|
Zistrose
...so schön
zerknittert wie Seide, ist sie meine Lieblingsblume in Griechenland.
|
***
|
Reisebericht
|
2011 wollte ich mal den
Frühling wieder zuhause erleben und hatte vor, in diesem Jahr nicht
wie in den vergangenen Jahren im Mai sondern erst im Herbst nach Griechenland
zu reisen.
Ich hielt es aber nicht
so lange aus und entschloss mich, die Fahrt bereits im Juni anzutreten.
Das war eine gute Idee. Denn der Mai 2011 war bei uns ausnahmsweise richtig
sommerlich warm und in den mediterranen Ländern hingegen kühl
und nass. Zudem dachte ich, dass es im Juni am Kerkinisee sicher weniger
kühl sein würde, als im Mai. In den vergangenen Jahren hatte
ich nachts oft arg gefroren.
Aus verschiedenen Gründen
buchte ich die Rückfahrt bereits nach 24 Tagen, und wollte nicht wie
früher 5 oder 6 Wochen in Griechenland bleiben. |
***
Mein Reiseplan:
Auf der neuen Autobahn (Egnatia
Odos) von Igoumenitsa direkt zum Kerkinisee. Die schönste
ornithologische Gegend die ich kenne. Dort wollte ich mindestens eine Woche
bleiben, und dann vielleicht weiter zum Evros. Dort interessierte mich
der Rhodopen-Nationalpark mit dem Greifvogel-Schutzgebiet Dadiá
und das Evrosdelta, das mir Andrea Bonetti schon vor Jahren empfohlen
hatte zu besuchen.
Dann wollte ich selbstverständlich
wieder zu Bernds Wildtier-Pflegestation und das Piniosdelta besuchen.
Leider reichte es nicht mehr, den Wallonen-Eichenwald von Xeromero
zu sehen; den habe ich mir aber für 2012 vorgemerkt. |
***
H/S/F EUROPA PALACE
Im Vergleich zu den
modernen Riesenkreuzfahrtschiffen eine kleine Fähre.
Länge:
214 m
Breite: 26.4 m
Geschwindigkeit: 31.6
Knoten
Anzahl Passagiere: 1'912
Anzahl Betten: 732
Anzahl Automobile: 821 |
Fahrpreis
Nebensaison:
EUR 370.-- Hin und zurück,
1 Person, Auto PKW, Camping on Bord
-
Reisedauer:
Venedig - Igoumenitsa
ca. 21-26 Std., je nach Wetter und Laune des Kapitäns. |
***
Camping on Bord.
Bei der Hin- und Rückfahrt
konnte ich an der offenen Luke, die bis zum Boden reichte einen Tag lang
salzige, jodhaltige Meeresluft geniessen. |
***
| Der Fahrwind ist zwar
beträchtlich, aber mit Windjacke kann man es aushalten. Es ist ein
besonderes Erlebnis, auf der Fähre so direkt am Meer zu sitzen, Ausschau
nach Delfinen zu halten und sich am eigenen Campingtisch zu verpflegen. |
***
.
. .
| Viele Deckspassagiere
schlafen in den Gängen am Boden oder auf Bänken. Ein etwas gewöhnungsbedürftiger
Anblick. Ich staune immer wieder über die Toleranz der Besatzung diesen
eigenwilligen Rucksacktouristen gegenüber. |
***
| Mein obligatorisches
Bild nach der Landung in Igoumenitsa. Dieses Mal abends um 19:22 h. Die
Menschen oben fahren weiter nach Korfu oder Patras. Das Ticket kostet überdies
gleich viel, egal wo man an Land gehen will. Man muss nur beim Einchecken
erklären, wo man die Fähre verlassen will. |
***
|
Am
Kerkinisee
|
| Nachdem ich seit 10 Jahren
einige gute Bilder vom Kerkinisee gezeigt habe, sind es dieses Mal eher
Stimmungsbilder. |
***
Mein Camp am Kerkinisee.
Wegen des Dammbruchs des Strimonas', der die Landschaft total veränderte,
leider nicht wie in den vergangenen Jahren bei der Beobachtungshütte
am Süddamm des Flusses, sondern am mittleren alten Damm.
Der Abbruch links im
Bild stammt nicht vom Dammbruch, sondern wurde künstlich geschaffen,
damit das Wasser im überschwemmten Gebiet abfliessen konnte, das die
unterhalb des Seedammes liegenden Dörfer zu überschwemmen drohte.
Mein neuer Platz war
gar nicht so schlecht. Ich lernte hier mehr und andere Leute kennen. |
***
| Weil wegen der veränderte
Landschaft die Vögel weiter draussen im See sind, konnte ich keine
spektakulären Vogelbilder machen. Dieses hier machte ich im See von
meinem Kajak aus. |
***
| Sehr scheuer Rallenreiher
beim Futtersuchen. Man nennt ihn wegen seiner braunen Farbe auch Semmelreiher.
Im Flug hingegen ist er schneeweiss. Schön ist sein blauer Schnabel
und sind seine langen Schmuckfedern im Prachtkleid am Kopf. |
***
|
Stimmungsbilder am
Morgen bei Windstille.
Absterbende Bäume
im Wasser
|
***
***
|
Ein sehr scheuer
Nachtreiher beim Fischen.
|
***
|
Morgens um 6 Uhr:
Sonnenaufgang über
dem Belesgebirge am Strimonas.
|
***
|
Seidenreiher bei
der Gefiederpflege
|
***
Dimitri. Er besitzt eine
Schlosserwerkstatt in Iraklia und besucht mich schon einige Jahre hier
am Kerkini.
- Dimitri: Yassu, wie
geht's?
- ich: Gut, sehr gut,
einfach wieder ein Jahr älter.
- Das hast du schon letzte
Jahr gesagt-
- Stimmt, so ist es.
*
Er plaudert gerne mit
mir, um dabei sein Deutsch wieder etwas aufzubessern. Momentan klagt er
über die schlechten Zeiten. Alles ist teuer geworden, die Leute haben
weniger Geld, und er erhält fast keine Aufträge mehr. |
***
| Seidenreiher von vorn
im Abendlicht. Typisch seine schwarzen Beine und gelben Füsse. Silberreiher
haben einen gelben Schnabel, Seidenreiher gelbe Füsse. |
***
| Im Sumpfgebiet sieht
man viele Haubentaucher mit ihrem auffälligen Kopfschmuck, die hier
brüten. Im Vordergrund ein Teichhuhn mit rotem Schnabel, gelber Schnabelspitze
und rotem Stirnschild. Die Beine, man sieht sie leider nicht, sind grün. |
***
| Jeden Morgen fährt
dieser Fischer auf den See hinaus. Er kennt mich schon seit 10 Jahren.
Wenn ich ihm mit meinem Kajak begegne, winkt er mir. |
***
| Während ich in meinem
Campingstuhl träume, sehe ich wenige Meter vor mir einen Storch, wie
er eine Schlange frisst. |
***
| Viele Wasserbüffel
leben seit der Übeschwemmung und dem Dammbruch nicht mehr hier, aber
immer noch genug. Sie gehören einfach hierher. |
***
| Selbstverständlich
leben hier auch Sumpfschildkröten. Leider verenden viele in den Reusen
der Fischer. |
***
| Eines der typischen Boote
mit flachem Boden, um die Sümpfe befahren zu können. |
***
|
Pelikane fahren wie
von einer Schnur gezogen langsam und gleichmässig übers Wasser
|
***
Jeden Tag kommt ein Grieche
mit diesem Traktor und bringt einen Hirten, den er mit dem Boot zum anderen
Ufer fährt, und abends holt er ihn dann wieder ab. Nur wenn es regnet,
kommt er mit seinem Picup. Der Landweg wäre ca. 15 km länger.
Das sei ein guter Traktor.
Ein englischer Massey Feguson, "sehr guter Traktor",
35 Jahre alt und hat
immer noch die Originalreifen drauf.
(Und repariert wurde
er vermutlich auch nie) |
***
| Ein Kormoran. Typisch,
wie tief er im Wasser liegt. Er fettet sein Gefieder nur ganz wenig ein,
um besser tauchen zu können. Dafür muss er dann mit gespreizten
Flügeln seine Federn in der Sonne trocken lassen. Bei uns hassen die
Fischer diesen Vogel, ich mag ihn. |
***
Teichhuhn.
Foto zur Verfügung gestellt
von:
Kostas Papadopoulos,
Management Authority Lake Kerkini |
***
|
Abschiedsbild vom
Kerkinisee: 20:30 h
Sonnenuntergang.
|
***
|
Am
Evros
|
| Ich hatte es mir lange
überlegt, ob ich mir das antun soll, diese lange Reise zum Evros zu
machen. Bin ja schliesslich nicht mehr 22, und dann den ganzen weiten Weg
wieder zurück zu Bernd und dann nach Igoumenitsa. Aber wenn ich es
dieses Jahr nicht tue, dann vermutlich nie mehr. Ich hab's gemacht, und
es hat sich gelohnt. Dadiá und das Evrosdelta ist für Naturfreunde
ein Traum! |
***
| Nach langer Fahrt auf
der verkehrsarmen Autobahn Richtung türkischer Grenze, abends Ankunft
in Dadia. Ein Gewitter zieht auf, und ich suche mir einen geeigneten Schlafplatz.
Nachts heulen Schakale und bellen Hunde. |
***
| Nach dem Gewitter kommt
die Abendsonne noch einmal hervor und beleuchtet das Kornfeld. Das Bild
ist schön geworden, aber meine Sandalen habe ich dabei im Schlamm
ruiniert. |
***
| Die beste Zeit um am
Futterplatz Greifvögel zu beobachten ist von 07 - 10 und 18 - 20 Uhr.
Also frühmorgens los durch den lichten Rhodopenwald. Eine gute Stunde
Marsch durch den lichten Wald auf gut markiertem Pfad zu Beobachtungshütte.
Es ist wirklich ein wunderbarer Weg dorthin. Viele unbekannte Pflanzen
halten mich auf, die ich fotografieren muss. So dauert der Weg für
mich gut eine halbe Stunde länger. |
***
| Kaum zu glauben, eine
Thb auf dem Weg. Ich dachte, diese Schildkrötenart komme so weit im
Nordosten nicht vor. |
***
In der Beobachtungshütte.
Ich war zwei Mal dort oben. einen Tag ganz allein. Unbeschreiblich, was
man sehen kann. Die Zeit vergeht wie im Flug.
Der
Nationalpark Dadia:
"In den
Wäldern von Dadia befindet sich auch eine der letzten europäischen
Brutkolonien der Mönchsgeier. Neben ihnen gehören Gänsegeier
und Im Nordosten Griechenlands, nahe der bulgarischen und türkischen
Grenze, liegt am Rande der Rhodopen eine Hügellandschaft mit ausgedehnten
Wäldern und einer einzigartigen Tierwelt: der Nationalpark Dadia.
Von den 39 Greifvogelarten Europas lassen sich hier 32 im Laufe des Jahres
beobachten. Schmutzgeier sowie viele Adlerarten gehören zu den ornithologischen
Attraktionen der Gegend: Seeadler, Steinadler, Kaiseradler, Schreiadler,
Schlangenadler und Zwergadler kommen hier vor, der Schelladler als Wintergast.
Die Liste der weiteren Greifvögel ist lang, herausgehoben seien Kurzfangsperber,
Adlerbussard, Wanderfalke, Baumfalke und der sehr seltene Lannerfalke." |
***
Blick von der Beobachtungshütte
auf den Futterplatz. Unglaublich spannend wird es, wenn am Vormittag die
Greifvögel in der aufkommenden Thermik kreisen.
Gegen 10:30 kreisten
ca. 20 Greifvögel in der Thermik. Darunter mehrere Schmutzgeier nebeneinander.
Wenn sie kreisen sehen sie mal schwarz, und dann von unten wieder mehr
weiss aus. Und alles so friedlich und ruhig. Der Name Schmutzgeier passt
eigentlich nicht zu diesen schönen Vögeln. |
***
| Zurück zur Info-Center
kann man einen anderen Weg benutzen. Dieser ist statt rot, an den Bäumen
gelb markiert. Auch diese Wanderung durch den Wald ist wunderschön.
Ein echter unberührter Urwald mit Blumen, Tieren, alten Bäumen
und viel Licht. |
***
| Der abwechslungsreiche
Weg führt hier durch mannshohes zartes Gras, vermutlich das kleinblütige
Federgras. |
***
Ein leuchtend lila
Blütenkissen am Strassenrand.
-
Ein Bekannter Botaniker sagte
mir, dass es sich um Ysop (Hyssopus officinalis) handelt. Ein nicht so
bekanntes Gewürzkraut.
-
Ich wählte die Panoramastrasse
von Dadia direkt nach Loutros, um ins Evros-Delta zu gelangen. Eine einsame
Traumstrasse! 50 Km durch den Rhodopenwald, gut asphaltiert, herrlich kurvenreich
und kein einziges Auto, kein Mensch. |
***
| Gegen Abend kam ich in
Loutros an und fand glücklicherweise recht bald eine Piste ins Evros-Delta. |
***
| Bald fand ich auch einen
geeigneten Schlafplatz und halb Neun ging im Westen die Sonne unter. |
***
| Auf der Piste, die weiter
ins Delta führt sah ich prächtige Maurische Landschildkröten.
Ich habe nicht gewusst, dass diese Tiere so schön sind, dachte immer
die Griechen seien schöner. |
***
|
Das Evros-Delta.
Ganz anders als das Axios-Delta.
Ein riesiges Sumpf- und Teichgelände. Ideal für viele Vogelarten. |
***
|
Eine wunderschön
gewachsene Maurische Landschildkröte in der Morgensonne.
|
***
|
Gut getarnt, ein
"Grosser Brachvogel" (Numenius arquata).
|
***
| Auf der Rückreise
vom Evros zu Bernds Pflegestation machte ich natürlich Halt am Gallikos
bei den brütenden Reihern und Kormoranen. |
***
| Wegen der Hitze schlug
ich mein Camp dieses Jahr unter Bäumen auf, die Schatten spenden.
Hier muss man gar nichts tun, um Schildkröten zu sehen, man kann nur
warten, bis sie kommen, und sie kommen; manchmal kommen sie sogar ganz
nah heran. |
***
|
Schilderanomalieen
kommen auch in der Natur vor.
|
***
| Auch höckrige Schildkröten
findet man in der Natur. Zwar recht selten, aber doch ab und zu. |
***
|
Lichtspiel in grün
am grossen Teich im Delta.
|
***
| Reiher und Löffler
mit Sumpfschildkröten am Emys-eich im Delta. Das hatte ich früher
nie beobachtet. Leider sind sie derart scheu, dass sie sofort wegfliegen,
wenn sie mich am Ufer sehen. Darum auch das unscharfe Bild. Aber die Spiegelung
im Wasser ist auch ganz nett. |
***
|
Revierkampf in der
Natur.
Der Gegner wird verfolgt
(links), aber bald trennen sie sich und gehen ihre eigenen Wege (rechtes
Bild). |
***
|
Trampelpfade der
Wildpferde laden zum Erkunden des Deltas ein.
|
***
|
Beim Herumstreifen
im Delta sieht man viel Schönes.
Ein Schmetterling!
Welch grässliches
Wort! In der Schweiz nennen wir sie "Sommervögel".
|
***
|
Die gelben Früchte
des Mediterranen Christusdorns (Paliurus spina-christi).
Es ist nicht die
als Zimmerpflanze bekannte "Euphorbia".
|
***
| Nach dem Verlassen des
Piniosdeltas führt der Weg an einem prächtigen Auenwald vorbei. |
|
Abschied
Sagiáda
- Igoumenítsa
|
| Bevor ich jeweils in
Igoumentisa an Bord der Fähre gehe, liebe ich es, noch ein, zwei Tage
am Meer zu sein, und in Gedanken das Schöne ausklingen zu lassen.
Dazu bevorzuge ich den Strand bei Sagiáda nahe der Grenze zu Albanien. |
***
|
Im kargen Kieselstrand
blühen Disteln, und ....
|
***
***
|
Abschied von Griechenland:
Sonnenuntergang bei
Sagiáda.
|
***
|
Nach später
Ankunft am Abend und vor der frühen Abfahrt am Morgen der Fähre
ist hier oft mein Übernachtungsplatz unter Eukalyptusbäumen bei
Igoumenitsa .
|
***
|
Sonnenaufgang von
der Fähre aus, kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Venedig.
|
|
Fragen, Tippfehler
oder Bemerkungen bitte hier melden!
Danke!
|
|