Jahresbericht 2007
***
O AETOS 
GR – 60065  Platamonas / Pieria 
Greece 
Tel.       0030 23520  444 64
    Mobil: 0030 6972 45 34 95 
 www.oaetos.de


An alle Paten, Spender, Gönner und Helfer von O Aetos!  
 Platamonas 12. 12. 2007 
-  
Der Olymp ist verschneit, das Wetter erlaubt es, einige Stunden an manchen Tagen draussen zu arbeiten – es wird eindeutig Winter und Zeit für den Bericht über ein abwechslungsreiches, von Feuerkatastrophen überschattetes Jahr – man macht der Natur systematische den Garaus. 
Ich selbst konnte mich von einigen Bränden westlich des Olymps überzeugen – der Anblick der verbrannten Erde wirkte auf mich wie ein Krieg, den die Natur verloren hat. Zum Glück blieb, bis auf kleine Brände, die Olymp- und Ossaregion verschont. Auf der Peloponnes allerdings, war man (Mann) gründlicher, systematischer und erfolgreicher. Ich berichtete über die Machenschaften ausführlich in den NEWS. 
Auf der Station hatten wir uns auf eine Flut von verbrannten Schildkröten eingerichtet. Da wir Platz brauchen, wurden Dauergäste, die bei uns ihr leben fristen und nicht ausgewildert werden können, in gute Hände gegeben – die gibt es hier auch! Entsprechendes Verbandmaterial und Medizin – unser Vorrat hätte nicht ausgereicht – wurde uns von verschiedenen Gönnern gespendet und zugeschickt – DANKE! 
Und dann geschah das unglaubliche, weder wir, noch die beiden Auffangstationen in Athen erhielten nicht eine einzige verletzte Schildkröte aus der Katastrophenregion. Benny, der vor Ort das Chamäleonschutzprojekt leitet, war mit seinen Helfern im Brandgebiet unterwegs. Alles was sie vorfanden war Verwüstung und Tod. Unzählige Populationen sind völlig ausgelöscht. Die Autobahn, die Ferienanlagen und die Tennisplätze können nun endlich gebaut werden. Die „Natura 2000“ Gebiete sind verwüstet. Bauanträge die zuvor aus Gründen des Naturschutzes nicht erteil wurden,  werden jetzt genehmigt – es geht voran! Wer sich dieser Mafia in den Weg stellt wird in die Knie gezwungen, mit Mitteln, die für unser westliches Denken nicht zu begreifen sind. Alle Tier- und Naturschutzorganisationen leiden darunter. 
Durch die zukünftigen Baumassnahmen in den Brandgebieten, ist eine natürliche Wiederansiedlung von Schildkröten unmöglich. Die ehemaligen, noch völlig naturbelassenen Gebiete auf der Peloponnes – z.B. das Taigetosgebirge – sind fast völlig abgebrannt. Das war nicht geplant, denn diese Gebiete sind für die Mafia nutzlos. 
-  
Wir haben uns nun entschlossen, der Natur unter die Arme zu greifen. Dieses ist uns bereits im Ossagebirge sehr gut gelungen. Bei der Brandkatastrophe vor etwa sieben Jahren, war dort eine komplette Population der Breitrandschildkröte erloschen. Aus den Nachbargebieten konnten keine Tiere nachwandern, da eine neue sechsspurige Autobahn und ein neuer zweigleisiger Bahnkörper seit einigen Jahren den Weg versperren. So entnahmen wir, vom etwa vier Kilometer entfernten Antennenberg, eine Nachzuchtgruppe, und konnten nach wenigen Jahren bereits 360 Nachzuchten auswildern. Den Erfolg konnten wir bei der Exkursion im Mai 2007 beobachten. Wir fanden einige semiadulten Tiere wieder. 
-  
Nach diesem, eigenen Vorbild, wollen wir auch auf der Peloponnes handeln. Wenn wir wieder ein grosses Auto haben – unsere wurden vom Staat beschlagnahmt - , werden wir eine Nachzuchtgruppe aus den Nachbargebieten entnehmen und nachzüchten. Wenn die Tiere nach vier Jahren ausgewildert werden, ist in den Brandgebieten das Futter nachgewachsen, und eine neue Population kann entstehen. Es dauert alles sehr, sehr lange, aber wie sagt Wilf immer: „ Mitleid genügt nicht“ wir packen es an. 
Für diesen Nachzuchtplan, müssen erst wieder entsprechende Gehege gebaut werden. Mein Weingarten – ich wollte immer einmal meinen eigenen Wein keltern – schrumpft mehr und mehr zusammen, so dass ich diesen Plan aufgeben werde.  
-  
Dieses Katastrophenjahr hatte aber auch ein paar sehr zufriedenstellende Abschnitte. Der Kauf und der Transport eines alte Wohnwagen nach Griechenland, hat den Komfort auf der Station erheblich verbessert. Die Helfer haben nun ihren eigenen Bereich, und ich muss mein Schlafzimmer nicht mehr teilen. 
-  
Es konnten wieder viele Schildkröten und Vögel geheilt und ausgewildert werden. Den Transport der Tiere zur Peloponnes übernahmen dieses Jahr Maite und Martin. 
-  
Unser Gemüsegarten ist in diesem Jahr viel ertragreicher gewesen, so dass die gesamte Mannschaft zu einem Teil davon leben konnte. Selbstgeerntetes Gemüse, frische Eier aus dem Hühnerstall, ab und an einen Hühnerbraten, sowie Muscheln, die wir selbst vom Meeresgrund einsammeln, machen den Speiseplan spannend. Für viele Helfer ist allein diese Art der Versorgung ein Abenteuer, und es macht Spass diese jungen Menschen an ein natürliches Leben ohne Computer und TV heranzuführen. 
Die Helfersituation war sehr gut, gute Stimmung, häufige Wiederholer und viele fleissige Hände. 
Und ganz wichtig: BENNY´S Buch ist fertig. Er hat mir sofort ein Exemplar zugeschickt – ich bin begeistert. Jeder der sich für Griechenland und dessen Reptilien & Amphibien  interessiert, sollte das Buch, bei einem Besuch der Hellenen, in der Tasche haben. Dieses Bestimmungsbuch wir in Zukunft bei unseren Exkursionen verwendet. 
Titel :“Amphibien und Reptilien des griechischen Festlandes.“ 
ISBN 978-3-86659-022-9  Euro 25.- 
-  
Nun ist – so glaube ich – das wichtigste gesagt, und ich komme zur Abrechnung, die dieses Jahr besonders erfreulich ist – wir sind im PLUS! 
- 
Einnahmen aus Spenden und Patenschaften: 
Ausgaben 
Guthaben 
Abzüglich Minus von 2006 
Saldo 2007
8'271.30 Euro
- 7'064.77 Euro
+ 1'206.53 Euro
-    521.48 Euro
+  685.05 Euro
- 
Folgende Arbeiten und Ausgaben sind für 2008 geplant: 
1. Einzäunung des ganzen Grundstücks. Ich hoffe das bleibt kein Traum.  
2. Eine Aussenküche muss dringlichst fertiggebaut werden. Der Anfang ist bereits gemacht. Die Drängelei mit  
    den Helfern am Zweiflammengasherd im Haus ist auf Dauer nicht zu machen. 
3. Neue Gehege für das „Nachzuchtprogramm Peloponnes“ müssen gebaut werden. 
4. Und natürlich der längst fällige, beheizbare Behandlungsraum für die Tiere.  
    Hier ist aus finanziellen und zeitlichen Gründen gerade mal die Baugrube fast fertig. 
Ich hoffe auch für’s nächste Jahr, dass mir meine Paten, Spender, Gönner und Helfer die Treue halten, und wir weiter an unserem Ziel arbeiten können.  
 - 
Tausendmal Dank sendet   Bernd aus Griechenland! 
 
 HOME