Jahresbericht 2006
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O AETOS 
GR – 60065  Platamonas  Pieria / Greece 
  Mobil: 0030 6972 45 34 95 
 www.oaetos.de

Platamonas, 10.12.2006
An alle Paten, Spender, Gönner und Helfer von O Aetos!  
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Es ist kaum zu fassen, schon wieder ist ein Jahr vorbei – die Zeit scheint zu fliegen!  
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Auch in diesem Jahr ist das Winterwetter bis heute traumhaft gewesen, und ich bin froh, dass ich für diese späte Jahreszeit noch Helfer angenommen hatte – wir können täglich draußen arbeiten. Ich wollte diesen Jahresbericht am ersten Regentag des Dezembers schreiben, aber es bleibt trocken, nun habe ich keine Ausrede mehr, es ist an der Zeit – hier ist er!  
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Ich schreibe zuerst über Negatives, das liegt mir eher, als zuerst das Gute zu berichten. So hebe ich mir auch beim essen immer einen guten Happen für den Schluss auf.   
Die Regionalwahlen in Griechenland haben leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Es bleibt beim Chaos für Tier und Natur! Für Natur- und Tierschutz gibt die EU Millionen aus. Nur 25% der Kosten für die Projekte muss Griechenland selbst aufbringen, die restlichen 75% kommen aus Brüssel. Leider hat Griechenland die 25% bei allen Projekten gestrichen, somit zahlt auch die EU keinen Heller mehr!  
Nun betrifft diese Misere hauptsächlich unser Stammhaus: Das Hellenic Wildlife Hospital von Ägina, wo seit Jahren schon alles drunter und drüber geht. Jannis der Tiersammler herrscht noch stets über das Schicksal unzähliger Kreaturen, die diesem Dilettanten hilflos ausgeliefert sind. Darunter viele Schildkröten, die unter übelsten Bedingungen dahinvegetieren. In den Aetos News wurde ausgiebig darüber berichtet.  
Ebenfalls berichtete ich über die „Tierschützerverfolgung“ – so bezeichne ich in der Zwischenzeit unseren Status. Bei Rebecca wie auch bei anderen Tierstationen, machte die Polizei Razzien. Bei Rebecca wurden sämtliche Papiere und der Computer beschlagnahmt.  
Man wirft ihr illegalen Tierhandel vor, und steckte sie für 48 Stunden ins Gefängnis.  
Mir wollten sie auch ans Fell. Ständig wurden meine Vereinspapiere kontrolliert, meine Berechtigung in Griechenland zu leben in frage gestellt, und meine Zugehörigkeit zum Hellenic Wildlife Hospital angezweifelt.   
Aus Sicherheitsgründen ist O AETOS noch Mitglied und Auffangstation für Schildkröten vom   
Aegaen Wildlife Hospital Paros 
Den Vereinsstatus hat O AETOS / GRIECHENLAND aufgegeben, die ständigen Repressalien zehren an den Nerven.   
In diesen Tagen jedoch, werden die Vereinspapiere von   
O AETOS / DEUTSCHLAND e.V. unterzeichnet   
Wer also dem Verein treu bleiben, oder wer Mitglied werden will – die neue Anschrift wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.  
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Nun habe ich keine Lust mehr über Negatives zu berichten, denn so viel Gutes ist passiert, welches den Kummer aufwiegt!  
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Ganz aktuell:   
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Gestern waren wir auf einem Kontrollgang im Pinios- Delta, und fanden dort tatsächlich noch Schildkröten, die bei etwa 14°C in der schwachen Sonne lagen – das Wetter spielt verrückt!  
Bei Marginatas bin ich es gewöhnt, sie auch an warmen Wintertagen anzutreffen, aber bei den Boettgeris!?!  
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Wilf hat Temperaturdaten in einem Diagramm erstellt, die wir im vergangenem Winter hier gemessen hatten. Jeder Schildkrötenhalter sollte sich Wilfs Werk ansehen. Die Daten sind nicht nur aufschlussreich, die ganze Aufmachung ist professionell!  
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Im Sommer konnten wieder einige geheilte Marginatas auf der Peloponnes ausgewildert werden. Wir waren auf dieser Tour zu Gast bei einer Meeresschildkrötenstation. Wir konnten noch den Schlupf einiger Caretta caretta Babys miterleben.   
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Das Chamäleonprojekt auf der Peloponnes – geleitet von Benny Trapp – hat riesige Fortschritte gemacht. Die Populationsstärke ist grandios, und für die nächste Zeit gesichert.  
Wir konnten uns bei unserem Besuch davon überzeugen.  
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Wilfried Warmbold – kurz Womble genannt – Fliegerkamerad und Freund von mir, vertritt mich in Zukunft häufiger beim Fliegerservice, sodass ich mehr Zeit für die Station aufbringen kann.  
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Das Jahr auf der Station:   
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Es ist nun schon das zweite Jahr, welches ohne größere Katastrophen zu Ende geht. Von Februar bis zum heutigen Tag waren ständig zwischen einem und vier Helfer /innen hier. Wie auch in der Vergangenheit ist zu 90% das weibliche Geschlecht vertreten J  
Zum Teil mussten schwere körperliche Arbeiten verrichtet werden, die von den Damen gemeistert wurden.  
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Neben der Pflege der Schildkröten, waren in diesem Jahr die Helfer/innen mehrfach mit der Pflege von Greifvögeln konfrontiert.  Insgesamt haben wir 19 Beutegreifer auswildern können. Ein Falke, ein Storch und ein Waldkauz mussten eingeschläfert werden - sie hätten nur als Krüppel überleben können.  
Auch ohne Freifluggehege haben wir Erfolg. Wir lassen die Greifvögel frei, sobald sie ihre Flügel richtig gebrauchen können. Auf einem Pfahl im Olivenhain haben wir Futter ausgelegt, das gerne genommen wird, wenn die Tiere noch zu schwach zum jagen sind. Die Vögel bleiben in den ersten Wochen noch in Sichtweite, entfernen sich aber bald mehr und mehr, kommen manchmal erst nach Wochen wieder, bis sie endlich ganz wegbleiben.  
Der große Nachteil dieser genialen Methode: unser Hühnerbestand ist von den Greifvögeln drastisch reduziert worden, so dass wir nur noch eine legewillige Henne haben. Wir haben die letzten beiden Wochen damit verbracht, greifvogelsichere Hühnergehege zu bauen.   
„Die Geister die ich rief............................“  
Ich hätte mir nie träumen lassen, das ich einmal meine Tiere einzäunen muss, um anderen Tieren in die Puschen zu helfen.   
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Vier neue Gehege für Schildkröten konnten gebaut werden, und es sind schon wieder zu wenig. Im kommenden Jahr werden nochmals vier erstellt, und dann ist mein schöner Weingarten eine einzige Gehegeansammlung.  
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Der finanzielle Teil:   
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Ein großer Teil der Spenden wurde für die Verpflegung, Unterbringung und dem Transfer der Helfer ausgegeben.  
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An zweiter Stelle waren Baggerarbeiten; da die Abwassergrube erneut vergrößert werden musste. Bei der Erstellung im vergangenem Jahr, wurde von der Baufirma ein falscher Ort für die Sickergrube gewählt, sodass eine Wasserader die Grube ständig füllte. Garantieleistungen kennt man in Griechenland leider nicht – ich habe die Baufirma gewechselt.  
Ein großer Teil der Einfahrt wurde mit Kies aufgeschüttet, um die ständigen Schlammschlachten nach Regenfällen zu vermeiden. Oft war das Verlassen des Grundstücks nur mit dem 4WD möglich.  
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Eine Holzhütte wurde erstellt, die als Stall und Futterlager dient. Somit verschwindet das Tierfutter von unserer Terrasse - und hoffentlich auch die lästigen Fliegen.  
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Ebenfalls wurde in diesem Jahr mehr Geld für Tiermedizin, Tierbehandlung und Tierfutter ausgegeben. Leider sind Greifvögel nicht mit Löwenzahn zufrieden ;-).   
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Und so sieht die Abrechnung aus:  
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Einnahmen aus Spenden und Patenschaften   
Ausgaben   
Guthaben   
Abzüglich das Minus aus 2005   
Es bleibt ein Minus von
8.357.30 Euro
7.877.62 Euro
+    479.68 Euro
 - 1.001.16 Euro
-    521.48 Euro
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Folgende Arbeiten und Ausgaben sind für 2007 geplant:  
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1. Einzäunung des ganzen Grundstücks.  
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2. Bau einer Blockhütte für die Übernachtungen der Helfer. Bisher schliefen die Helfer, die im Haus keinen Platz hatten, im Zelt. Allerdings macht die griechische Sonne die Zeltplanen innerhalb weniger Monate so morsch, dass fast jährlich ein neues Zelt angeschafft werden muss.  
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3. Eine Außenküche muss dringlichst gebaut werden, da meine winzige „Einmannküchenecke“ nicht ausreicht, wenn Helfer hier sind. Die Drängelei am Zweiflammengasherd ist auf Dauer nicht zu machen.  
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4. Erneut müssen vier neue Schildkrötengehege gebaut werden, um nach Herkunft der Tiere, Geschlechter, Spezies und Art der Verletzungen vernünftig trennen zu können.  
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5. Und natürlich der längst fällige, beheizbare Behandlungsraum für die Tiere. 
Nebenher sind noch tausend kleine Dinge notwendig, die wie in jedem Jahr so nebenbei erledigt, gebaut und angeschafft werden müssen. Ich hoffe, dass mir meine Paten, Spender, Gönner und Helfer die Treue halten, und dass der neue Verein viele Mitglieder bekommt.  
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In diesem Sinne wünsche ich allen ein geruhsames Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.   
Vielleicht bleibt zwischen der Weihnachtsgans am Mittag und dem spannenden Fernseh- Abendprogramm etwas Zeit zum nachdenken. Nachdenken über unser Dasein, das wir ganz allein der Natur zu verdanken haben. Zu häufig wird das leider vergessen – aus dem Vollem schöpfen ist nicht selbstverständlich!  
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Tausendmal Dank sendet Bernd aus Griechenland! 
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