home aetos-Seite
 
AETOS-NEWS 2002
Datum
Auszüge aus e-Mails von Bernd Pitzer. 
23.Dezember 2002 Frohe Weihnachten!        
Leider spielt das Wetter immer noch verrückt – es regnet ohne Ende. Es sind zum Glück keine Unwetter mehr, aber der ständige Regen hat die ehemalige Straße zu mir wieder zur Herausforderung gemacht. Ich musste einen Teil des Weges - als ich mit dem Toyota im Graben gelandet war - planieren lassen. Nun ist davon kaum noch was zurückgeblieben. Ich kann nur hoffen, dass kein Schnee fällt.        
-      
Seit einer Woche lungert eine Hündin mit ihren beiden Babys vor meinem Tor rum. Nachts heult die Mutter, dass man glaubt, die Wölfe wären am Haus. Die kleinen jammern fürchterlich. Alle drei sind völlig durchnässt. Es gibt selbst in der Natur keinen trockenen Platz mehr. Da ich absolut kein Hundeasyl haben möchte, bin ich hart geblieben. Als ich jedoch heute am Abend zurück kam, waren zwei weitere Hunde und ein Esel anwesend. Alles stand vor dem Tor! Die beiden neuen Hunde versuchten ständig die Jungen zu erwischen. Die Mutter focht einen verzweifelten Kampf. Nun; du kannst wahrscheinlich vorstellen wie es weiter ging – genau; ich habe Mutter und ihre Babys mit aufs Grundstück genommen und erst mal durchgefüttert. Dankbar liegen sie nun im Schutz der neuen überdachten Terrasse im Trocknen – frohe Weihnachten!        
Gruß Bernd         
*********        
Hallo Bernd, sag mal. bist du mit Franz von Assisi seelenverwandt?        
*********        
Weihnachten 2002:        
Hallo Wilf, manchmal glaube ich das auch! ......        
Allerdings hat sich die Tiergeschichte zum Glück schon erledigt.        
Ein Bauer, der wohl weit oben am Berg eine Farm hat, ist Besitzer dieser Tiere.         
Seit vielen Tagen war es ihm nicht möglich, den verschlammten Weg zu befahren, um Futter auf den Berg zu bringen - die Tiere waren ausgebrochen und lungerten seit dem vor meinem Tor!        
Durch den starken Nachtfrost der letzten Tage, war der Schlamm gefroren und der        
Bauer kam auf den Berg. Zuerst entdeckte er den Esel, der noch stets in der Nähe        
war. Nachdem ich ihm klar machte, daß ich noch drei Hunde zu bieten hätte, war er  sehr froh - sie gehörten ihm. Er packte alles auf seinen Pik-up und holperte los.        
Die Hündin war aber schon nach einer Stunde wieder da und heulte vor dem  Tor. Das Wetter spielt immer noch verrückt: 14°C im Schatten und 31° in der Sonne. Viele Marginatas sind unterwegs. Habe auf der Terrasse gefrühstückt!  Gruß Bernd
11. Dezember 2002 Hallo Wilf,         
du schreibst:" Wegen deines Ungemachs fehlen mir die Worte, aber ich denke         
fest an dich (und den Hund!)"         
Stell dir bitte mein Ungemach folgendermaßen vor: Eine Lammkeule mit einer         
Knoblauch - Weinbrand - Sahne - Pilzsauce, dazu Kartoffeln, Blumenkohl und         
wetterbedingten gekühlten Wein. Läuft dir da nicht das Wasser im Mund zusammen. Und so was nennst du Ungemach !?!         
******************         
Gestern in aller Frühe wollte Aleco mit dem schweren Geländewagen eines Freundes mein Fahrzeug aus der misslichen Lage befreien. Er kam jedoch nicht einmal durch den Fluss, den ich gestern mit Vollgas durchquerte. Seitdem habe ich zwar ein schmerzendes Knie, bin aber zu hause. Was war passiert? Nachdem mich der Zustand der Straßen und  Flüsse zwei Tage nach Platamon verschlagen hatten, musste ich eine Möglichkeit finden auf den Berg zu kommen. Die Tiere waren zwei Tage ohne Futter und mein Hund nimmt mir so etwas sehr übel. Ein Bekannter hat einen Landrover mit Seilwinde, und wir fuhren gemeinsam zur Furt. Mit Stangen tasteten wir die Tiefe des Wassers ab, und fühlten, dass die Betonplatte, die die Furt bildet noch vorhanden war.  Kopfzerbrechen machte uns die enorme Strömung. Fußballgroße Steine wurden von den Wassermassen weggespült wie Tennisbälle. Es würde also nur mit Vollgas gehen. Mit zaghafter Wasserdurchquerung hatte ich tags zuvor schlechte Erfahrungen gemacht. Da gab es allerdings noch ein kleines Problem - die Wassermassen hatten am anderem Ufer, hinter der Betonplatte einen tiefen Graben hinterlassen, wo ich durch musste - ebenfalls mit Vollgas. Langsames durchqueren des Grabens hätte bedeutet, das das Heck des Toyotas, welches noch in der Strömung gewesen wäre, weggerissen würde. Also Vollgas. Ich hätte mich anschnallen sollen ! Der Toyota machte einen riesen Satz, bäumte sich hinter dem Graben auf - und irgendwie saß ich nicht mehr richtig auf dem Sitz.  Als die Vorderräder wieder auf der Erde waren, spürte ich einen unangenehmen Schmerz im linken Knie, was mir völlig unverständlich war denn die Möglichkeit einer Verletzung bieten eigentlich nur die Schaltknüppel, und die liegen rechts!?!         
-      
Ohne Dank an den Landroverfahrer fuhr ich weiterhin mit Vollgas den Berg hinauf. Hinter der ersten Kurve schlitterte ich in eine tiefe, vom Wasser ausgewaschene Rinne und blieb stecken. Nach einigen Versuchen kam ich im Rückwärtsgang wieder raus. Füllte die Rinne mit Steinen auf, die zum Glück vom Wasser zu Tal gespült, in großen Mengen rumlagen. Nach etwa 100m nochmals das gleiche Spiel. Dann wurde die ehemalige Straße sehr schmal.          
Rechts und links waren tiefe Gräben ausgewaschen. Ich wählte mit den rechten         
Rädern die Mitte zwischen den Gräben und mit den linken die Ginsterbüsche, die den Weg säumen. Das ging leider nur etwa drei Meter gut. Unmittelbar hinter den Ginstersträuchern befand sich ebenfalls ein etwa ein Meter tiefer Graben, der nicht zu erkennen war. Den habe ich dann genommen. Zum Glück saß der Wagen völlig auf, sonst wäre ich aufs benachbarte Feld gekippt. Durch die Beifahrertür verließ ich das Fahrzeug und lief den Rest des Weges nach hause. Mein Hund, der sonst Freudensprünge macht, wenn ich mal für ein paar Stunden weg bin, beachtete mich kaum, fraß aber drei Portionen. Die Hühner - es war in der Zwischenzeit dunkel - saßen auf ihren Stangen, nur die Futtermäuse hatten arg gelitten. Etwa 40 Tiere waren tot. Das neue Vordach, welches zur Zeit als Intensivstation dient, war zum Teil vom Wind abgedeckt. Die Kammer wo Futter, Kühlbox und die Solarelektronik steht, war überflutet.      
Die Schildkrötengehege dagegen schienen nicht beeinträchtigt zu sein, hatte die Tage zuvor reichliche Vorbereitungen getroffen. Ich war begeistert - hatte mit viel größerem Schaden gerechnet.         
Mein Haus war völlig ausgekühlt aber es gab noch warmes Wasser. Zwei Tage         
ohne Wasser, Dusche und Zahnbürste - ich holte alles nach.          
Am nächsten Morgen kam dann von Aleco die Nachricht, dass er mit dem Geländewagen nicht durchkommt - und es schneite ohne Ende. Ich beauftragte ihn, eine Planierraupe oder ähnliches zu besorgen, was er auch tat. Ich war gerade dabei - im Schneegestöber - die Wasserrinnen mit Steinen aufzufüllen, als das Ungetüm den Berg hinauf kam. Habe keine Ahnung wie man diese Geräte nennt. Planierraupe ist wohl nicht das richtige Wort. Ein Gerät auf vier riesigen Rädern und vorne eine Schaufel, die so groß ist, dass ein halbes Auto reinpasst. Zuerst wurde hinter meinem Wagen der Weg eingeebnet. Ein langes Drahtseil verband uns. Als das Ungetüm mich rückwärts rausziehen wollte, rutschte der Toyota immer tiefer in den Graben. Schreien und  Hupen nützte nichts - wurde vom Gerätefahrer nicht gehört. Erst als ich aus der Beifahrertür hinauskletterte, die inzwischen nicht mehr neben, sondern über mir war, wurde der Fahrer aufmerksam und hielt an. Danach wurde der Weg vor dem Toyota eingeebnet, das Abschleppseil verkürzt und die Zugmaschine zog im Winkel von etwa 45° mein Auto aus dem Schlamassel. Da es weiterhin schneite, und der Wetterbericht ab Donnerstag wieder große Niederschläge bei Temperaturen um 0° vorhersagte, ließ ich noch die ärgsten Löscher im Weg einebnen und bezahlte meinen Obolus. Zu hause reinigte ich erst einmal das Auto von innen, wo es über und über von Schlamm verunreinigt war - es passte zu mir!  Dann deckte ich das schadhafte Dach mit meinen restlichen Dachziegeln, befreite die Terrasse und meinen Eingang von den Schlammmassen und versorgte die Tiere.         
-       
Mein Olivenhainnachbar hatte in der Zwischenzeit einen einigermaßen begehbaren Fußweg hinauf gefunden. Als er den Haufen kaputter Dachziegeln sah, ich ihm mein Leid über das schadhafte Dach klagte, meinte er nur: "Dein Weg ist so sehr beschädigt, die Wasserrinnen so tief, dass du Füllmaterial brauchst. Kaputte Dachziegel eignen sich dafür sehr gut, da die Scherben das Wasser durchlassen"! Irgendwie hat er ja recht - ich muss noch viel dazulernen!         
Heute morgen schneite es immer noch, der Schnee blieb aber nicht liegen. Die         
Schneegrenze liegt bei 250m, mein Haus auf 100m. Sofort machte ich mich auf nach Leptokaria zum Markt und kaufte auf Vorrat. Danach fuhr ich nach Platamonas, welches immer noch einer Wüste gleicht, erledigte Post, mails und kaufte eine Lammkeule und  Wein. Nun kann ich nur hoffen, dass der Wetterbericht lügt, sonst hänge ich hier wieder für Tage fest - mit Müsli, denn davon habe ich genug!         
Gruß Bernd
8. Dezember 2002 Hallo Wilf          
Nach dem verheerenden Unwetter der vergangenen Nacht, welches den "Weltuntergang" der vergangenen Tage weit in den Schatten stellte, kontrollierte ich am Morgen die neuen Schäden. Viel konnte nicht  mehr passiert sein, da schon alles passiert war. Die elektrischen Maschinen aus dem zerstörtem Schuppen liegen wieder unter Wasser, der Generator wurde geflutet und meine Arbeiten am Weg waren wieder zerstört. Die obere Etage des Hauses wurde ebenfalls leicht geflutet, da das Dach die Wassermassen einfach nicht verarbeiten konnte.           
Gegen 10:00 Uhr wurde der Regen schwächer und ich entschloss mich nach          
Platamon zu fahren,  da meine und Javas Lebensmittelvorräte zu Ende waren - Wochenende. Die Fahrt nach unten - es gibt keine Strasse mehr - forderte alles von meinem Toyota. Die Durchfahrt der Furt, die eigentlich ständig ausgetrocknet ist - du kennst sie - führte etwa 1,5 m tiefes reißendes Wasser - kein Durchkommen ! Ich versuchte den Weg über Skotina, wo es eine kleine Brücke - eine Betonplatte - über den Bach gibt. Die Brücke stand bereits unter Wasser - war nicht mehr als solche zu erkennen. Ohne langes Zögern fuhr ich mit Vollgas über diese unsichtbare Brücke, denn der Regen wurde wieder stärker. Als ich die andere Seite erreicht hatte, wusste ich bereits, dass das ein Fehler war, denn ich musste auch irgendwann wieder zurück. Die Fahrt nach Platamon blieb abenteuerlich.        
Die Nationalstraßenunterführung  stand bereits etwa 3m unter Wasser, und ich fand eine kaputte Leitplanke, um auf diese Strasse zu gelangen. Im Schlepptau hatte ich ständig drei Autos, die ebenfalls einen befahrbaren Weg suchten - ich war natürlich mit dem Toyota im Vorteil ! Der Regen wurde so stark, dass es meine Scheibenwischer nicht schafften. Der Sturm - noch immer aus SE - hatte schätzungsweise 8 Windstärken erreicht. In Platamon angekommen, machte ich meine Einkäufe und fuhr zu unserer neuen Schriftführerin um dort meine Mails abzurufen. Die Promenade am Meer wurde bereits von den Wellen überrollt. Meine Vorahnung hatte sich bestätigt. Ich fand meine Brücke in Skotina nicht mehr. Das ganze Tal war ein reißender Strom. Die Regenfälle wurden immer stärker. Ich hatte das Gefühl unter Wasser zu fahren. Zurück in Platamon ging ich in die Taverne am Hafen, die direkt an den Apartments liegt - dort wo Ursula meinen Arm verarztet hatte.          
Hier saßen nur einige Fischen, die mit bangem Herzen ihre Boote im Hafen          
beobachteten. Plötzlich drehte der Sturm auf Nord und brachte eine dichte Wand aus Schneeregen. Das Dach der Taverne hielt diesen Wassermassen ebenfalls nicht stand. Mit Eimern und Schüsseln versuchten wir gemeinsam zu retten was zu überfluten drohte. Es war sinnlos. Zuerst stieg Wasserdampf aus den Decken- und Wandlampen, danach roch es etwas nach Ampere und dann verabschiedeten sich die Sicherungen.      
-      
Ein Fischer betrat die nun fast dunkle Taverne und berichtete das Unglaubliche: "Die Brücken in Platamon sind überflutet"! Da die Griechen leicht zum übertreiben neigen, und ich mir diese Situation einfach nicht vorstellen konnte, machte ich meine Seglerkombi sturmdicht und lief die paar Meter zu Fluss. Leider hatte ich keine Gummistiefel an, da diese die vergangene Nacht geflutet wurden. Meer, Hafen und Fluss waren eine durchgehende Wasserfläche. Die riesigen Felsbrocken, die das Flussbett begrenzten, über die eine Treppe zum Strand führte - alles weggeschwemmt.          
-       
Steht mein Haus noch ? Wie überleben das die Tiere ?  Mit diesen Gedanken fuhr ich zu unserer neuen Schriftführerin und bat um Asyl ! Aber auch hier kam mir das Wasser im Hausflur entgegen. In der Zwischenzeit war ich völlig durchnässt und durchfroren. Im Hinterhof, der bereits überflutet war, holten Maria und ich Holz für den Ofen. Wir mussten durch etwa 30 cm tiefes Eiswasser waten. Schnee lag bereits auf dem Dach des Holzschuppens.          

Nun sitze ich hier, meine Socken und Schuhe hängen am Ofen und trinke Rakomilo. Ein Getränk der Kykladen;  Raki mit Honig - sehr heiß getrunken. Langsam fühle ich meine Füße wieder !          
Ich hoffe, dass ich morgen wieder auf den Berg komme. Allerdings habe ich ein äußerst beklommenes Gefühl. Diese Unwetter sind wiedereinmal - wie der vergangene Winter - ein Jahrhundertphänomen - warum muss ich diese erleben!          
Halte mir die Daumen          
Gruß Bernd       
-      
Heute morgen habe ich sofort versucht, auf den Berg zu kommen. Bei Tageslicht betrachtet ist der Anblick von Platamon katastrophal ! Die Promenade ist von Sand, Unrat, Verkehrsschildern, Bänken, Stühlen und Treibgut übersäht!          
Es gibt kaum eine Straße, die ohne Risiko zu befahren ist. Viele Strassen und Brücken sind einfach weggeschwemmt worden. Autos liegen in den Stromschnellen der sonst ausgetrockneten Bachbetten, die Trinkwasserversorgung ist unterbrochen.          
Meine Befürchtung von gestern, daß es die Brücke wegreißen würde, hat sich          
leider bestätigt - ich komme nicht mehr nach hause. Einige Tiere haben nun seit zwei Tagen kein Futter mehr bekommen - es ist zum verzweifeln. Mit dem Fernglas konnte ich, aus etwa zwei Kilometer Entfernung feststellen, daß das Dach des Hauses zumindest an der Nord und NE Seite unbeschädigt ist. Auf den Rest hatte ich keinen Einblick. Ich habe versucht zwischen den beiden Flüssen einen Fußweg zu finden, der mir beschrieben wurde. Aber das "Zwischen den Flüssen" gibt es nicht mehr - es ist ein einziger Fluß geworden. Seit gestern nacht haben die Regenfälle abgenommen und es ist sehr kalt geworden. Ich habe die große Hoffnung, daß ich am Abend vielleicht meinen gewohnten Weg befahren kann. Seitdem  gestern der Toyota, bei einer kleinen Wasserdurchfahrt von der Strömung mitgerissen wurde, ich nur durch Vollgas ans andre Ufer kam, bin ich sehr vorsichtig geworden - der Toyota wiegt 2,4 Tonnen !!!          
Leider habe ich keine Kamera dabei und kann dir keine Fotos liefern !          
Wie lange kann eigentlich ein Hund ohne Futter auskommen ?           
Gruß Bernd 

4. Dezember 2002            
und  7. Dez.       
-      
           
Hauseingang am Tag danach       
-      
      
-      
       
-      
           
der neue Zaun! 
....mit nem "Blauen Auge" davongekommen!       
Hallo Wilf,            
werde heute versuchen zu Tal zu kommen - die Strasse zu mir hinauf gibt es            
praktisch nicht mehr ! Das ständig ausgetrocknete Bachbett, welches ich immer durchfahren muss, ist ein reißender Fluss geworden. Die gewaltigen Wassermassen haben mein gesamtes Grundstück überflutet. 5 Kubikmeter Kies und 4 Kubikmeter Sand sowie 10 Säcke Zement und viele Dachziegel wurden innerhalb weniger Sekunden fortgeschwemmt. Zwei Terrarien wurden völlig zerstört, zwei sind reparabel ! Zwei Tiere waren nicht mehr auffindbar. Nun habe ich endlich ein Dach für die Tiere, und dann kommt das Wasser von unten! Das Marginata- Gehege stand an der tiefsten Stelle völlig unter Wasser.       
-      
Ich habe nachts ein großes Loch unter das Betonfundament graben müssen, damit das Wasser abfließen kann. Zum Glück habe ich die Laubhaufen zur Überwinterung an erhöhten Plätzen angelegt. Leider wurde ein Teil des neuen Zaunes mitgerissen. Meinen provisorischer Werkzeugschuppen gibt es nicht mehr. Sämtliche elektrischen Maschinen lagen über nacht unter Wasser. Kann noch nicht sagen, was davon noch zu retten ist. Der Akkubohrer und die elektrische Kettensäge sind entweder zu Tal gespült worden oder liegen unter Schlammassen. Zum Glück befand sich der neue DREMEL im Haus.            
-            
Gestern habe ich den ganzen Tag damit verbracht, die Schlammassen vor meiner Tür und auf der Terrasse zu beseitigen, damit ich das Haus überhaupt verlassen kann. Ich schätze den Material- Sachschaden - ohne Maschinen und Werkzeug - auf etwa 1500 Euro. Ich brauche sicherlich zwei Wochen, um die Schäden zu beheben. Mein Privatweg ist nur noch mit dem Geländewagen zu befahren. Allerdings sind das alles Kleinigkeiten - viele Menschen haben ihre Häuser komplett verloren!            
-            
Das erstemal in meinem Leben hat mir das Wetter Angst gemacht. Ich wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Meine alte Seglerkombi lag griffbereit, um das Haus zur Not verlassen zu können. Und am Donnerstag soll das nächste Unwetter kommen.            
"Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich noch heute            
mein Apfelbäumchen pflanzen"! Martin Luther            
Eine Zwanspause in der Bauphase - bin pleite !       
Im Anhang sende ich dir ein paar Fotos, die ich zwei Stunden nach der Katastrophe und am nächsten Tag gemacht hatte. Gruß Bernd       
-      
7. Dezember  2002:           
Dieses Entwarnung machte ich zu früh! Vergangene Nacht und am heutigen Tag brauste erneut ein Unwetter, mit noch mehr Gewalt über die Olympregion hinweg. Sämtliche Aufräumarbeiten, die ich in den vergangenen zwei Tage erledigt hatte, waren umsonst. Ein Teil des Vordachs wurde abgedeckt und mein Generator geflutet !  Es wird langsam brenzlig. Die einzige Brücke, die mich mit der Zivilisation verbindet ist bereits überspült! 
27. November 2002 Hallo Wilf, du hattest bestimmt gedacht, das die "Spezies Bernd" schon ausgestorben ist - oder?       
Das Wetter im November am Olymp war bis jetzt genauso ungewöhnlich wie die vergangenen 10 Monate. Eine geschlossene Wolkendecke bei Temperaturen um die 16°C aber kein Regen - November ist Regenzeit!        
Dadurch konnte ich täglich draußen arbeiten und das Haus und die Gehege für den Winter herrichten. Die Nordseite des Hauses, die im Winter immer feucht war, und an der das Wasser innen zu Boden rann, ist total isoliert und mit Wellblech verkleidet :-) Eine Fläche von etwa 25 qm wurde vor dem Haus betoniert und mit einem Ziegeldach versehen. Hier befindet sich solang die Intensivstation, bis das geplante kleine Gebäude erstellt werden kann - falls jemals das Geld reicht. Eine Treppe wurde vom Haus - zu den unteren Gehegen - aus Beton gegossen. Nun muss ich keine Angst mehr vor verstauchten Knochen haben. Der alte Trampelpfad - du kennst ihn - war bei Nässe oder Schnee die reinste Rutschbahn.        
-       
Große Haufen aus Laub, Heu und Zweigen sind in den Gehegen für die Winterruhe der Schildkröten eingebracht. Bei nur 16° C sind noch einige Marginatas unterwegs und fressen. Auch die Nachzuchten nutzen jede Sonnenminute - falls sie mal scheint - vor ihrem Winterquartier.       
Heute regnet es. Mein selbstgebauter Ofen und trockenes Holz sorgen für angenehme Temperaturen in meiner Hütte. Den Laptop auf den Knien und einen heißen Tee in der Tasse       
dieses mal bin ich besser auf den Winter vorbereitet :-)       
-       
Das "Lazarett" muss unbedingt mit einem Betonboden und Sockel versehen werden. Zu viel Raubzeug macht den Schildkröten das Leben hier in der Wildnis schwer! Außerdem sind einige kleinere Gehege dringend notwendig! Ein größerer Garten muss ebenfalls angelegt werden, um Tierfutter anzupflanzen. Die Futtersuche in den trockenen Monaten war doch sehr aufwendig.       
Grüße aus Griechenland von  Bernd       
P.S.  Ab März kann ich wieder freiwillige Helfer gebrauchen!
8. November 2002 Hallo Wilf,             
nun ist etwas Muse für ein längeres mail - sorry, hatte keine Zeit!      
Aktueller Stand der Dinge in Griechenland:       
Seit gestern bin ich von der Peloponnes zurück ( siehe unten ), und seit gestern bin ich allein. Lothar mein treuer Helfer ist nach Deutschland zurück. 98 Tm Nachzuchten wurden im Gehege gefunden. Sicherlich sind es einige mehr, jedoch ist das Gehege durch den vielen Regen (28 fache Regenmenge als normal) wieder total verwildert - traue mich nicht mehr rein - habe Angst auf die Babys zu treten.       
In diesem Jahr gibt es sehr viele Ratten bei uns. Aus diesem Grund haben Lothar und ich das Babygehege mit einem Betonboden versehen. Hoffe, dass die Jugend jetzt sicherer ist.       
-       
Seit gestern bin ich Besitzer eines DREMELS. Ein Dremel ist ein handliches Gerät, womit man fräsen, schleifen und bohren kann - und das sogar mit meinem Solarstrom. Das Gerät, sowie medizinisches Werkzeug wurde von dem "Schildkrötenfreunde Horst e.V." gespendet. Dieser Verein hatte auch im vergangenem Jahr die Hälfte der Kosten für die Solaranlage übernommen.       
-       
Bubo (der Uhu) war vorgestern zu Besuch - ich war leider nicht da - saß auf dem Zaun hinter dem Haus. Java (der Hund) hat ihn dummerweise verjagt.       
-       
Der Kiefer der Vierstreifennatter ist sehr gut verheilt - alle Zähne sind wieder da! Noch kann sie alleine keine Maus fangen, aber ich denke, dass ich sie im nächsten Jahr wieder auswildern kann.        
-      
Peloponnes:        
Es war angenehm festzustellen, dass es noch mehr Einzelkämpfer gibt, die sich mit allen Mitteln für die Natur einsetzten.       
Vor Ort ist der Schweizer Andrea Bonetti - Fotograf und Buchautor. Er kümmert sich in seiner bescheidenen Freizeit um die untergehende Chamäleonpopulation. Am Sonntagabend traf ich mich mit Benny Trapp (zukünftige Peloponnes- Exkursionen) und seinem Freund Steffen - die selbstlos von Deutschland angereist waren. Montagmorgen kontrollierten wir mit Andrea sofort die Chamäleonnester, die mit einem starken Maschendraht gesichert wurden.       
Danach ging es an den Bau eines großen Geheges, indem ein Pärchen adulte Chamäleons untergebracht werden sollen. Leider fehlt auch hier das Geld und die Zeit, um tiefgreifenden Schutz zu bieten. Dienstag war das Gehege fast fertig. Andrea stehen nun zwei Gehege für je ein Pärchen zur Verfügung. Wenn alles gut geht - es ist über diese Art so gut wie nichts bekannt - könnten im nächsten Jahr etwa 80 Nachzuchten daraus werden. Durch den kalten Sommer sind die letzten Tiere erst vor ein paar Tagen geschlüpft. Sie haben keine Chance den Winter zu überleben. Kannst du mir mal sagen was Langeweile ist !?!       
Gruß Bernd
2. November 2002 Neue Telefon und Faxnummer ab 1. November 2002:              
0030 23520 444 64       
Neue  Mobiltelefonnummer ab 1. Jan. 2003:                      
0030 6972 45 34 95        
Definitive Exkursionswoche 26. April - 4. Mai 2003 (Griechische Ostern!)              
bereits 3 Anmeldungen.
18. September 2002 Heute habe ich die 90ste Tm Nachzucht (Breitrandschildkröte) im neuen Nachzuchtgehege gefunden!       
Alle super gewachsen, nur eine Schilderanomalie! Gruß Bernd
9. September 2002 Bubo, der verletzte Uhu, fliegt fast jeden Abend in der Nähe. Konnten gestern zwei Adler vom Balkon aus beobachten. Täglich sind einige Pirole in meinem Feigenbaum! Gruss Bernd
31. August 2002               
und               
2. September 2002
Heute habe ich 14 Nachzuchten im großen Marginata-Gehege gefunden !!!!!!!        
Die erten Gelege des Jahres waren zu 70% unbefruchtet. Ob es da einen Zusammenhang mit dem staken Frost gibt, muss geklärt werden - weiss leider nicht wie :-(  Die Muttertiere stammen alle aus einer Region, wo das Thermometer unter -22° C gesunken war!       
-      
2.9.2002: Hallo Wilf, es sind bereits 45 Babys. Ich werde nur noch so "ausbrüten" lassen ! Alle Tiere sind super gewachsen, kräftig und gesund - toll!               
Gruss Bernd
22. August 2002 War heute mit I...im Delta.                
35 T.h.b. und einige Emys und Mauremys konnten wir beobachten. Durch den feuchten Sommer - es regnet mindestens 2 X die Woche mal kurz - sind die Tiere unterwegs. Normalerweise regnet es ab Mitte Mai bis Mitte Oktober nie ! Ein erstaunlicher Sommer! Ich finde es super!
21. Juli 2002 Aus Bernds E-Mail vom 17. Juli 2002                 
"....Ich habe das Gefühl, daß sich das Bestehen meines noch unfertigen Lazaretts in der Tierwelt schneller rumspricht als bei den Menschen ;-)                 
Vor zwei Wochen kam eine Thb mit gerissenem Panzer die Einfahrt runtergelaufen, und vorgestern - ich sitze gerade im Schatten des Sonnenschirms und rauche eine Pfeife - kommt eine 160 cm lange Vierstreifennatter auf der Terrasse auf mich zu. Das Tier ist total fertig. Hat Maulfäule im fortgeschrittenem Stadium. Kann natürlich nicht fressen und ist total ausgehungert. Die Beschaffung der Medikamente war wieder das größte Problem. Nun wird sie mit Antibiotikasalbe behandelt - Tropfen bekomme ich natürlich nicht. Täglich stopfe ich ihr zwei Mäuse, damit sie wieder auf die Beine bzw. auf die Schuppen kommt. Ich hoffe, daß ich sie wieder aufpäppeln kann - war ja schließlich früher mein Spezialgebiet.                  
...Allerdings macht uns die enorme Hitze zu schaffen. Wir können nur morgens und am Abend arbeiten. Leider wird es schon um 21:00 Uhr dunkel.....                 
Gruß Bernd"
12. Juni 2002 .........der Uhu Bubo ist ausgewildert !                  
Nachdem Bubo, beim ersten Auswilderversuch meinen linken Arm krankenhausreif zugerichtet hat, ist er nun wieder in Freiheit ! Der erste Versuch war mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Auf dem Dach des Toyotas sollte er in einem großen Käfig in eine baum- und buschlose Gegend gebracht werden, um den Freiflug beobachten zu können, um ihn - falls flugunfähig - wieder einzufangen. Beim Transport in seinen Käfig - ich habe leider keine entsprechenden Handschuhe - schlug Bubo zu !       
Zwei, etwa fünf Zentimeter tiefe Löscher hinterließen seine Krallen in meinem Arm - ich musste ins Krankenhaus, da eine Blutvergiftung zu erwarten war. Der erste Flugversuch endete genauso kläglich. Bubo konnte seinen verletzten Flügel hervorragend einsetzten, jedoch fehlte im Training. Er wurde wieder eingefangen.       
Da uns die finanziellen Mittel für eine Freiflugvollere fehlen, war ich bereit, Bubo nach Thessaloniki zu bringen. Dort gibt es eine Vogelauffangstation, mit der ich aber schon sehr schlechte Erfahrung gemacht hatte - aber was sollte passieren, Bubo war gesund, ihm fehlte nur noch Flugtraining.       
Mir wurde die Besichtigung der Station verweigert - es folgte eine beinahe endlose Debatte - bis man mir mitteilte, dass es hier keine Freiflugvollere gibt - das lief alles telefonisch ab ! Auf eigene Faust machte ich mich zur vermeintlichen Station auf. Die Adresse, die mir man nannte gab es nicht. Auch wusste in dem kleinem Dorf bei Thessaloniki keiner was von einer Auffangstation !?!        
Nun frage ich mich, was die Leute dort mit den Vögeln machen, die man ihnen bringt.       
Also wurde Bubo mit samt seiner Tonne, die ihm seit Monaten als Behausung vertraut war, auf das Dach seines 70 qm großem Geheges verbracht. Die Wegzehrung bestand aus zwei toten Hühnern. Am Abend verließ er seine Behausung. Da ich Tag- und Bubo Nachtaktiv ist, sind wir uns selten begegnet.       
Vergangenes Jahr sah und hörte ich sehr häufig einen Uhu im gegenüberliegenden Berg. Die Rufe hörte ich jeden Abend, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich Bubo angeschossen fand. Es ist anzunehmen, dass das dieses Tier war, das dort zwischen den Bäumen in den Felsen wohnte. Genau dort ist er mehrfach beobachtet worden.        
-       
Schildkröten:       
Bei weiteren Umsiedelaktionen im Neubaugebiet NEU PORI, haben wir noch einige verletzte Schildkröten gefunden, die bei mir im Lazarett sind. Es handelt sich bei fast allen Tieren um Panzerverletzungen durch Baumaschinen. Aus diesem Gebiet haben wir nun insgesamt 174 Tiere umgesiedelt. Die Situation ist für die Schildkröten fatal. Die Baumaschinen drängen die Tiere in eine Sackgasse. Im Osten liegt das Meer, im Süden und Westen verhindert ein Fluss und der Sumpf  die Flucht vor den Baumaßnahmen. Aus dem Norden rückten in breiter Front die neuen Hotel- und Apartmenthäuser näher.        
Das neue Marginatagehege ist fertig ! Ein 450 qm großer verwilderter Weingarten wurde mit einem Betonsockel und Zaun eingefasst. Die Schildkröten leben dort beinahe unabhängig. Nur eine Bewässerungsanlage, die in der trockenen Jahreszeit für den „Futternachschub“ sorgt, zeugt vom Eingriff in die Natur. In diesem Gehege werden auch die Nachzuchten ihr erstes Jahr, bis zur Auswilderung verbringen. Bedingt durch Größe und naturbelassene Gestaltung, ist die Gewöhnung an den Menschen auszuschließen!       
-       
Das Lazarett:       
Unser 70 qm großes Lazarett ist ebenfalls komplett eingezäunt. Hier wurde zum Schutz gegen Raubzeug auch das „Dach“ des Geheges mit Maschendraht versehen. Sechs Abteilungen sind innerhalb des Geheges abgegrenzt, wo sich zur Zeit 16 verwundete Tiere befinden.       
-       
Weitere wichtige Maßnahmen in Planung:                  
Eine Intensivstation für die schweren Fälle muss errichtet werden. Wichtig ist hier, dass das kleine Gebäude im Winter beheizbar ist. Ich möchte nicht noch einen Winter mein Zimmer mit einem Uhu teilen müssen ;-) Zur geplanten Einrichtung gehören auch insektendichte Terrarien, um schwere Fälle mit offenen Wunden nicht den Plagegeisten auszusetzen, die ihre Eier allzu gerne in den Wunden ablegen.       
Eine kleine sanitäre Anlage für den Tierbereich ist ebenfalls unumgänglich. Zur Zeit spielt sich alles in meiner kleinen Küche ab. Ich hoffe, dass ich weiterhin so resistent bleibe ;-)        
..........und natürlich die dringende Telefonleitung !!!!!!!!!!        
Eigentlich läuft alles nach Plan. Leider ist mir das Huhn, dass goldene Eier legt noch nicht begegnet. Gruß Bernd 
10. März 2002 Alle Patenkinder sind aus der Winterruhe erwacht - Fino (unser Sorgenkind-Rattenfrass) war der Letzte, er erschien gestern bei 24° C. Die Nachzuchten sind noch im Boden eingegraben!       
Monika Heinzmann hat sich noch zur Exkursion angemeldet - das gibt die reinste Damenrunde!        
Die letzten sechs Hühner, die ich eigentlich für den UHU gedacht hatte, legen täglich brav ihre Eier - und die schmecken hervorragend! Also habe ich nochmals 19 Küken gekauft - die sechs Hühner bleiben erstmals, zur Verbesserung meines Speiseplans am Leben :-)       
Kannst du dir eine Zwangsernährung beim IGEL vorstellen?!? LEO, den Igel, den ich vor etwa 10 Tagen aus einem menschlichen Haushalt befreit hatte, wurde mit trocken Brot und Salat ernährt!!!!! Als ich ihn in Katerini abholte, lag er schon völlig geschwächt auf der Seite.       
Dringende Zwangsernährung war erforderlich. Für diese Prozedur sind jedoch zwei Personen notwendig - aber ich war alleine. Also schnallte ich meinen Gürtel aus der Hose, legte ihn um den Bauch des Igels und massierte den Rücken des Tieres. Dieses bewirkt, daß der Igel sich aufrollt. Als er das endlich tat, zog ich den Gürtel zu!  Nach einigen Versuchen klappte es dann endlich - er konnte den Kopf nicht in die Bauchhöhle einziehen. Mit einer Spritze verabreichte ich ihm zwei Tage ( 3X täglich ) ein Aufbaupräparat. Am dritten Tage konnte er schon alleine fressen. Gestern war Gewichtskontrolle - er hat bereits 200 Gramm zugenommen !!!       
Gruß Bernd.
7. März 2002 Hallo Bernd! Schon lange nichts mehr von dir gehört. Was macht der UHU?        
Hallo Wilf       
-      
Dem UHU geht es sehr gut, jedoch hängt der eine Flügel noch etwas, wenn der Vogel sitzt. Sein Flugbild wirkt recht gesund. Nach Rücksprache mit Frau Dr. Mercier, sollte das Tier noch einige Wochen gepflegt werden, da Blutergüsse und Prellungen genausolange heilen und schmerzen wie ein Bruch. Gestern sind wieder vier Schildkröten erwacht - muß unbedingt kontrollieren, wer das alles ist.Loisel -mein Hilfe und ich sind total im Stress. Wir sind durch den langen Winter total in Verzug! Gruß Bernd 
11. Feb. 2002 Fester Termin für Exkursion: 4. - 11.Mai. 2002                    
Das Exkursions Programm ist um den Besuch am Axios River erweitert worden -                   
Wildpferde!        
Christel und Liana geht es - so denke ich gut. Ich sehe sie täglich nur ganz kurz, da ich jede Minute an den Gehegen bauen muß.Heute regnet es - leider - aber dafür bin ich in den letzten Tagen gut voran gekommen. Die Gehege für die Nachzuchten und Igel sind fertig!       
Von den "Tiefgefrorenen" Schildkröten sind bis jetzt folgende erwacht und im UHU- Gehege unterwegs: Sonja, Glatze 1 & 2, Pauline, Vasilis und Lucky. Der Rest hat sich noch nicht blicken lassen !
6. Februar 2002 In diesem Winter bleibt mir aber auch nichts erspart! Dem UHU geht es jetzt einigermaßen gut, da bringt man mir auch schon zwei kleine unterernährte kranke Igel. Also; auf die Schnelle ein Gehege für die Stacheltiere gebaut.                    
Nun laufen schon fast alle Schildkröten in der Sonne rum, deren Gehege aber noch nicht fertig ist! So sieht der Stress eines "Einsiedlers" aus!  Gruß Bernd.                    
-       
Anmerkung der "Redaktion":       
Das ist kein Stress, lieber Bernd. Du hast einfach "etwas viel um die Ohren". Stress ist krankmachende Belastung. Und das wollen wir schon der Tiere wegen nicht hoffen. Halte aus, alter Kämpfer! Wir denken an dich.
2. Februar 2002 Die letzten Tage waren etwas turbulent bei mir. Der UHU hat sich eine Pilzinfektion eingefangen, die von der Stresssituation in Gefangenschaft herrührt. Zum Glück habe ich guten Kontakt zu einer sehr fähigen Tierärztin in Deutschland, die sich auf das Federvieh spezialisiert hat. Die Beschaffung der Medikamente war jedoch sehr schwierig. Nach vier Tagen intensiver Behandlung, geht es Bubo schon etwas besser - das Atmen fällt ihm wieder leichter. In zwei Wochen werde ich mit ihm die ersten Flugversuche machen. Ich hoffe, dass ich nicht vorfliegen muß ;-)                      
Gruß Bernd
23. Januar 2002 Das Unglaubliche ist passiert - Vasili und Glatze, die bei - 12° C am Boden festgefroren waren, laufen in der Sonne rum !!!!!!!!        
Als die Tiere von ca. einem Meter Schnee bedeckt waren, sah ich keine Probleme mit dieser Kälte. Als der Schnee aber verschwunden war, und die Kälte plötzlich über Nacht zurückkehrte, machte ich mir sehr große Sorgen. Die Tiere waren über Tag ständig in der Sonne, und sahen keinen Grund, sich des nachts tiefer zu verbuddeln. Mehr als 10 Tage hatten wir nachts zwischen - 7 und -12° C. Auch tagsüber hatten wir unter Null !!!!!!!!!"
12. Januar 2002 Bernd hat einen Vogel!   
Obwohl ich keine spezielle Erlaubnis dazu habe, kopiere ich hier ein paar Sätze aus gestrigen e-Mails von Bernd:       
"Du hast doch bestimmt von meinem UHU gehört, den ich angeschossen gefunden habe. Es geht ihn ganz gut, jedoch raubt er mir den Schlaf. Es ist zu kalt, um ihn draußen zu lassen. 
Nachts - er ist nachtaktiv - poltert er in seinem Käfig rum, den ich auf die Schnelle gebaut hatte - ich finde kaum Schlaf. Tagsüber ist er im neuen Gehege für Schildkröten - Nachzuchten. Es ist ringsum mit Maschendraht geschlossen. Gestern Nacht habe ich den Käfig ins Bad gestellt - wollte wiedermal durchschlafen. Das war ein großer Fehler - der Kerl hat den Käfig verschoben, sodaß die Öffnung, die normalerweise an der Wand steht, und somit den Käfig verschließt, offen war. Er hat mein gesamtes Bad umgekrempelt und total mit Schei...... bespritzt. 3 Stunden Reinigungszeit !!!!!!!  
Ich habe ja sonst nichts zu tun ;-)  
-      
Wenn ihr so gerne lacht - hier nochwas: Da ich nicht genug Mäuse usw. für den UHU habe, der aber dringend Haare oder Federn für seine Gewölle braucht, bürste ich täglich meine Hunde und wickle das Hühnerfleisch in die Hundehaare. Ich fragte beim Zoo - Doktor in Aachen nach, ob das OK wäre, worauf er antwortete: Ist OK, wenn der Hund dann 'ne Glatze hat, könnte ich auch Schafsfell verwenden !"
6. Januar 2002 Vergangene Nacht wieder -9°, tagsüber -3° brrrrr. Ich glaube diesen Winter haben sehr viele Schildkröten Frostschäden bekommen. Die Kälte kam damals so plötzlich, daß sie wohl wenig Chancen hatten - in ihrer Starre - sich tiefer einzugraben. Ausgenommen sind natürlich die Marginatas, diese so angeblich wärmebedürftigen Tiere. Wenn die Sonne scheint, sitzen sie bei nur 8° draußen!        
P.S. 
Ich mache mir große Sorgen um einige Schildkröten. Habe heute mal nachgeschaut - zwei Tiere sind am Boden festgefroren!
 
Home aetos-Seite