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 Griechenland April - Juni 2004
Mit dem Kajak in den Wetlands Griechenlands.
Lagune von Kalógria, Piniósdelta und Strimónas-Kerkínisee. 
Auch 2004 habe ich einige hundert Fotos gemacht. Auf dieser Seite beschränke ich mich auf Bilder aus meinem Kajak, denn Bilder von Schildkröten, Blumen und archäologischen Stätten findet man in meinen vorherigen Reisen genug. Alle Bilder sind stark komprimiert. Wer ein Bild in besserer Auflösung möchte, bitte fragen. Kopieren mit Quellenangabe gestattet. 
 
Bild SECUMAR
Noch vor Sonnenaufgang fahre ich Ende April los Richtung Süden. Teilweise liegt noch Schnee an den Strassenrändern 
Ziel: Venedig - Griechenland-Patras

Dieses Mal ist es etwas Besonderes, hab ich doch ein aufblasbares Kajak bei mir. Sieht aus wie ein Krokodil mit seiner Wetlands-Camo Tarnfarbe. Die Aussenhülle ist aus abriebfestem Neopren. 
Ausgerüstet mit Gurtspanner zum Verstauen von Gepäck und wasserabweisender Spritzdecke. 
Gewicht: 12.8 kg 
Länge:  3 m 

Secumar by Stearns: 
 

.....zusammengefaltet hat es Platz in einer 
Packtasche von 62 x 50 x 21 cm. 
** 
Habe mir lange überlegt, ob ich in meinem Alter noch so ein Sportgerät anschaffen soll. 
Es hat sich gelohnt, wie der folgende Bericht zeigt.
 
In der Kalógria Lagune
 
Bei Kalogria findet man nicht nur riesige Sanddünen, fast unberührte Strände und einmalige Küstenwälder, sondern auch zwei Flüsse, die teilweise ins Meer münden. 
Wegen der starken Schilfbewachsung ist ein Zugang von Land kaum möglich. 
Mein Lieblingsgewässer hat oft keinen Abfluss ins Meer und ist deshalb eher eine 6 km langen Lagune. 
Aber voller Leben. 
Landschildkröten am Ufer, Wasserschildkröten sonnen sich auf Totholz, Frösche sind zum Greifen nah, und Schlangen schlängeln sich elegant neben dem Boot durchs Wasser. 

Im Bild die Einfahrt zu meiner Lagune.
Schon nach wenigen Metern fahre ich mit leichten Paddelschlägen unter den Ästen tiefhängender Bäume immer weiter in das einsame Wasserparadiesn hinein. 
Dazwischen anhalten, warten, schauen. 

Meist sind es ca. 4 Stunden, die ich für diese Trips benötige.
Mit dem Feldstecher suche ich das Totholz am Ufer ab.
Hoppla, da sonnt sich ja eine Sumpfschildkröte
Immer wieder entdecke ich Kaspische und Europäische Sumpfschildkröten, die sich auf den Ästen sonnen. 
Bei der kleinsten Bewegung lassen sie sich ins Wasser fallen. 
Da braucht es Zeit und Geduld, bis sie wieder auftauchen, und um nahe heran zu kommen. 
Habe ja nur eine einfache Kamera ohne weitreichendes Zoom.
Immer dichter wird das Schilf. 
Zuletzt muss ich mich an den Stengeln weiterziehen, denn fürs Paddel fehlt der Platz.
 
Da entdecke ich eine Viper, die sich horizontal auf einem Schilfstengel aufgeringelt hat. 
Das Meiste kann ich nicht fotografieren, die Tiere sind viel zu schnell weg.
 
In den Sümpfen des Piniósdeltas
 
 
Die sonst trockene Furt ins Delta. 
In der Dachbox ist mein Kajak immer dabei. 
Beide Fotos Jörg Navrade
Bernd machte gerade eine Bootfahrt mit Teilnehmern an einer Naturexkursion. 
Da ich wusste, wann und wo sie mit ihrem Kanu kommen, lauerte ich ihnen auf und überraschte sie mit meinem Kajak. 
Bernd war platt und sprachlos. Damit hatte er nicht gerechnet. 

Ich hatte recht Mühe, ihnen zu folgen. 
Vier Paddler sind schneller als ich.
Gewisse Zaungäste können einen ganz schön erschrecken. 
Mal ein freilebendes Pferd, mal ein Rind im Ufergebüsch.
Hier geht's nicht mehr weiter.
 
Am Strimonas und in den Wetlands des Kerkinisees
 
Mein Hauptziel: Kerkinisee! 
Kormorane und Pelikane fischen gemeinsam. 
Erstere tauchen und treiben die Fische hoch und die grossen Pelikane fischen sie dann mit ihren Riesenschnäbeln heraus. 
 
 
Im Mai blühen am Ufer unendlich viele Tamarisken.
Vom Fluss aus sehe ich Würfelnattern die sich am Ufer sonnen.
Rinder, die durch überschwemmte Weiden platschen. 
manchmal bis zum Auspuff im Wasser.
Neben Schlangen sonnen sich sehr viele Smaragdeidechsen am Ufer.
juvenile Smaragdeidechse
Wenn sich der Himmel morgens rötet ziehen bereits Tausende Kormorane, Löffler und Pelikane flussauf- und abwärts. 
Oft sind die Formationen mehrere Hundert Meter lang. 
Ein eindrückliches Bild.
Da hab ich ihn erwischt, den scheuen Nachtreiher
Bienenfresser sitzen oft zu zweit auf einem blühenden Tamarisken Busch.
Dass Pelikane sehr gute Thermikflieger sind, wusste ich nicht. 
Oft kreisen sie hoch und höher, immer weiter, bis ich sie selbst mit dem Feldstecher nicht mehr finden kann. 
Und dann Wohin? Vielleicht zum Prespasee, wo sie brüten? 

Andrea Bonetti erklärte mir, dass dies oft ein Zeichen sei für einen nahenden Wetterumschwung. 
Vielleicht hat er recht, denn am anderen Morgen waren die Berge im Norden weiss. - 
frisch verschneit - und das am 10. Mai. 

Seit ich diese Riesenvögel mit 3 m Spannweite habe fliegen sehen, tun mir alle Pelikane leid, die mit gestutztem Flügel in einem Zoo dahinvegetieren müssen.
Stimmung am Kerkinisee
Mausloch? 
Nein die Höhle eines Bienenfresserpaars.
Wasserbüffelherden schwimmen stromaufwärts an mit vorbei.
Da guckt einer nicht gerade sehr freundlich.... 
Hat sicher noch nie einen Menschen im Kajak gesehen. 

Scheinbar rieche ich friedlich....   er lässt mich in Ruhe.
Eine warme schwarze Plastikfolie am Ufer ist ein idealer Platz zum sonnen.
Bienenfresserpaar vor ihrer Höhle
mit dem Kajak pirsche ich mich ganz nahe an eine Sumpfschildkröte heran. 
Der Prachttaucher hat mich in meinem Tarnkajak erst im letzten Moment wahrgenommen. 

So langsam und lautlos wie ich mich im Kajak angeschlichen habe, so ziehe ich mich selbstverständlich auch wieder zurück, um das Brutgeschäft nicht zu stören.
Ganz langsam nähere ich mich dicht unter den Bäumen im Wasser den fischenden Vögeln 
-. 
Und dann plötzlich starten alle auf einmal. 
Das Wasser kocht durch die heftigen Flügelschläge, man hört nur noch das intensive Klatschen der Flügel auf dem Wasser, mir klopft das Herz. 
Nach wenigen Sekunden sind alle in der Luft und landen mit gespreizten Füssen ein paar hundert Meter weiter weg wieder im Wasser. 

Und schon ist der ganze Spuk vorbei.
***
2 Abschiedsbilder vom Kerkinisee: 
Fischer und Seerose im Morgenlicht.

Es war traumhaft schön mit meinem Krokodil...

ENDE
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