Die Ortsangaben
beziehen sich jeweils auf den Schlafort am Abend.
Und wo
ist denn das in Griechenland? >>>>>
Hier ist die Skizze
Die Temperatur
ist die minimale und maximale Tagestemperatur.
Ausführlichere Seiten von Agnes
Bischof über die Exkursionswoche vom
4. bis 10. Mai 2002
finden Sie hier!
Sonntag, 28.4.2002, Fährschiff
Abfahrt in Wollerau am Zürichsee
06:00
Bereits in Verona blüht der Mohn.
Die drei Gruppen Schirmpinien im Mittelstreifen der Autobahn kommen erst
19 km vor Venedig, dachte schon sie seien nicht mehr da.
Wollerau - Venedig km 523.
Überraschung: Die Bezahlung erfolgt
zum ersten Mal in meinem Leben in Euro. Sogar Münzen sind in Italien
vorhanden. Auch das Handy (prepaid) klappt von Italien aus.
Obwohl die offizielle Eincheckzeit in
Venedig erst um 15 Uhr ist, ist der Schalter bereits um 12 Uhr offen.
Weil es für die Autos keine Vorsortierung
gibt, entsteht beim Einschiffen das übliche Chaos. Die mit Bestimmung
Patras stehen zu hinterst, müssen aber zuerst in den Schiffsbauch.
Das gibt Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.
Zum Beispiel treffe ich den Mottenfänger Christof Zeller aus Salzburg
mit Freundin Renate. Sie wohnen unterwegs auch im Auto. Ihr Ziel: Schmetterlinge
suche in der Vikosschlucht.
Fähre ist übervoll: muss im
Schiffsbauch auf einer steilen Rampe parken.
Mittagessen ganz vorne im Schiffrestaurant
(auch hier ohne Probleme alles in Euro): Griechischer Salat und kretischer
Wein mit Blick auf die lange Brücke nach Venedig: Autos, Bahn und
dicht am Fenster Sturmmöwen. Am Horizont die noch verschneiten Alpen.
Unten die "Strassenbahnboote" die vom Parkplatz nach Venedig fahren. Eine
ältere Dame will wissen, auf welcher Seite bei der Ausfahrt Venedig
zu sehen sei. Obwohl ich es ihr erkläre, fragt dann noch jemand..
Pünktlich um 16 Uhr: "Leinen los!"
Alle stehen auf dem Sonnendeck und fotografieren die Aussicht von hoch
oben auf den Canale Grande, den Markusplatz und die Dächer von Venedig.
Anschliessend lege ich mich in meine Kabine
und ruhe mich aus. Angenehm, aus dem Bullauge sehen zu können, wie
draussen das Wetter ist und der Tag zur Neige geht.
An Bord plaudere ich ab und zu mit dem
Mottenfänger (man begegnet sich auf der Fähre immer wieder).
Passagiere der A-Kabinen erhalten ein
reichhaltiges Gratisfrühstück mit Kaffe "à discretion".
Im Selbstbedienungsrestaurant hingegen muss man jede zusätzliche Tasse
Kaffee extra bezahlen.
Kontakt mit einem uralten Paar aus der
Schweiz, das ihren Subaru Forester (for Esther, sie heisst Esther) vom
Schiffspersonal in die Fähre fahren liess (hatten eine schriftliche
Bewilligung von der Reederei).
Ein Albaner zeichnet einen Bergweg am
albanischen Ufer mit Kuli in seine Hand.
Montag, 29.4.02 Ankunft in Igoumenitsa. 10°/21°
14:00 (mit fast einer Stunde Verspätung).
Finde die unterste Garage auf der Fähre
nicht. Man hat mich in die Reihe der Fussgängerpassagiere eingewiesen,
was ich erst merke, als ich schon auf der Rampe stehe. Dann schickt man
mich zuerst zweimal in die falsche Richtung. Zwischen eng geparkten Sattelschleppern
finde ich, schon ausser Atem, endlich den Lift, der bleibt im Deck 3 stecken,
ich sollte aber ins Deck 1 hinunter. Betätige aufgeregt die Alarmtaste
im Lift.
Eine Stimme im Lifttelefon fragt, wo ich
sei. Ich soll warten, Hilfe käme sofort. Matrose kommt und entriegelt
den Lift. Eine Treppe ins unterste Deck gibt es nicht. Schliesslich finde
ich mein Auto doch noch rechtzeitig.
Nicht daran zu denken, wenn ein Brand
ausbrechen oder sonst ein Unglück passieren würde. Das Schiffspersonal
ist scheinbar nur auf dem Papier "bestens instruiert und ausgebildet".
Im Hafen blüht bereits das gelbe
"Strauchige Brandkraut".
Später sehe ich überall blühenden
Ginster und Oleander. Handy klappt auch in Griechenland.
Übernachte zu oberst auf einem Hügel
bei Strongili. Habe Gabel vergessen und muss die Spaghetti mit dem Löffel
essen: Mühsam!
Christel ruft mich an: "Willkommen in
Griechenland!"
Ich freuen mich. Es ist schön, erwartet
zu werden.
Dienstag, 30.4.02, Golf Messolongi. 11°/21°
Frühstück in der Morgensonne
beim Aussichtspunkt Strongili (Golf Amvrakikos - Preveza)
Mein neuer Wasserbehälter bewährt
sich. Unter mir die Lagune mit Reihern, einem Pelikan und anderen weissen
Vögeln. Sehe schwarz-weisse taubengrosse Vögel, ähnlich
wie Wasseramseln. Auch spatzengrosse mit braunen Flügeln und hellem
Bauch in der Luft. Ein grosser reiherartiger Vogel mit rostbraunrotem Gefieder
fliegt aus einem Baum. Am Berg unbegehbare messerscharfe Karstkarrenfelder.
(Naturführer S. 152)
In einem Kafenion trinke ich Kaffee und frage
nach dem Weg nach Viglia.
Der Postbote verteilt im Lokal an einem
kleinen Tisch schwarz gekleideten Frauen ihre Altersrente.
Ein Grieche fährt mir dann voraus,
um mir den Weg zu zeigen.
Bei Strongili sehe ich Hunderte Limikolen
mit gelben und roten Beinen. Die langen Beine scheinen durch die Spiegelung
im Wasser noch länger. Die schwarzen Spitzen der Flügelenden
sehen aus wie eine Schere, wenn die langbeinigen Stelzenläufer zum
Fressen den Schnabel ins Wasser tauchen.
Das Paarungszeremoniell ist sonderbar.
Das Weibchen steht bewegungslos im Wasser mit steif horizontal vorgestrecktem
Kopf. Das Männchen trippelt um sie herum und tut so, als bringe es
Futter.
Mauskleine Limikolen, gesprenkelte braune
mit roter Blume am Kopf.
Ein ununterbrochenes Fressen. Die langbeinigen
Stelzenläufer "wischen" mit dem Schnabel durchs Wasser.
Viele Haubenlerchen!
Die Hänge übervoll und schmutziggelb
vom blühenden "Strauchigen Brandkraut"
Sieht aus, wie wenn jemand riesige Kübel
gelber Farbe über den Bergen ausgeleert hätte.
Bei der Tsoukalio Lagune Krauskopfpelikan-Kolonie.
Aber nur wenige Exemplare. Befahre die unendlich lange holprige Nehrung
und muss alles wieder zurück, da die Piste nicht durchgehend ist.
Sehe viele Seeschwalben, die sich pfeilschnell
von oben ins Wasser stürzen.
Unterwegs an der Strasse 1 Kg Orangen
= 1 Euro. Es ist Orangenzeit.
Golf von Messolongi: Lange Irrfahrt: Wegen
einer Baustelle verpasse ich die im Naturführer beschriebene Abzweigung!
Am Strand unweit des Klosters finde ich
endlich einen idealen Schlafplatz. Die Zeltwand muss ich diesmal im Sturm
aufstellen. Nachts muss ich wegen des heftigen Sturms die Zeltschnüre
besser verankern.
Im Gebiet am Golf von Messolongi (Delta des
Aheloos) ausgedehnte Salzsteppen. Der Aheloos ist mit 170 km der längste
Fluss in Griechenland. Delta: 450 qkm.
Vom Camp aus sehe ich die riesigen Fährschiffe
lautlos in der Nähe vorbeiziehen. Wenn sie sich kreuzen, geben sie
kein Signal. Nachts fahren Fischerboote aufs Meer.
Das antike Startes ist wenig interessant,
besitzt aber ein kleines Theater an erhöhter Lage mit schöner
Aussicht. |