Ende Mai ging's an die
Reisevorbereitungen.-
Grosser Inspektionsservice
fürs Auto, Bereitstellen der Vorräte und ..... Packen!
-
Dabei geht alles nach
Mass; jeder cm wird ausgenützt und alles sinnvoll verstaut. Schwere
Dinge, wie 5 Kanister mit je 10 Liter Wasser kommen zu unterst, alles andere
muss griffbereit plaziert werden.
-
Anhand einer Checkliste,
die ich jedes Jahr optimiere, wird nur alles Nötige mitgenommen.
-
Da fehlen weder doppelte
Bergegurte, noch Landkarten, Bestimmungsbücher, Starthilfen oder ein
Wechselrichter für 220 Volt, um Kamera-Akkus aufladen zu können,
selbst eine kleine Seilwinde gehört dazu. Man weiss ja nie, ob wieder
mal ein Baum quer über dem Weg liegt oder das Auto im Dreck stecken
bleibt.
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Um mich etwas zu schonen
verzichtete ich auf den Abstecher in die Mani und nahm diesmal auch mein
Kajak nicht mit. Ich wollte einfach nur jeden Tag, jede Stunde, bewusst
erleben und mich freuen. |
***
Griechenland
beginnt in Venedig!
8. Mai 2010
Die Fähre kann man
schon von der langen Brücke (Ponte della Liberta) aus sehen, die von
Mestre nach Venedig führt. Die Wartezeit im Hafen kann recht kurzweilig
sein. Entweder man macht einen Ausflug in die Stadt oder man ruht sich
von der Reise aus und schlendert zwischen den wartenden Autos herum, wobei
man entweder nette Leute kennen lernen kann oder man wird Zeuge, wie Blechschäden
entstehen, weil wegen Unachtsamkeit der Eine oder Andere den Vorder- oder
Hintermann touschiert. Dieses Mal waren es drei. |
***
8. Mai 2010
Man kann auch ohne viel
Geld reisen.
Kaum zu glauben, was Sie
auf diesem Bild sehen. Nach mehreren Versuchen und schliesslich unter Mithilfe
von Zuschauern konnte der Mann endlich seinen Packsack am Rücken befestigen.
ohne dass er immer wieder runter rutschte. Aber dann kam das Allerbeste.
Der Hund musste auch mit. Gelernt, getan: Ein Sprung und der Vierbeiner
machte es sich zwischen den Beinen des Mofafahrers bequem. Ja, es gibt
noch Leute, die originell reisen. Leider habe ich den Mann dann auf der
Fähre nicht mehr gesehen. |
***
Venedig, 8. Mai 2010
Luxus pur!
Im Vergleich zu diesen
riesigen Kreuzfahrtschiffen, deren drei im Hafen lagen, war unsere doch
recht grosse Fähre fast nur noch eine Nussschale. |
***
9. Mai 2010
Etwas ganz Schönes
zelebriere ich bei jeder Überfahrt:
Frühstück an
Deck bei Sonnenaufgang!
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Sobald es langsam heller
wird, was ich mit Camping an Bord mit freier Sicht aufs Meer gut sehen
kann, steige ich aus meinem Dachzelt und dusche mich. Dann ist nämlich
noch alles sauber und die Duschkabinen sind noch trocken. Von meinen Vorräten
nehme ich Frühstücksflocken, Löffel, Messer, Milch, und
einen Apfel mit und, weil der Betrieb des Campingkochers an Bord nicht
erlaubt ist, hole ich mir an der Deckbar einen heissen (unverschämt
teuren) Kaffee.
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Um diese Zeit bin ich
hier oben fast allein; nur einige nikotinsüchtige Leute stehen oder
sitzen zu dieser Zeit hier herum und geniessen sozusagen unfreiwillig den
Sonnenaufgang. |
***
10. Mai 2010
Dieses Jahr bin ich nicht
weit herumgereist, nahm es etwas ruhiger, habe aber deshalb nicht weniger
gesehen und erlebt.
Start und Ende der Reise
war der Hafen von Igoumenitsa.
Nach dem pünktlichen
Anlegen in Igoumenitsa suchte ich mir mein von früheren Jahren bekanntes
Schlafplätzchen über dem Hafen. Dann ging es am nächsten
Tag frisch gewaschen und gestärkt (Frühstücksflocken, Milch,
Apfel und heissen Kaffee) auf der neuen Egnatía Odós (Autobahn)
in die Olympregion. Diese neue Strasse erinnert mich an die San Bernardino
Route in der Schweiz. Dort reihen sich auch unzählige Brücken
und Tunnel aneinander. Obwohl die Egnatía Odós bis zum Olymp
ca. 20 km weiter ist, als die Strasse über Trikala - Meteora-Klöster
(sie macht einen Bogen nach Norden über Veria), ist man ca. 2 Stunden
früher und bequemer am Ziel.
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Der Name
Egnatia geht auf römische Via Egnatia zurück; Odos, griechisch,
heisst Weg.
Die Via
Egnatia ist eine römische Strasse auf dem Balkan, durch die die Adriaküste
mit dem Bosporus verbunden waren. Als östliche Fortsetzung der Via
Appia war sie der direkte Weg zwischen Rom und Konstantinopel, den beiden
grossen Metropolen des spätantiken römischen Reichs.
Die rund
um das Jahr 146 v. Chr. gebaute Heerstrasse wurde nach Gnaeus Egnatius,
Prokonsul von Makedonien, benannt.
Verwechseln Sie
die Olympregion mit dem fast 3000 m hohen Götterberg Olymp nicht mit
Olympia, was immer wieder vorkommt. Das antike Olympia liegt auf der Peloponnes.
|
***
Der Eingang in mein Paradies:
Naturpark Pinios-Delta.
Um 18:30 am 10 Mai im
besten Abendlicht angekommen. Ein Plätzchen für die Nacht ist
bald gefunden, dann eine warme Mahlzeit und dann ab ins Bett. Das langsame
Einbrechen der Nacht ist für mich ein ganz besonderes Erlebnis. |
***
|
12. Mai um 07 Uhr.
Frühstück oben ohne in der Morgensonne.
|
***
10. bis 12. Mai 2010
Seit 10 Jahren verbringe
ich die ersten Nächte im Schildkrötenparadies des Piniósdeltas.
So kann ich mich vom Alltagstrott distanzieren und mich in die Einsamkeit
und in die griechische Natur einleben.
Man muss es erleben, ich
kann es nur schwer beschreiben, wenn sich abends die Dämmerung breitmacht
und Nachtigallen ihre vielfältigen Melodien vortragen. Dann wird es
dunkel und ich liege mit wachen Sinnen glücklich in meinem Dachzelt.
Hier kann ich ICH sein, fast ein Steppenwolf.
-
Der nächste Tag beginnt
wie immer mit dem Sonnenaufgang. Ich stelle mein Auto wenn möglich
immer so, dass ich mich mit den ersten Sonnenstrahlen aufwärmen kann.
Nach dem Frühstück (dieses Jahr fast jeden Tag 'oben ohne') tue
ich nichts und geniesse es allein zu sein. Dann dauert es manchmal nicht
lange und die erste Schildkröte nähert sich.
-
Müssiggang sei aller
Laster Anfang, legte man mir als Kind ans Herz.
Kürzlich las ich:
"Faul sein macht intelligent".
Mir ist beides recht :-) |
***
11. Mai 2010
Schildkröte im Piniosdelta.
Ein schönes Tier
inmitten der dort vorkommenden wenigen Futterpflanzen. |
***
12. Mai 2010
Verwilderte Pferde.
Es sieht aus, wie wenn
die Pferde trauern würden.
Ist das liegende Tier
krank oder nur trächtig und müde? Ich konnte diese Tiergruppe
längere Zeit beobachten; zum Glück stand das Pferd abends wieder
auf. Interessant ist, dass sich die Pferde inmitten einer lagernden
Kuhherde befanden. |
***
12. Mai 2010
Mitten im Sand lief auf
offenem Feld eine Sumpfschildkröte zu den Büschen in der Nähe.
Suchte sie so weit abseits ihres Wohngewässers eine geeignete Eiablagestelle?
Normalerweise ist es schwierig
die sehr scheuen Sumpfschildkröten von nahem zu fotografieren, aber
im offenen Gelände klappt das gut. Hier können sie sich nicht
blitzschnell von ihrem Sonnenplatz ins Wasser fallen lassen. |
***
| Jedes Jahr zeigt sich
der Eingang ins Schildkrötenparadies anders. Mal geht's durchs tiefe
Wasser, mal kommt man trockenen Fusses hindurch. Ich habe immer ein aufsteckbares
biegsames Rohr dabei, das ich über den Auspuff stülpen kann,
damit mir nicht wie auch schon mal, das Wasser hineinläuft, der Motor
abstirbt, und ich mitten in der Furt stecken bleibe. |
***
12. Mai 2010
Im Piniosdelta kann es
ganz schön einsam und romantisch sein.
Nicht nur ich, auch andere
haben sich da schon verirrt. Auf einem neuen Weg, den ich erkunden wollte,
wurde das Gestrüpp immer undurchdringlicher, die spitzen Binsen mannshoch,
und schliesslich geriet ich in ein Sumpfgebiet. Ein Zurück war mir
zu aufwendig, also einfach weiter! In der Nähe wieherten aufgeregt
Wildpferde, die ich aber nicht sehen konnte. Mein Sonnenhut verhakte sich
in den Ästen, und die Sandalen musste ich ausziehen.
In der anderen Hand die
Kamera und das Stativ, kam ich kaum mehr vorwärts und das Dickicht
liess mich fast daran zweifeln, ob ich hier jemals wieder raus komme. |
***
12. Mai 2010
Geschafft!
Meine schlammverschmierten
Füsse waren zum Glück noch heil.
Bis ich dann endlich wieder
beim Auto war, war der Schlamm getrocknet.
-
Am nächsten Tag fuhr
ich zu Bernds Schildkrötenstation, um Socke (den Hund) mit feinen
Häppchen, die ich extra für ihn mitgenommen hatte, zu erfreuen.
Anschliessend fuhr ich ins Hotel Lefkes zu Despina und den Exkursionsteilnehmern
von Bernds zweiter Naturexkursion.
-
Vorher machte ich den
obligatorischen Abstecher in meiner Taverne (Alisachni) in Platamonas.
Einen Ouzo in Ehren, kann niemand verwehren!
-
Am schönsten bei
Despina ist morgens das Frühstück. Da ist die Welt noch in Ordnung
und die Leute fast nur mit sich selbst beschäftigt und sind angenehm
ruhig.
Abends, nach vielen Gläsern
Wein artet die 'Parea' dann leider oft in lautes Geschnatter und
in sinnloses Gelächter aus. Und deswegen reise ich ja sicher nicht
nach Griechenland. |
***
13. Mai 2010
In der Vithos-Olympschlucht
fand ich zwar einige Ophrys, aber die meisten Orchideen und Blumen waren
dieses Jahr leider bereits verblüht. Auch fand ich keine Wildtulpen
mehr. Bernd Pitzer erklärte mir, dass es dieses Jahr im Januar sehr
warm war, und deshalb die Natur mindestens drei Wochen voraus sei. Schade!
Auch alle Judasbäume waren bereits verblüht, ebenso alle Affodill,
Anemonen und Tamarisken. |
***
13. Mai
Zuerst dachte ich, da
hätte ich in der Vithos-Schlucht eine seltene Orchidee gefunden, aber
Jannis klärte mich auf: Es ist ein Sommerwurz, vermutlich der "Prachtsommerwurz".
Es ist eine
typische Schmarotzerpflanze die in ihrer Ernährung völlig von
ihren Wirtspflanzen abhängig ist. Ihr fehlt das zur selbständigen
Erzeugung von organischen Kohlenstoffverbindungen („Zucker“) nötige
Blattgrün, ihre Blätter sind stark zurückgebildet oder fehlen
völlig. |
***
14. Mai 2010
Weil es wenig blühende
Pflanzen am Olymp gab, machte ich einen Abstecher ins Vogelschutzgebiet
bei Agathoupoli südlich des Aliakmonas-Deltas. Dort findet man im
Mai eines der buntesten Schildkrötenhabitate. |
***
16. Mai 2010
Fahrt zum Kerkinisee.
Der Kerkinisee allein
ist eine Griechenlandreise wert!
Schon auf der Brücke
über den Strimonas fiel mir der ungewöhnlich viel Wasser führende
Fluss auf. Als ich dann auf dem Damm westwärts fuhr, staunte ich nicht
schlecht. Das Niveau des Flusses reichte bis an den Weg hinauf. Links sehen
Sie einige Inseln und Bäume. Dort ist das normale Flussufer. Bis dorthin
sind es ca. 80 m und normalerweise ist das trockenes Weideland. Ich habe
auch schon dort am Flussufer übernachtet, werde das aber nie mehr
tun, denn wenn es in Bulgarien - links hinter den Bergen - stark regnet,
kann der Strimonas schnell gefährlich anschwellen. |
***
17. bis 30. Mai 2010
Weiter westlich strömte
das Wasser vom Fluss ins sonst trockene Weideland. Im normalen Zustand
ist das Niveau des Flusses wesentlich tiefer als das Land.
Jetzt war es fast einen halben
Meter höher.
-
Flüsse faszinieren
mich. Ich finde es immer sehr merkwürdig, dass es überhaupt Flüsse
gibt. Wassermassen, die einfach unaufhaltsam vorbeifliessen. Wasser, das
sich ein Bett gräbt und die sich dauernd bewegenden Landmassen stetig
weg erodiert.
Wie ins Feuer, kann ich
stundenlang in einen Fluss schauen, einfach nur schauen, ohne was zu denken
- sofern das möglich ist.
-
Alles fliesst: panta rhei! |
***
Am Strimonas.
..... lesen, schauen und
träumen.... und im Laufe des Tages immer schön im Schatten
bleiben. |
***
An mehreren Tagen tobten
nachts heftige Gewitter. Zum Glück nicht von Sturmböen begleitet
wie es am Beles Gebirge oft vorkommt.
Es war schön, im
Schlafsack liegend, das Prasseln des Regens aufs Zeltdach und auf die Zeltplane
zu hören, begleitet vom lauten Quakkonzert der Millionen Frösche
in den nahen Sümpfen.
Das Frühstück
nahm ich dann jeweils unter meinem improvisierten Dach ein und genoss den
Gesang des Mönchs vom nahen Kloster auf der anderen Flussseite. Die
Sonne trocknete Zelt und Boden schnell. |
***
Michael und Carmen Scharf
(M&C) hatten mich auch dieses Jahr am Kerkini besucht und brachten
mir (kostenlos) Feta und Äpfel mit. Michael wirkt immer sehr bescheiden,
macht aber mit seiner Superkamera klammheimlich sagenhaft tolle Bilder.
Mehr hier
(Bild von Carmen.) |
***
| Nach einem heftigen Gewitter
am Abend riss kurz vor Sonnenuntergang der Himmel für wenige Minuten
auf und es bildete sich ein grell leuchtender Regenbogen über dem
See. Fast kitschig schön. |
***
24. Mai 2010
Wie schon in den letzten
Jahren leben am Kerkinisee immer noch sehr viele Rosapelikane, Kormorane,
Zwergscharben, alle Arten von Reihern und was mir dieses Jahr auffiel,
sehr viele Seeschwalben. Ich konnte ihnen täglich zuschauen, wie sie
über den Sümpfen rüttelten, dann blitzschnell niedersausten
um einen kleinen Fisch aus dem Wasser zu ziehen.
Auch die seltenen schwarzen
Sichler mit ihren krummen Schnäbeln konnte ich dieses Jahr viele sehen. |
***
| Auch Rallenreiher konnte
ich wie jedes Jahr viele beobachten. Eigenartigerweise sind sie im Flug
schneeweiss. Hier im Bild, bei der Futtersuche im Sumpf. Sie fressen Frösche,
Käfer, Würmer und andere Amphibien und auch ab und zu kleine
Fische. Weil sie im Prachtkleid etwas braun sind, nennt man sie auch Semmelreiher. |
***
Ein schönes Stimmungsbild!
Ein Bienenfresser auf
dem Ast eines blühenden herrlich duftenden Christusdorns. Meist sitzen
sie eher auf hoher Warte. Der sehr stachelige dornenbewehrte Strauch wird
auch manchmal vom Weidevieh gefressen.
Was man nicht sehen, und
ich auch nicht beschreiben kann, ist der Duft und auch das Gesumme der
unzähligen Bienen. Kann man Düfte überhaupt beschreiben?
Seit zehn Jahren kenne
ich diesen kleinen Baum, aber erst dieses Jahr konnte ich ihn blühend
erleben.
-
Letztes Jahr im Juni sah
ich im Piniosdelta hunderte dieser Büsche in voller Blüte.
mehr
hier |
***
Auf den gegenüberliegenden
Dämmen beobachte ich oft Ornithologen, die meist in Gruppen anreisen
und nur einen Tag bleiben. Dann sehen sie natürlich nur das, was sich
an diesem Tag zeigt. Sie wollen nur Vögel sehen, sie in ihrer Liste
abhaken und dann daheim davon erzählen.
Zwei Engländer kamen
mal kurz zu mir und wollten wissen, ob ich den Rosastar (Sturnus roseus)
entdeckt hätte, der sei nämlich hier gesichtet worden.
-
Theodoros Naziridis habe
ich auch dort auf dem Damm gesehen; er hat wie ich, ein Panda-Signet
auf seinem Auto. |
***
Sie sehen keine Möwen!
Das sind Pelikane mit
gegen 3 m Flügelspannweite, die sich ohne Flügelschlag in der
Thermik hochschrauben. Pelikane gehören zu den grössten flugfähigen
Vögeln der Welt. Sie tun das entweder aus reiner Lust am Fliegen oder
um Höhe zu gewinnen um dann mühelos zu anderen weit abgelegenen
Seen, wie zum Beispiel den Prespa- oder den Volvisee zu gelangen, wo sie
ihre Jungen aufziehen oder wo es mehr Fische gibt. |
***
| In der halb verfallenen
Hütte neben meinem Camp brüteten auch dieses Jahr Rauchschwalben.
Die Jungen waren gerade ausgeflogen und, wie wenn sie auf mich geprägt
wären, zeigten sie keine Scheu. So konnte ich sie von ganz nahe fotografieren.
Ich befürchtete nur, dass sie ihre Stoffwechsel-Endprodukte auf meinen
Schlafsack fallen lassen, den ich täglich auf einer Leine zum Auslüften
aufhängte. Meine Befürchtungen waren gerechtfertigt. |
***
Rosapelikane vor dem Hintergrund
des Belesgebirges.
Man erkennt die Art im
Gegensatz zu den Krauskopfpelikanen an den kontrastreichen schwarzen Unterflügeln,
die sich deutlich gegen die weissen Schwungfedern abzeichnen. |
***
| So viele Wollschweine
gab es früher hier nicht. Sie schwimmen vom anderen Ufer, wo sie hingehören,
morgens täglich über den Fluss, um zum Ärger des Besitzers
der Wasserbüffel, hier zu weiden. Aber nicht nur deswegen ärgert
er sich. Sie wandern im Laufe des Tages immer weiter ostwärts, bis
sie zu den Ställen der Büffel kommen, wo sie sich an deren Futter
gütlich tun und mit ihren Rüsseln alles durchwühlen und
umgraben. Der Büffelbesitzer kommt dann jeden Abend im Picup mit einigen
Hunden und jagt die Viecher wieder über den Fluss zurück. Am
nächten Tag sind sie wieder da! |
***
| Das Hochwassers hat viele
Bruthöhlen der Bienenfresser zerstört. Sie haben aber sofort
neue Höhlen gegraben, und zwar sorglos oft direkt am Wegrand, wo sie
von den Picups der Fischer leicht zerstört werden können. Es
ist schon eindrücklich, wie die kleinen Vögel diese Höhlen
graben. Letztes Jahr habe ich eine gemessen: 1.8 m war sie tief. |
***
| Dieses stark vergrösserte
Insekt ist ein Exemplar von Millionen Anderen am Kerkinisee. Zum Glück
sind es keine stechenden Moskitos! Die Grösse ist etwa 10 bis 15 mm.
Ein immenses Futterangebot speziell für Insekten fressende Vögel
wie zum Beispiel die vielen Bienenfresser hier. |
***
26. Mai 2010
Blühende Kermesbeere
am Strimonas. Der Strauch wird hier nie gross und trägt auch nie Früchte,
da die Pflanze liebend gern von den weidenden Kühen und Büffeln
gefressen wird. |
***
Täglich wanderten
hunderte Wasserbüffel an meinem Camp vorbei und ich hatte Zeit und
Musse, sie zu beobachten. Ich weiss immer noch nicht, ob sie wie Kamele
im Passgang gehen oder nicht. Dieses Tier im Bild ist zweifelsfrei im Passgang,
aber beim Weiden bewegen sie sich ganz normal, wie andere Kühe.
Wer weiss mehr? |
***
Abendrot am Strimonas.
Zeit ins Zelt zu gehen,
Schlafsack schliessen und dem Froschkonzert, dem Grunzen, Bellen, Stöhnen
und Zischen der Reiher und Pelikane zu lauschen. Wer nie hier am See die
Nächte verbracht hat, kennt diese kaum zu beschreibenden Geräusche,
dieses Naturkonzert nicht. |
***
|
28. Mai 2010
Vollmond überm
Kerkinisee
vergesse ich nie.
|
***
| Langweilig wurde es mir
nie, auch wenn sich mal keine oder nur wenige Vögel zeigten. Libellen
leben hier in grosser Zahl. Im Bild: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx
splendens) |
***
| Heidelibelle (Sympetrum
vulgatum). Eine sehr schöne Grosslibelle. |
***
| Paarung zweier Azurjungfern
(Coenagrion). Dabei entsteht das für Libellen typische Paarungsrad.
Alle drei Libellenarten und noch einige mehr fand ich nahe beieinander
im selben Gebüsch am Fluss. |
***
| Der Mann im Suzuki kam
zweimal vorbei, um die Verschmutzung des Wassers zu kontrollieren. Je nach
der Art der Verschmutzung werden Schutzmassnahmen getroffen. |
***
***
| Während mehreren
Wochen sammelte eine Gruppe alle Abfälle ein. Und zwar wirklich alle!
Zu Fuss mit hohen Gummistiefeln, und in den Sümpfen vom Boot aus .
Auch flussaufwärts oberhalb der Strassenbrücke bei Vironia waren
sie aktiv. Im Bild Mittagsrast der fleissigen Reinigungstruppe. |
***
Die vollen Müllsäcke
wurden mehr oder weniger fachmännisch abgeführt und am Hauptdamm
zwischengelagert. Es warten schliesslich einige hundert Müllsäcke
auf den Abtransport.
Bernd der einige Wochen
später auch hier war, sah die Säcke immer noch dort liegen. Inzwischen
von Tieren zerrissen und der Wind bläst den Müll wieder in die
Sümpfe und in den See. :-(-
Vielleicht denken die
Griechen die Bulgaren sollen ihren Müll selbst abholen, denn der Strimonas
schwemmt das Zeug von Bulgarien herunter. Die haben aber kein interesse.
Anderseits fehlt vermutlich auch die Möglichkeit die tausend Müllsäcke
artgerecht zu entsorgen. |
***
| Michael Scharf hat das
Müllboot mit seiner Superkamera fotografiert, das ich auch einige
tagelang mit meinem Spektiv beobachtet hatte. |
***
| Alle Schweine können
schwimmen, und Wollschweine ganz besonders gut. Auch die kleinen Ferkel
schwimmen problemlos über den Fluss. |
***
| Als das Wasser des Strimonas
langsam wieder den Normalpegel erreicht hatte, zeigten sich auch die Vögel
wieder am Fluss. Vorher waren leider keine zu sehen, was ich sehr vermisst
hatte. Jahre zuvor flogen täglich riesige Schwärme noch vor Sonnenaufgang
flussaufwärts. Ein Fischer erklärte mir, dieses Jahr sei der
Fluss zu stark und zu schnell angeschwollen, sodass fast keine Fische,
das Nahrungsangebot der Vögel, den Strimonas hinauf kamen. |
***
Zum Leidwesen der Fischer
leben viel zu viele Kormorane am See, und sie vermehren sich stark. Ich
kann kaum glauben, dass alle genug Futter finden.
Aber die Fischer hier
fangen trotzdem Fische. Einige haben mir grosse Fische angeboten, die sie
noch lebend in mehreren Kisten im Picup dabei hatten.
Es ist nicht so, dass
man keine Fische mehr fängt. Es hängt vermutlich von der Fangmethode
ab. Der traditionelle Fischfang mit altertümlichen Geräten bringt
nichts.
Nach Ablauf der Schonfrist
am 20. oder 23. Mai habe ich beobachtet, wie die Fischer tagelang ihre
vielen Netze und Reusen im See verankerten. Und sie kamen täglich,
um den Ertrag abzuführen. Ich habe auch beobachtet, wie Reiher, Kormorane,
Pelikane und Seeschwalben in kurzen Abständen Fische aus dem Wasser
zogen. |
***
28. Mai 2010
Fast unheimlich rumorte
es in der zerfallenen Hütte neben meinem Camp. Als es mir zu bunt
wurde, schaute ich nach und fand den Geist: Kaum zu glauben, eine Schildkröte! |
***
Als ich sie am anderen
Morgen herausgeholt hatte, machte ich dieses Bild:
Eine schöne alte
Maurische Landschildkröte! |
***
| Das frisch geborene Kalb
folgte hurtig seiner Mutter. Als die ganze Herde dann durch den Fluss schwamm,
schwamm es problemlos mit. |
***
Mein Freund Mr. Buffalo.
Ihm gehören fast
alle Wasserbüffel hier am Süddamm.
Im Sack bringt er mir
zwei wunderschöne grosse Büffelhörner, die jetzt an der
Wand meines Autounterstandes hängen. Er erzählte mir viel über
seine Tiere, über den Ärger mit den Wollschweinen des Nachbars
und über frühere Zeiten, als der See noch nicht so hoch gestaut
war, und hier noch Schakale lebten. |
***
1. Juni 2010
Nachdem ich noch eimal
bei Bernd Pitzer und zwei Tage im Hotel Lefkes war, beschloss ich in den
Pindos Nationalpark zu fahren.
Der Tag der Abreise begann
schon recht komisch. Ich hatte das Frühstück auf 8 Uhr bestellt.
Das sollte Despina, der Wirtin, keine Probleme machen, denn ich brauche
nur kalte Milch, heissen Kaffee und wenn vorhanden, etwas griechischen
Joghurt. Frühstücksflocken habe ich immer dabei.
Bis 9 Uhr aufs Frühstück
zu warten, wenn mich schon um halb sieben die Sonne weckt, gefällt
mir nicht.
Aber gerade an diesem
Tag weckte mich die Sonne nicht. Alles total wolkenverhangen. Ich hätte
mich darum fast verschlafen. Despina ging es gleich. Sie konnte gerade
noch ihren Jüngsten wecken, der zur Schule musste.
Beim Frühstück
meinte Despina vielsagend: In Metsova im Pindos regnet es.
Sie wusste, dass ich in
den Pindos wollte.
-
Bereits in Trikala begann
es zu regnen und hinter Kalambaka wo der Aufstieg zum Katarapass beginnt,
kam ich in dichten Nebel. Die kleine Kapelle auf dem Vulkanhügel konnte
ich wegen des Nebels überhaupt nicht sehen. Dort hinauf führt
ein Schotterweg und neben der Kapelle habe ich schon mehrmals Halt gemacht.
Ein paar km weiter steht
eine andere Kapelle südlich der Strasse mit einem grossen Vorplatz.
Rundherum Nebel und Regen.
Dort habe ich unter dem
Vordach Mittagshalt gemacht und beschlossen den Pindos auf nächstes
Jahr zu verschieben. |
***
Dann, oh Wunder, hellte
plötzlich der Himmel auf. Ich nahm die Abzweigung Richtung Krania.
Eine asphaltierte neue Strasse, die mich hoch und höher führte.
Unterwegs begegnete ich Hirten mit grossen Schafherden und etwa zehn riesengrossen
Schutzhunden.
Von Krania fuhr ich locker
weiter auf einer guten Asphaltstrasse bis Milia.
Hier bereits erste Hinweise
auf Bären. |
***
In Mila ging's nicht weiter.
Ein Grieche riet mir eindringlich
ab, von hier nach Perivoli weiterzufahren. Ich müsse zurück bis
Krania. Dort zweige die Strasse ab nach Perivoli.
Auf meiner Karte war das
auch so eingezeichnet und den Wegweiser hatte ich im Vorbeifahren auch
gesehen. Da die Strasse bis hierher asphaltiert war und alle gleich (schön
grün) auf der Karte dargestellt waren, dachte ich, das sei kein Problem.
Also zurück nach Krania.
Dort ein Schild: Perivoli
17 km. Nach wenigen Metern hörte der Asphalt auf.
Bis Perivoli brauchte
ich ca. 2 Stunden! Geröll, Schlamm und gefällte Bäume und
keine Menschenseele, aber traumhaft schöne Gegend. Ich hatte nur Bedenken,
dass ich irgendwann nicht weiter komme und alles wieder zurück muss.
Mein Navi zeigte nur an,
dass ich im Nirgendwo bin. Endlich sah ich die seltsame steinerne Kapelle
bei Perivoli und davor eine Strasse mit Belag. |
***
Östlich von Perivoli.
das auf 1430 m liegt, finde ich eine Griechische Landschildkröte (Thb).
Dass in dieser Höhe Schildkröten leben, ist erstaunlich.
Bernd Pitzer hatte diese
Population hier auch schon gesehen. |
***
| Kurz vor Spileo schlängelt
sich die schmale Strasse hohen Felswänden entlang. Das Verkehrsschild
warnt vor Steinschlag. Wie sinnvoll! |
***
| Spileo liegt auf einer
Aussichtsterrasse mit Blick auf die Berge des Pindos. Von hier aus kommt
man hinunter zur Portitsa-Brücke. |
***
| Nach einer Wegbiegung
sah ich sie weit unten, DIE Brücke, von der Bernd so geschwärmt
hatte. Klein wie ein Kinderspielzeug. |
***
Die Brücke im Abendlicht.
An der senkrechten Felswand
trainierten ein paar Burschen an fixen Kletterhaken.
Einen fragte ich, wie
der Fluss heisst, dessen Name ich nicht zweifelsfrei auf der Karte bestimmen
konnte. Er antwortete, dass er nicht von hier sei und es nicht wisse. Auf
mein Erstaunen meinte er lächelnd, "Vielleicht ganz einfach Spileo-River."
Nach dem Ort hoch oben über den Felswänden.
Auch die Anderen wussten
den Namen nicht. Nachdem sie sich noch eine Weile sehr laut an einem Feuerchen
unterhalten hatten - ich fürchtete schon, das ginge nun die ganze
Nacht so weiter - kam einer zu mir und sagte, das sei der Venetikos-River.
Dann fuhren zum Glück alle im Auto weg.
Hier habe ich übernachtet
und am nächsten Morgen im Flusssand des Venetikos Bärenspuren
entdeckt. |
***
| Da tapste doch tatsächlich
nachts ein Bär um mein Camp herum. |
***
Typisch die eindeutigen
Spuren eines grossen Sohlengängers.
Zum Grössenvergleich:
Ich trage Schuhgrösse 43. |
***
2. Juni 2010
Die Nacht habe ich nahe
bei der Brücke verbracht. Es war fast himmlisch ruhig. Auch in weiter
Ferne störten mich keine Motorengeräusche, was selten vorkommt.
Einfach Ruhe! Weit weg von der Zivilisation. Nur einige Frösche quakten
unten am Fluss.
Es war kühl, nur
8.7 Grad. Da tat heisser Kaffee gut.
Dann ging ich etwa sieben
Mal zur Brücke und in die Mitte des Flussbetts, um die in der Morgensonne
leuchtenden Felswände im besten Licht zu fotografieren.
-
Wie kann sich ein Fluss
durch so eine gewaltige Felswand hindurchfressen?
Ganz einfach, der Fluss
war vorher da!
Während sich die
Berge infolge der Plattentektonik langsam erheben - wenige Millimeter pro
Jahr - hat der Fluss genug Zeit sich seinen Weg immer wieder freizuerodieren. |
***
| Zum Abschied zeigte sich
Zeus.... Mit
Augenbrauen, Bart und Kopfhaar. |
***
| Auf der Autobahn durch
den Pindos sah ich Warnsignale, abwechselnd in Griechisch und Englisch:
Achtung Bärenhabitat! Geschwindigkeit mässigen! |
***
2. Juni 2010
Wieder am Meer.
Abendstimmung an der albanischen
Grenze nördlich Igoumenitsa / Sagiada. |
***
3. Juni 2010
Gewitterwolken am letzten
Abend über dem Hafen von Igoumenitsa. |
***
4. Juni 2010
Mit kleiner Verspätung
kommt die Fähre, schluckt uns alle. Es ist bereits meine 20. Fahrt
mit Minoan-Lines, also an Bord nichts Neues. Im Abfertigungsgebäude
am Hafen habe ich mir noch ein paar Flaschen Malamatina besorgt. Die werde
ich dann zum Essen im Selbstbedienungsrestaurant geniessen. |
***
5. Juni 2010
Touristen, die nur Deckpassage
gebucht haben, legen sich nachts leider einfach in die Gänge
vor den Kabinen. |
***
5. Juni 2010
Einfahrt in Venedig um
08 Uhr (griechische Zeit 09 Uhr).
Blick in den Canale Grande.
Ich hatte in allen Jahren das Glück, in Venedig schönes Wetter
zu haben. Bei guter Sicht kann man vom Sonnendeck aus manchmal sogar bereits
die schneebedeckten Alpen sehen.
Ganz langsam fährt
die Fähre links durch den 'Canale della Giudecca' zum Anlegeplatz.
Das ist jedesmal beim Aus- wie beim Einlaufen ein herrliches Schauspiel. |
***
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Fragen, Tippfehler
oder Bemerkungen bitte hier!
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