreht sich fast den Kopf. Später treffe ich ihr Auto wieder. Sie blinken, ich halte. Es stellt sich heraus, dass sie den Film von Nebelsiek vor ein paar Tagen gesehen haben. Wir unterhalten uns lange. Sie sind von der Uni Erlangen und forschen einen Monat in Griechenland nach Libellen.  
Bei Volos sind im extrem kalten Winter sehr viele Bäume und Sträucher erfroren. (Palmen. Eukalyptus, Oleander, Olivenbäume, ja sogar Nadelbäume!). Ein trauriges Bild.  
Finde ca. 5 km südlich Agria einen Schlafplatz am Strand mit Sonnenuntergang.  
Ein Hund und ein Bub, der gut deutsch spricht (Goethe Institut) besuchen mich. Abends kühler Wind: Nix gut für Hexenschuss. Am Bach neben mir quaken Frösche und Emys soll es auch geben.  
Später kam der Vater des Buben mit dem Fahrrad, um "den Deutschen" zu sehen.  
Er war 18 Jahre in Deutschland, hat Masch.-Bau in München studiert. Seine Frau sei Juristin, wohne in Athen. Nach Sonnenuntergang kreisen 4 Fischadler über uns. Der Mann findet Bernds Naturschutz gut. Er gibt mir den Tipp: Nach "Kala Nera" zu fahren; nur ein paar km östlich. Dort sei uriges Land!  
Schlafe direkt am Meer, leider neben einer offenen Mülltonne. 
Freitag, 3. Mai 2002, Platamonas. 13° nachts 
 
Um 7 Uhr bei Sonnenaufgang Morgentoilette und Frühstück. Nachher ca. 3 Stunden im Flussgebiet Kala Nera. Ein Paradies!  
Am rechten Flussufer ist ein beschilderter Wanderweg. Durch Olivenwald mit riesigen Blumenteppichen den Hang hinauf. Der Hauptweg ist befahrbar. Auch hier: Patronenhülsen = Naturgebiet.  
Um 10 Uhr rufe ich Christel an, dass ich heute kommen werde.  
Sie erklärt: Appartement 4 und 5 sei reserviert. Ich könne wählen. Schlüssel stecken.  
(Kurz und bündig, typisch Christel.)  
Mittags bin ich bereits im Piniosdelta!   
Mittagessen mit Vogelkonzert (Osterkuchen ohne Ei). Während ich diese Zeilen im Auwald schreibe, läuft neben dem Campingtisch eine Schildkröte vorbei. Dann noch zwei Schildkröten "nierensonnenbadend" am Rand ihres Wohngebüschs.  
Vom Auwald weht ein kalter Wind, aber in der Sonne ist es bereits sehr warm. Freue mich, weil ich das Delta noch genau so finde, wie im letzten Jahr. Ja es ist fast noch schöner als in der Erinnerung. Heute ist es auf den Tag genau ein Jahr her, dass ich hier zum ersten Mal im Delta war.  
Denke an Ulli!  
Bevor ich nach Platamonas aufbreche, streife ich noch ein wenig im Delta herum.  
Kaum zu glauben, was ich sehe:  
- Im Fluss auf Baumstämmen viele grosse Sumpfschildkröten  
- Zwei Landschildkrötenweibchen mit deformiertem Schwanzschild  
- Eine ganz junge Landschildkröte  
- Ein Landschildkrötenweibchen legt Eier  
- Zwei Schildkröten paaren sich  
- und einige Exemplare, die einfach so über die Weide laufen oder gerade fressen.  
In Platamonas kaufe ich zuerst Milch im Supermarkt beim hinkenden Antonopoulos. Er scheint mich noch zu kennen. Dann Zimmerbezug,  (an der Eingangstüre hängen zwei Riesenheuschrecken).  
Dusche, Wäsche waschen, kleiner Spaziergang durch den Ort und warte dann auf Christel. Bernd treibt sich am Kerkinisee herum (sonst müsste er am Flughafen den halben Tag warten) und wird dann abends Agnes und Ursula in Thessaloniki abholen.

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