An alle Paten, Spender, Gönner und Helfer von O Aetos! - Der Olymp ist verschneit.............; so begann mein Jahresbericht von 2007. In diesem Jahr ist er ebenfalls tief verschneit, leider sehen wir ihn nicht, es regnet und regnet seit vielen Tagen und nimmt kein Ende. Flüsse und Bäche treten über die Ufer und man meint, dass die Trockenheit des vergangenen Sommers ausgebügelt werden soll. Die Stromspannung unsere Solarbatterien haben den Tiefststand in diesem Jahr erreicht, und ich muss mich mit den Computerarbeiten kurz fassen. Draussen gibt so viel zu tun; die Gehegeerweiterung muss dringend gemacht werden, die Treppe, die zum zukünftigen Keller führen soll, muss betoniert werden, und das Fundament für den Behandlungsraum muss gegossen werden – aber nichts geht. Zum Glück haben wir genügend ungelesene Bücher im Haus :-) - Gerne würde ich, nach den Feuerkatastrophen vom vergangenem Jahr, mal wieder was Positives schreiben, aber ich weiss tatsächlich nicht, wie ich es optimistisch klingen lassen soll. Ich versuche es mit Nüchternheit. - 1. Fast alle privaten Tierschutzorganisationen sind geschlossen- und verboten worden. Die Tiere sind beschlagnahmt, keiner weiss, was mit ihnen passiert ist. Argumentation des Staates: „Es kann nicht jeder einfach wilde Tiere zu hause aufnehmen“! - 2. Das einzige staatliche Tierauffanglager auf der Insel Egina (Hellenic Wildlife Hospital, HWH), dem wir unterstellt sind, ist noch immer auf Talfahrt, oder besser gesagt, ist auf der Talsohle angekommen. Dort gibt es kein Geld mehr, und der einzige, der das Zepter in der Hand zu halten glaubt, (ich kann keine Namen nennen) ist „Mein alter Freund“, mit dem ich mich schon vor Jahren in der Wolle hatte, der Tiere sammelt, alles verkommen lässt, der alltäglich die verstorbenen Tiere in Plastikbeutel einsammelt. Seitdem vor vier Jahren der Staat, und somit dann auch die EU, die Gelder für den Erhalt des HWH gestrichen hatten, löste sich das Team dort auf, und die Regierung versprach sich sofort um einen neuen, kompetenten Direktor zu kümmern. Bis heute ist das nicht passiert. Argumentation der zuständigen Behörde in Piräus: „ Wir haben noch keinen geeigneten Mann gefunden“! Also sterben die Tiere weiter. - 3. Der Verein „ Freunde von Egina“, der das HWH bis vor einigen Monaten unterstützte, ist auch nicht mehr bereit, den Wahnsinn zu finanzieren und hat sich aufgelöst. Nun bittet der ehemalige Verein uns um Hilfe. Laut Augenzeugenberichten sollen im HWH die Schildkröten in Plastikboxen übereinander im eigenem Kot leben. Die Volieren sollen völlig verkotet sein, und „Mein alter Freund“ soll leicht neben der Kappe laufen und mit einigen Papageien auf der Lenkstange mit seinem Bike durchs Dorf fahren. Ich weiss nicht, ob das alles stimmt, was mir erzählt wird. Der Sache müsste dringend nachgegangen werden, aber leider kann das keiner von uns machen. Seitdem ich vor einigen Jahren einen grossen Teil der Schildkröten aus dem HWH entwendet hatte, um sie auszuwildern, kann ich mich dort nicht mehr blicken lassen. Seitdem ist ER „Mein alter Freund“! Zur Erinnerung einige Fotos von gesunden und kranken Schildkröten in Plastikboxen beim HWH in Egina, bevor ich die Tiere befreite beziehungsweise in unsere Station übersiedelte.
![]() - Das Elend, welches ich euch auf den Seiten zuvor einfach zeigen musste, soll noch schlimmer geworden sein. Ich stecke nun in der totalen Zwickmühle; einerseits ist sofortiges Eingreifen von Nöten, anderseits kann ich mir keinen „gesetzlichen Seitensprung“ mehr leisten. Der Gesetzeshüter hat ein Auge auf mich geworfen, und meine eisernen Geldreserven, die eigentlich meine schmale Rente mal aufbessern sollten, schrumpfen dahin. Die beschlagnahmten Autos und die Geldstrafen machen mir zu schaffen. - Und dennoch; was ich brauche, ist ein aktueller Bericht mit Fotos von der jetzigen Situation im HWH auf der Insel Egina. In meinem Kopf braut sich was zusammen, worüber ich mit Wilf noch verhandeln muss. - Nun muss ich zum Ende kommen, die Solarbatterien brauchen, wie wir, mehr Sonne! - Noch ein paar gute Nachrichten: - Das Jahr war, abgesehen von finanzieller Pleite, sehr gut. Die Exkursionen im Frühjahr haben Spass gemacht, und wir konnten auch wieder Schildkröten aus der Gefahrenzone in Neu Pori umsiedeln. Wir mussten allerdings einige Tricks anwenden, da wir wieder aufgefallen waren. Aber meine Exkursionsgäste konnte nichts erschüttern, wenn es um die Rettung von Tieren ging. - Es konnten wieder über 20 Schildkröten als geheilt ausgewildert werden - Der Keller, der unter der vorhandenen Terrasse gegraben- und betoniert wurde, ist beinahe fertig. Endlich ein kühler Platz im Sommer für Futter für Mensch und Tier ;-) - Das Gartenjahr war trotz der Mäuse- und Rattenplage letztendlich doch noch gut. Unsere Helfer, die wieder zahlreich und motiviert waren, konnten sich zum einem Teil vom eigenen Gemüse, Eiern und ab und zu von einem Hühnerbraten ernähren. - Und nun zu dem finanziellen Teil:
Folgende Arbeiten und Ausgaben sind für 2009 geplant:
- Alle Paten, Gönner und Spender bitte ich, uns treu zu bleiben, auch wenn die wirtschaftliche Situation in unseren Breiten nichts gutes verspricht. Es wäre schade, wenn auch die Tiere noch darunter leiden müssten. - -
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