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Tagebuch einer Griechenlandreise vom 28. April bis 3. Juni 2002 
Seite1:  28. 4. - 30. 4. Venedig - Igoumentisa - Golf von Messolongi
 
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Venedig, Golf von Messolongi
 
Seite 2:   (1.5.-3.5.)
Delphi, Agria (Volos), Piniosdelta
Seite 3:   (4.5.-8.5.)
Platamonas
Seite 4:   (9.5.-11.5.) 
Platamonas
Seite 5:   (12.5.-14.5.)
Kerkinisee
 Seite 6:   (15.5.-17.5.) 
Kerkinisee, Platamonas
 Seite 7:   (18.5.-21.5.)
Perachora - Nemea - Tiryns - Midea - Mykene - Golfs von Argolikos
 Seite 8:   (22.5.-24.5.)
Iria - Dolinen von Didima - Kloster Avgou - Kaloni - Trizina - Methana
 Seite 9:   (25.5.-30.5.)
Kaloni - Kalo nero - Kato samiko - Kalogria
 Seite 10:   (31.5.-3.6.)
Kalogria - Patras - Heimfahrt
 
 
1 Monat im Paradies. 
Ohne Fernsehen, Computer, e-Mail, Zeitung und ohne Radio, sich nur ums Waschen, Schlafen, Essen kümmern und Zeit haben für Flora, Fauna und Kultur. Brauche nur meine mechanische Armbanduhr mit Datum und Wochentag, damit ich ablesen kann, ob Sonntag oder Mittwoch ist, und ein Mobiltelefon für Notfälle. Gute 30 Stunden auf dem Fährschiff sind eine gute Gelegenheit sich auf griechisches Leben umzustellen.   
* * *
"....Im Frühjahr auf blühenden Bergwiesen voller Ginster, gelbem Brandkraut und wilden Gladiolen, wird manch einer von innerem Jubel gepackt, und Nachtigallen geben aus Leibeskräften dazu den Ton an...    (NZZ Nr. 195 / 2002) 
 * * *
"Das Land der Griechen mit der Seele suchen" wollte einst der deutsche Dichter Novalis.
 
Die Ortsangaben beziehen sich jeweils auf den Schlafort am Abend.   
Und wo ist denn das in Griechenland?    >>>>>    Hier ist die Skizze    
Die Temperatur ist die minimale und maximale Tagestemperatur.   
Ausführlichere Seiten von Agnes Bischof über die Exkursionswoche vom 4. bis 10. Mai 2002   
finden Sie hier!   
Sonntag, 28.4.2002, Fährschiff   
Abfahrt in Wollerau am Zürichsee 06:00  
Bereits in Verona blüht der Mohn. Die drei Gruppen Schirmpinien im Mittelstreifen der Autobahn kommen erst 19 km vor Venedig, dachte schon sie seien nicht mehr da.  
Wollerau - Venedig km 523.  
Überraschung: Die Bezahlung erfolgt zum ersten Mal in meinem Leben in Euro. Sogar Münzen sind in Italien vorhanden. Auch das Handy (prepaid) klappt von Italien aus.  
Obwohl die offizielle Eincheckzeit in Venedig erst um 15 Uhr ist, ist der Schalter bereits um 12 Uhr offen.  
Weil es für die Autos keine Vorsortierung gibt, entsteht beim Einschiffen das übliche Chaos. Die mit Bestimmung Patras stehen zu hinterst, müssen aber zuerst in den Schiffsbauch.  
Das gibt Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. Zum Beispiel treffe ich den Mottenfänger Christof Zeller aus Salzburg mit Freundin Renate. Sie wohnen unterwegs auch im Auto. Ihr Ziel: Schmetterlinge suche in der Vikosschlucht.  
Fähre ist übervoll: muss im Schiffsbauch auf einer steilen Rampe parken.  
Mittagessen ganz vorne im Schiffrestaurant (auch hier ohne Probleme alles in Euro): Griechischer Salat und kretischer Wein mit Blick auf die lange Brücke nach Venedig: Autos, Bahn und dicht am Fenster Sturmmöwen. Am Horizont die noch verschneiten Alpen. Unten die "Strassenbahnboote" die vom Parkplatz nach Venedig fahren. Eine ältere Dame will wissen, auf welcher Seite bei der Ausfahrt Venedig zu sehen sei. Obwohl ich es ihr erkläre, fragt dann noch jemand..  
Pünktlich um 16 Uhr: "Leinen los!"  Alle stehen auf dem Sonnendeck und fotografieren die Aussicht von hoch oben auf den Canale Grande, den Markusplatz und die Dächer von Venedig.  
Anschliessend lege ich mich in meine Kabine und ruhe mich aus. Angenehm, aus dem Bullauge sehen zu können, wie draussen das Wetter ist und der Tag zur Neige geht.  
An Bord plaudere ich ab und zu mit dem Mottenfänger (man begegnet sich auf der Fähre immer wieder).  
Passagiere der A-Kabinen erhalten ein reichhaltiges Gratisfrühstück mit Kaffe "à discretion". Im Selbstbedienungsrestaurant hingegen muss man jede zusätzliche Tasse Kaffee extra bezahlen.  
Kontakt mit einem uralten Paar aus der Schweiz, das ihren Subaru Forester (for Esther, sie heisst Esther) vom Schiffspersonal in die Fähre fahren liess (hatten eine schriftliche Bewilligung von der Reederei).  
Ein Albaner zeichnet einen Bergweg am albanischen Ufer mit Kuli in seine Hand. 
Montag, 29.4.02 Ankunft in Igoumenitsa. 10°/21° 14:00 (mit fast einer Stunde Verspätung). 
 
Finde die unterste Garage auf der Fähre nicht. Man hat mich in die Reihe der Fussgängerpassagiere eingewiesen, was ich erst merke, als ich schon auf der Rampe stehe. Dann schickt man mich zuerst zweimal in die falsche Richtung. Zwischen eng geparkten Sattelschleppern finde ich, schon ausser Atem, endlich den Lift, der bleibt im Deck 3 stecken, ich sollte aber ins Deck 1 hinunter. Betätige aufgeregt die Alarmtaste im Lift.  
Eine Stimme im Lifttelefon fragt, wo ich sei. Ich soll warten, Hilfe käme sofort. Matrose kommt und entriegelt den Lift. Eine Treppe ins unterste Deck gibt es nicht. Schliesslich finde ich mein Auto doch noch rechtzeitig.  
Nicht daran zu denken, wenn ein Brand ausbrechen oder sonst ein Unglück passieren würde. Das Schiffspersonal ist scheinbar nur auf dem Papier "bestens instruiert und ausgebildet".  
Im Hafen blüht bereits das gelbe "Strauchige Brandkraut".  
Später sehe ich überall blühenden Ginster und Oleander. Handy klappt auch in Griechenland.  
Übernachte zu oberst auf einem Hügel bei Strongili. Habe Gabel vergessen und muss die Spaghetti mit dem Löffel essen: Mühsam!  
Christel ruft mich an: "Willkommen in Griechenland!"  
Ich freuen mich. Es ist schön, erwartet zu werden.  
Dienstag, 30.4.02, Golf Messolongi. 11°/21° 
 
Frühstück in der Morgensonne beim Aussichtspunkt Strongili (Golf Amvrakikos - Preveza 
Mein neuer Wasserbehälter bewährt sich. Unter mir die Lagune mit Reihern, einem Pelikan und anderen weissen Vögeln. Sehe schwarz-weisse taubengrosse Vögel, ähnlich wie Wasseramseln. Auch spatzengrosse mit braunen Flügeln und hellem Bauch in der Luft. Ein grosser reiherartiger Vogel mit rostbraunrotem Gefieder fliegt aus einem Baum. Am Berg unbegehbare messerscharfe Karstkarrenfelder. (Naturführer S. 152)  
In einem Kafenion trinke ich Kaffee und frage nach dem Weg nach Viglia.  
Der Postbote verteilt im Lokal an einem kleinen Tisch schwarz gekleideten Frauen ihre Altersrente.  
Ein Grieche fährt mir dann voraus, um mir den Weg zu zeigen.  
Bei Strongili sehe ich Hunderte Limikolen mit gelben und roten Beinen. Die langen Beine scheinen durch die Spiegelung im Wasser noch länger. Die schwarzen Spitzen der Flügelenden sehen aus wie eine Schere, wenn die langbeinigen Stelzenläufer zum Fressen den Schnabel ins Wasser tauchen.  
Das Paarungszeremoniell ist sonderbar. Das Weibchen steht bewegungslos im Wasser mit steif horizontal vorgestrecktem Kopf. Das Männchen trippelt um sie herum und tut so, als bringe es Futter.  
Mauskleine Limikolen, gesprenkelte braune mit roter Blume am Kopf.  
Ein ununterbrochenes Fressen. Die langbeinigen Stelzenläufer "wischen" mit dem Schnabel durchs Wasser.  
Viele Haubenlerchen!  
Die Hänge übervoll und schmutziggelb vom blühenden "Strauchigen Brandkraut"  
Sieht aus, wie wenn jemand riesige Kübel gelber Farbe über den Bergen ausgeleert hätte.  
Bei der Tsoukalio Lagune Krauskopfpelikan-Kolonie. Aber nur wenige Exemplare. Befahre die unendlich lange holprige Nehrung und muss alles wieder zurück, da die Piste nicht durchgehend ist.  
Sehe viele Seeschwalben, die sich pfeilschnell von oben ins Wasser stürzen.  
Unterwegs an der Strasse 1 Kg Orangen = 1 Euro. Es ist Orangenzeit.  
Golf von Messolongi: Lange Irrfahrt: Wegen einer Baustelle verpasse ich die im Naturführer beschriebene Abzweigung!  
Am Strand unweit des Klosters finde ich endlich einen idealen Schlafplatz. Die Zeltwand muss ich diesmal im Sturm aufstellen. Nachts muss ich wegen des heftigen Sturms die Zeltschnüre besser verankern.  
Im Gebiet am Golf von Messolongi (Delta des Aheloos) ausgedehnte Salzsteppen. Der Aheloos ist mit 170 km der längste Fluss in Griechenland. Delta: 450 qkm.  
Vom Camp aus sehe ich die riesigen Fährschiffe lautlos in der Nähe vorbeiziehen. Wenn sie sich kreuzen, geben sie kein Signal. Nachts fahren Fischerboote aufs Meer.  
Das antike Startes ist wenig interessant, besitzt aber ein kleines Theater an erhöhter Lage mit schöner Aussicht.

Skizze Griechenland           Weiter >>