| Diese Bauruine - es sollte ein Thermalbad
werden - liegt am Ende des Küstenwaldes von Strofylia südlich
Kalogria. Zwei junge Leute betrieben noch 2001 eine kleine Taverne
mit "fresh fish", wie es Griechen für Touristen anschreiben. Jedes
Jahr fahre ich dorthin, leider vergeblich. Die Taverne gibt's nicht mehr.
Auch dieses Jahr, war alles zu. Doch da muss was sein, dachte ich, denn es roch verführerisch nach gegrillten Fisch. Langsam ging ich ums Haus herum und machte mich, weil kein Mensch zu sehen war, mit "hallo" und "jassou" und "kalimera" bemerkbar. Da beugte sich jemand über die Brüstung im ersten Stock und ich machte mit bescheiden fragendem Blick das Zeichen für "Essen??". Kaum zu fassen, der Mann winkte mich rauf. |
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Dort waren fünf Männer. Drei sassen auf wackligen Stühlen, einer wendete kleine Sardinen auf dem Grill und der fünfte, ein Fischer, wie ich erfuhr, bestückte Netze. |
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An der Wand standen Bottiche mit vielen
Fischstücken an Angelhaken, die ein Fischer mit flinken Fingern bestückte.
- Man schleppte schnell Stuhl und Tisch heran. Weil der Tisch aber zu schmutzig war, um ihn mir zuzumuten, holte man rasch einen etwas weniger dreckigen, den man mit Haushaltpapier notdürftig reinigte. Alle waren barfuss und umwerfend nett. Eine schwarz gekleidete Frau sah ich nur einmal ganz kurz, dann waren wir Männer unter uns. - Der Mann am Grill legte duftende Sardinen auf ein Stück Papier vor mich, schnitt Brot ab und schenkte leichten Wein ein, den man extra für mich auf den Tisch gestellt hatte. Man sah mir sicher an, dass dies meine Leibspeise ist. Ich ass mit Hochgenuss Fisch um Fisch, nach griechischer Art mit Kopf, Schwanz und allem drum und drin. |
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| Schliesslich fragte ich, was ich schuldig
sei. Derjenige, der englisch sprach, sagte: "Nichts!"
Ich antwortet: "Doch, ich möchte etwas geben". Da schaute er mich an, und machte folgenden Vorschlag: "Entweder Zweitausend Euro oder nichts"! |