| Ich hatte den Wunsch, einmal die Rintomo-Schlucht
zu sehen. Aber wo finde ich sie? Ganz einfach sagt Jannis: Kurz vor
Kalamata überquert die Strasse auf einer breiten Brücke einen
Fluss und unten sieht man wie ein Spielzeug die alte Steinbrücke.
Dort ist sie die Schlucht.
Gesagt, getan. Unten sehe ich einen Nissan 4x4 PicUp auf einem steilen Schotterweg neben dem Bachbett. Ob ich da auch hinunterkomme? Kaum gedacht, holpert der Nissan herauf. Ich stoppe ihn und frage, ob das DIE Schlucht sei, und ob ich da runterfahren könne. Der Grieche, ein sympathischer Bursche guckt mein Vehikel an, und gibt mir zu verstehen, dass das ganz gut gehe. Mit Händen und Füssen - er kann nicht englisch und ich nicht griechisch - versuche ich ihm klar zu machen, dass ich die enge Klamm suche, wo ein riesiger Stein eingeklemmt sein soll. Er versteht und sagt, da müsse ich drei Stunden im Bachbett hinauf gehen. Dann entschliesst er sich anders. Gibt mir zu verstehen, er fahre voraus, ich solle ihm folgen. |
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Zurück geht's ca. 10
km nach Kambos und dann weitere 5 km nach Kendro Richtung Taýgetos-Gebirge.
Mitten in der Wildnis hält er an, zeigt weit hinten in die Berge und sagt, dass dort die Schlucht sei, die ich suche. (Siehe Pfeil im Bild) - Ich danke ihm für seine Mühe. Er wendet und fährt wieder zurück. |
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Wie nicht anders zu erwarten finde ich
die Schlucht nicht. Auf einsamen Wegen fahre ich hin und her, rauf und
runter, bis mir dort wo kein Ausweichen möglich ist, ein Nissan Picup
entgegen kommt. Scheibenkleister!
Lachend steigt Sokrates aus - es war derselbe, der mir den Weg gezeigt hatte - und gibt mir zu verstehen, ich solle zurück fahren, er zeige mir den Weg. Er hatte richtig vermutet, dass ich mich hier verfahren könnte. - Kilometerweit musste ich zurück, durch Pfützen und Schlamm, über Schotter und Geröll und alles nur mit Hilfe der Rückspiegel, weil ich den Wagen hinten randvoll geladen hatte. Auf der Ladebrücke des Picup stehen zwei grinsende Burschen, von denen einer englisch kann. Sokrates hat sie gesucht und zum Dolmetschen mitgenommen. |
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Als wir endlich aneinander
vorbei können, fährt er auf halsbrecherischen Wegen voraus, bis
es nicht mehr weiter geht.
"Da unten sei die Schlucht, ich könne nun Fotos machen." - Erstens war da nicht die Klamm, die ich suchte und zweitens war es bereits zu dunkel. Mit meinem Garmin stellte ich fest wo wir waren und markierte den Ort auf der 1:50'000 -er Karte, damit ich ihn morgen wieder finde. Die Burschen versicherten mir, dass ich auf der Geröllpiste noch ein paar hundert Meter fahren könne, aber dann ginge es nur noch zu Fuss bis zur Klamm weiter. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit den drei jungen Griechen, und sie freuten sich, dass sie einem alten Mann behilflich sein konnten. Ich machte mich auf den Rückweg, um einen geeigneten Uebernachtungsplatz zu finden. |
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![]() Man beachte die beiden Wanderer (zwei Engländer) unter dem Stein, um das Grössenverhältnis zu erkennen. Wanderern begegnet man höchst selten, und mir war's etwas unheimlich zumute, als ich später mutterseelenallein da unten war. |
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