Jahresbericht 2005  
O AETOS e.V. 
Hellenic Wildlife Hospital 
GR – 60065  Platamonas / Pieria / Greece 
    Mobil: 0030 6972 45 34 95   
www.oaetos.de

An alle Paten, Spender, Gönner und Helfer des O Aetos e.V.   
Platamonas 11.12.2005  
  
Nun ist es wieder so weit – etwas verspätet, aber noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest, damit ihr fleißig Patenschaften verschenken könnt.  
Verspätet; weil das Wetter bis vorgestern traumhaft war, und ich draußen arbeiten konnte.  
Seit gestern regnet es ohne Unterbrechung – Zeit den Computer anzuwerfen, der jetzt auch länger ohne Sonne einsatzbereit bleibt - die Solaranlage wurde vergrößert!  
Diese Maßnahme war dringend von Nöten, da wir allabendlich im Dunkeln hockten, und kein Kühlschrank mehr lief.  
Mein kleines Haus auf der Station war einmal für mein geplantes Einsiedlerdasein konzipiert, aber nicht für Helfer, Besucher und so viele Tiere.  
Das gleiche galt für die Abwassergrube, die hoffnungslos überfordert war – sprich; andauernd voll.  
Nun blicke ich dem nächsten Jahr sehr zuversichtlich entgegen; das Katastrophenjahr war nur 2004; ich lasse kein anderes mehr zu!  
 
Genug zur Einleitung; was ist alles im Jahr 2005 passiert.  
Hier einige Auszüge aus den NEWS, welches meine Situation widerspiegelt!   
 
Ich war also in Athen, um mich mit einigen Leuten - Philipp und Maria von EKPAZ,  
(Hellenisches Zentrum zur Pflege von Wildtieren) Monika und ihre Freundin - zu treffen. Die Situation der Tier- und Naturschützer in Griechenland wird immer katastrophaler. Das Infocenter vom Kerkinisee musste im Sommer geschlossen werden - kein Geld für Strom und Telefon. EKPAZ von Ägina wurschteln vor sich hin, und es hat zwischen Janis und Philipp bereits einen Boxkampf gegeben.  
 
Janis ist der absolute Tiersammler, die Station auf Ägina quillt über von Haustieren und gesunden Tieren, die seit drei Jahren - solange kenne ich sie - bereits ausgewildert werden könnten. Auch ich hatte mich mit Janis in der Wolle, als es darum ging, die gesunden Schildkröten auszuwildern. Philipp bat mich um Auswilderung, Janis rückte die Tiere nicht raus.  
 
In der Zwischenzeit haben sich Maria - ehemalige Mitarbeiterin von EKPAZ - und Philipp, ehemaliger Direktor von EKPAZ - "selbständig" gemacht. Leider nicht gemeinsam, sondern jeder gegen jeden. Beide haben sie in der Innenstadt von Athen ein Ladenlokal gemietet, wo sie verletzte Tiere pflegen und Infomaterial verteilen. Es sind nun drei Parteien - Philipp, Janis und Maria - die sich gegenseitig bekriegen, und alles auf kosten der Tiere.  
 
Monika, Mitglied  des Vereins "Freunde von EKPAZ", bat mich um Vermittlung zwischen den Parteien, und um Hilfe für die Tiere. Ich merkte jedoch alsbald, dass eine Vermittlung nicht möglich war - ich musste taktisch vorgehen. Ich bot beiden an - keiner wusste von meinem Besuch beim Feind - sofort alle Schildkröten zu übernehmen. Außerdem stelle ich ihnen unsere Schildkrötengehege - im Winter, wenn die Schildkröten ruhen - als Käfige für die Vögel zu Verfügung, die wieder fliegen lernen müssen. Beide Parteien waren - unabhängig voneinander - sehr glücklich über diese Lösung.  
 
Ich bin gespannt, ob das mit dem Versand der Tiere klappt. Mit EKPAZ hatte ich ja bereits schlechte Erfahrungen mit deren Zuverlässigkeit gemacht. Da ich mit dem Zug in Athen war, konnte ich keine Tiere mitnehmen. Der Winter wird für mich also recht aufregend. Ich werde noch Gehege bauen müssen, um die Tiere unterbringen zu können.  
 
19. Nov. 2005:  
ich war heute wieder auf dem Bahnhof in Katerini, als um 06:30h der Güterzug aus Athen ankam. Philip schickte mir eine sehr arg verletzte Marginata, einen Bussard und einen Waldkauz. Vor gut einer Woche bekam ich bereits eine Sendung von ihm, mit zwei Marginatas - von der eine bereits am nächsten Tag tot war. Weiterhin einen Bussard, eine Schleiereule und einen Turmfalken.  
 
Vor gut zwei Wochen bekam ich von Maria drei Marginatas, wobei eine den Transport nicht überlebte. Nun hat mein Wohnzimmer wieder Zoocharakter, und in den Schildkrötengehegen lernen die Vögel wieder ihre Muskeln zu gebrauchen. Jene lebten nach den Operationen wochenlang in Kartons, da keine großen Käfige zur Verfügung stehen. Es ist einfach ein Elend.  
 
Keiner; weder Philip, Maria noch ich haben eine Vorstellung, was mit den Vögeln in Zukunft passieren soll. Die Fünf Vögel kriege ich durch, auch noch einige mehr, aber wenn die Schildkröten aus der Winterruhe kommen, und die Gehege besetzt sind, kann ich keine Vögel mehr aufnehmen, es sei denn es passiert ein Wunder, und wir bringen das Geld zusammen, um Freifluggehege zu finanzieren. 
Ja; so ist die Situation, und ich glaube, dass ich nichts hinzufügen muss.  
Ich kann nur hoffen, dass eure Spendenwilligkeit auch im kommenden Jahr noch anhält, damit den Tieren geholfen werden kann. Ein Behandlungsraum, eine Toilette und Kochgelegenheit für Helfer, sowie neue Gehege sind wichtiger als je zuvor.  
 
Es ist mir leider nicht gelungen, möglichst unauffällig und im kleinen Rahmen den Tieren zu helfen, meine Ruhe hier am Berg ist dahin. Aber ich kann nicht einfach die Augen vor diesem Elend verschließen.  
„Die Geister die ich rief, werde ich nicht mehr los..........!“ 
.......ist nicht von mir ;-)  
Nun wünsche ich all meinen jetzigen und zukünftigen Gönnern ein geruhsames Weihnachtsfest und ebenfalls ein erfolgreiches 2006!!!! 
Liebe Grüße aus dem Regen von 
Bernd   
Abrechnung O Aetos e.V.  2005
Stand 1. Dezember 2005 
Abrechnungsjahr: Dezember 04 / Dezember 05  
Ausgaben mit Quittungen:
EURO
Ausgaben & Verpflegung für Helfer 
2'225.00
Neue Abwassergrube
1'051.86
4 Batterien für Solarstrom 
 680.00
Sonstiges 
 829.63
Ausgaben ohne Quittungen: .
Futter
500.00
Medizin
100.00
Minus aus 2004
3'864.67
total Ausgaben und Minus aus 2004:
9'251.16  
Einnahmen (Spenden und Patenschaften)
8'250.00  
Saldo 1. Dezember 2005:  minus
 1'001.16