Platamonas 01.12.04
Jahresbericht 2004 Seite 1
An alle Paten, Spender, Gönner und Helfer (Damen und Herren!) des O Aetos e.V. Ein ereignisreiches Jahr geht wieder einmal zu Ende....................... Hier ist immer was los, und die Ereignisse überhäufen sich ständig so auch in diesem Jahr! Und in diesem Jahr haben die Ereignisse besondere Spuren hinterlassen finanziell und auch nervlich jedenfalls bei mir. Und ich glaube bei Wilf auch, weil er für mich immer der engste und erste Ansprechpartner ist. *** Aber fangen wir doch ganz am Anfang an: Der vergangene Winter war endlich wieder einmal so typisch griechisch keine Unwetter, viel Sonne und ideale Bedingungen, um an den Gehegen zu arbeiten. Zwar waren die finanziellen Mittel unseres Vereins ausgeschöpft die Baumassnahmen hatten alle Spenden von 2003 verzehrt. Dennoch mussten dringend weiter Gehege gebaut werden, um den Tieren nach der Winterruhe genügend Freiraum zu bieten, und die verschiedenen Arten trennen zu können. Kurzerhand lieh ich mir selber Geld wie das geht !? ganz einfach: Wie ihr inzwischen so glaube ich alle wisst, lebe ich und ein grosser Teil des Tierschutzprojektes von Gleitschirm- und Drachenfliegertouren, die ich seit 11 Jahre hier anbiete. Die Flugsaison beginnt Ende April und endet Mitte Oktober. In diesem Zeitraum muss ich auch das Geld für den Winter verdienen, wo die meisten Ausgaben auf mich zukommen, wo ich Zeit für den Aufbau der Station habe. *** Nun war das Jahr 2004 sehr vielversprechend. Auf zwei Fliegermessen hatte unser Verein einen Infostand, die Olympiade stand vor der Tür also kein Risiko, um mir selbst Geld zu leihen so dachte ich und baute zwei weitere Gehege, baute die lang geplante Teilüberdachung der Gehege und einen Schuppen für Futter, Gerätschaften und Brennholz, damit endlich auf der Ostterrasse Raum für Tierbehandlungen geschaffen werden konnte. Das Frühjahr bescherte mir sehr gute Helfer, alles ging so locker von der Hand. Es waren die umfangreichsten Baumassnahmen, die seit Bestehen der Anlage getätigt wurden. *** Doch dann zogen dunkle Wolken am Olymp auf eine Pechphase begann, deren Ursprung scheinbar überirdisch war. Es begann damit, dass ein Blitz wie aus heiterem Himmel, ohne Vorankündigung meinen Laptop und meine Telefonanlage samt Fax und Anrufbeantworter zerstörte. Dann ging es Schlag auf Schlag, und innerhalb drei Wochen musste fast mein gesamter Maschinenpark erneuert werden. Als dann wegen der Olympiade aus Sicherheitsgründen!?! unsere Gleitschirm- und Drachenfliegerei, je nach Gebiet, zwischen einem und drei Monaten verboten wurde, hatte ich das Gefühl, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Das Geld, welches ich mir (von mir) geliehen hatte, welches mein Überwintern garantiert, war ausgegeben. Ich habe mich entschlossen, gemeinsam mit meinen Schildkröten Winterruhe zu halten. *** Mein Hilferuf an einige Organisationen, die mir ab und an unter die Arme greifen, blieb nicht ganz ohne Erfolg: Der Verein von Christel Weische, Aachen: HAUS- UND WILDTIERHILFE OHNE GRENZEN e.V. reagierte spontan mit einer Spende von 1.000.- Euro. Und so sieht in diesem Jahr die traurige Bilanz aus:
*** Nun kann ich nur hoffen, dass im kommenden Jahr wieder viele Patenschaften übernommen werden, denn die Erstellung von vier weiteren Gehegen ist unumgänglich. *** Ein scheinbar neues Problem belastet die Schildkrötenpopulation in Südgriechenland. Immer häufiger werden hauptsächlich Marginatas in der Innenstadt von Athen beobachtet. Familien bringen diese Tiere von ihren Wochenendausflügen mit in die Stadt, wo sie dann, entweder aus den Gärten entkommen, oder einfach ausgesetzt werden. Monika, eine Deutsche die in Athen lebt, sammelt solche Tiere regelmässig ein, und bringt sie an ihren freien Wochenenden wieder zurück in die Wildnis. Zwangsläufig kommt es nun zur Vermischung von Tieren aus verschiedenen Regionen. Sie wird mir in Zukunft die verletzten Tiere sofort schicken. Früher kamen alle Tiere zum Wildlife Hospital auf die Insel Ägina, wo sie in Kartons gehalten wurden. *** Vor langer Zeit hatte ich einmal geschrieben, dass es mir Angst macht, wenn ich daran denke, was auf mich zukommt, wenn es in Griechenland bekannt wird, dass ich eine Auffangstation für Reptilien betreibe. Ich glaube, es ist so weit! *** Deshalb bin ich auf eure Hilfe angewiesen, und ich habe das Gefühl, dass das immer so bleiben wird. Seitdem in Griechenland die neue Regierung das Ruder in der Hand hält, geht es der Natur noch schlechter als zuvor. Sämtliche Gelder für Naturschutzorganisationen, selbst für staatliche Einrichtungen wurden sofort nach dem Regierungswechsel gestrichen! *** ..........aber das nächste Jahr wird ganz bestimmt besser! *** Nun wünsche ich euch allen eine geruhsame Weihnachtszeit. Wenn ihr nicht wisst, was ihr euren Liebsten schenken sollt, dann schaut mal in die Patenseite auf Wilfs Homepage. * Liebe Grüße aus Griechenland sendet euch Bernd und die Schildkröten, die noch immer bei diesen Temperaturen die Winterruhe verweigern! |
