Griechenlandreise Seite 1
übers Meer nach Pátras
Jean Garzoni, der berühmte Dornschwanz-Agamen-Forscher**) |
Ausgerechnet
über Weihnachten liege ich mit hohem Fieber grippekrank im Bett und
denke schon, mein letztes Stündlein habe geschlagen. Als ich dann
langsam wieder zu Kräften komme, nehme ich mir vor, im Frühling
Bernd Pitzer, einen Bekannten in Griechenland zu besuchen. Man weiss
ja nie, wie lange man noch lebt.
Mein Plan: Zuerst
ein- zwei Wochen auf dem Peloponnes, die antiken Stätten besichtigen
und dann nach Platamonas Bernd Pitzer besuchen.
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Meine treusorgende Gattin ermuntert mich
lebhaft, und so gehe ich zielbewusst ans Vorbereiten. Dabei steht von Anfang
an fest, dass ich allein und im Auto reisen werde. Was Jean Garzoni*)
mit seinem Subaru in Marokko vorgemacht hat, hat mich derart beeindruckt,
dass ich ihn mir als Vorbild nehme.
Fast etwas neidisch habe ich diesen Lebenskünstler
auf meiner Reise 1999 in Marokko bewundert und gelernt, dass ein Mensch
nicht viel benötigt, um in fremden Ländern zu reisen, Schildkröten
zu entdecken und zu fotografieren.
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*) Jean
Garzoni
**) Forschung
in Marokkos Wüsten |
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Hans Rickenbacher,
SIGS-Mitglied*), ein erfahrener Griechenlandkenner, informiert mich über
die beste Fährverbindung und schickt mir Berge von Reiseprospekten.
Urs Landweer, ebenfalls von der SIGS, gibt mir wertvolle Tipps, Landkarten
und macht mich auf das Buch "Reiseführer Natur Griechenland"
**) aufmerksam.
Dieses Buch fasziniert mich, und ich plane
fast alle meine Exkursionen nach den darin beschriebenen Vorschlägen.
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*) SIGS = Schildkröten
IG Schweiz
**) Krautzky J. ISBN 3-7701-3456-7 |
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Bild
von Stefanie und Alexander
Fähre Daedalus
ein Schiff klassich schöner Bauart,
keine Riesentransportbox.
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Beim "Spatz-Camping,
Zürich" kaufe ich eine dicke Schaumstoff-Schlafunterlage, die genau
ins Auto passt, Keramik-Camping-Gaskocher, Klapptisch und Regiestuhl.
Am 21. April 2001 geht's mit viel
Filmmaterial und Lebensmitteln los.
Beim Einschiffen um Mitternacht in Venedig
erlebe ich ein kleines Chaos. Obwohl bekannt ist, dass der Schalter zwei
Stunden vor Abfahrt geöffnet wird, stehen schon lange vorher Menschentrauben
davor. Die einzige Person hinter dem Schalter gibt den Oberhäuptern
einiger östlicher Familienclans, jedes mit einer handvoll Pässen
bewaffnet, geduldig Auskunft über alle möglichen und unmöglichen
Überfahrtspreise. Alle anderen, mit bestätigten Tickets in der
Hand, kamen in der Warteschlange auch nach einer Stunde keinen Schritt
vorwärts.
Weil es im neuen Abfertigungsgebäude
der Minoan Lines nicht einmal einen Kaffeeautomaten gibt, verziehe ich
mich ins Auto und kann zum ersten Mal meine Schlafmatratze testen. Nach
einer Stunde ist alles genau wie vorher. Meine Proteste bei herumlungernden
italienischen Zöllnern fruchten nichts... Was solls? "italianità"
sage ich mir.
Endlich an Bord der Fähre "Daedalus".
Das Bordrestaurant wird für uns noch einmal geöffnet, und somit
kann ich es mir bei kretischem Wein und griechischen Schafskäse wohl
sein lassen. An Bord kann ich nun 37 Stunden lang Ruhe und die
Sicht aufs Meer geniessen.
Um die Mittagszeit des nächsten Tages
läuft das Schiff in Pátras ein. Gerade richtig, um noch vorher
an Bord mit kretischem Honig zu frühstücken. |
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