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AETOS-News vom Dezember 1999 bis Dezember 2001
Datum
Auszüge aus e-Mails von Bernd Pitzer
21. Dezember 2001 Hallo Wilf, nachdem ich jetzt drei Stunden geschaufelt habe, um mein Auto wieder aus dem Graben zu bekommen, stellte ich fest, das ich mein Natel - meine einzige Verbindung zu Ausenwelt - im Büro vergessen hatte. Nun schneit es wieder sehr stark, und ich denke, daß ich die nächsten Tage nicht vom Berg herunter komme :-(
19. Dezember 2001 Hallo Wilf. ich habe es natürlich nicht mit dem Auto bis oben geschafft.  
hier das eindrückliche Bild! Musste mir aus Gurten ein Transportmittel bauen, damit ich die Lebensmittel -wie ein Esel-  durch den Schnee ziehen konnte. Vergangene Nacht hatten wir - 10 Grad C. Muss gleich wieder los! Die haben für Donnerstag minus 20 Grad angekündigt- ich glaube ich spinne. Gruss Bernd.  
P.S. Mein Provider hat einfach meine "xelonas"-eMail-Adresse geändert und nichts davon gesagt. Schei...! 
16. Dezember   
3. Advent 2001
Auf meine Frage, wo und wie er denn lebt, erhielt ich von Bernd unter anderem folgende Nachricht:  

"Von meinem neuen Haus oben am Berg sind es zwei Kilometer bis zur nächsten Telefonleitung und etwa drei bis zur nächsten menschlichen Behausung ! An der Nationalstrasse, die zwei Kilometer entfernt liegt, habe ich ein kleines Büro (3X3m) bei einem Baustofflager. Hier steht mein Telefon und der Computer usw. Heute schneit es wieder wie wild und ich habe mich sofort auf den Weg gemacht, bevor ich wieder einschneie. Die Strasse in die Wildnis ist an manchen Stellen so steil, daß man selbst zu Fuss nicht vom Berg kommt. Wenn die Winter weiterhin so streng werden, werde ich mir Spikes für die Schuhe zulegen müssen ;-)   
Da wir seit mehr als einer Woche schlechtes Wetter haben, gibt natürlich meine kleine Solaranlage nichts mehr her - Kerzen und Petroleumlampen erhellen mein Heim. Es ist dringend notwendig, daß ich Telefon auf den Berg kriege, damit ich auch abends - meine Hauptarbeitszeit - arbeiten kann. Ansonsten alles in Butter !"
7. Dezember 2001 Ich sitze hier in einem winzigen Büro. Der Heizstrahler schafft es kaum, meine Füße zu wärmen !?!?  Ich schreibe nicht aus Sibirien, sondern aus Griechenland - es schneit !!!! Unser kleines Häuschen auf dem neuen Schildkrötengelände ist pudelwarm; aber da gibt es leider keinen Strom und kein Telefon :-(  Das wird sich hoffentlich in einem Jahr ändern.  
Zu den Patenkindern: Bis auf Beates "Vasili" und Simones "Lucky" - beides Dauergäste - Heides "Glatze", Heikes "Fino" konnten alle anderen Tiere erfolgreich ausgewildert werden. Einige neue Sorgenkinder sind dazugekommen, und sind auf der Patenkinder-Seite zu sehen.  
Teilt mir bitte mit, ob ihr für ein weiteres Jahr eine Patenschaft übernehmen wollt.Ich hoffe auf rege Teilnahme; unser neues Schildkröten Gelände ist im Aufbau. Grüße aus dem kalten Griechenland von Bernd.
3. November 2001 Ich komme dieses Jahr wohl aus dem Stress nicht mehr raus. Komme gerade aus dem neuen Haus (Hütte), welches unbedingt winterfest gemacht werden muß. Ausgerechnet jetzt wird es am Olymp Winter: + 8°, Sturm und Regen. Wir haben wieder einige Patenschaften zu vergeben - Schuß- und Brandverletzungen. Hoffe, daß ich bis Ende November etwas Luft habe, um die Patenschaftsaktion anzukurbeln. Schildkrötenexkursionen wie gehabt ab 23. März für erstmal zwei Wochen.   
Neu im Programm sind die Hengstkämpfe am Aliakmonas River !!!!!!!!!!!
5. August 2001 Seit Wochen werden wir gebrütet, Temperaturen zwischen 35 und 38 °C, es ist nicht mehr schön. Selbst unseren Schildis scheint es zu viel zu sein, man sieht sie nur morgens und am Abend, dann schlagen sie aber richtig zu, fressen ohne Ende :-))   
Geschlüpft sind bisher erst 6 TM und 6 Griechen, denen ist es vielleicht auch zu heiß :-)   
Liebe Grüsse auch von Bernd & Liana   
Christel 
7. Juli 2001    
Das Wunder von FINO
Auszug aus einem e-Mail an Wilf:  
"...Unser Sorgenkind FINO hat unglaubliche Fortschritte gemacht. Wenn ich es selbst nicht erlebt hätte, würde ich den Berichterstatter für verrückt erklähren!  
Du musst bedenken, daß Muskeln, Bänder und das gesamte Gewebe weggefressen   
waren. Bis auf die Beschuppung der Beine ist alles regeneriert. Fino läuft fast ohne Problem und klettert schon ganz forsch am Zaun, der ihn von den Mädels trennt.  
Wo kommen die neuen Bänder her ??????????    
Wenn ich eine neue Kamera habe, werde ich Aufnahmen für deine/ unsere Homepage machen...."   
Kommentar von mir:   
Ja, das ist ein Wunder!  Im Mai habe ich gesehen, wie Christel die Verbände der beiden Vorderbeine gewechselt hat und dass tatsächlich um die ehemals freiliegenden Knochen und blanken Gelenke neues Gewebe nachgewachsen ist. Bei Schildkröten ist - fast - alles möglich)
21. März 2001   
Frühling!
Wir sind heute morgen schon um 4:30 Uhr aufgestanden, um bei Sonnenaufgang am Axios zu sein. Dort gibt es Wildpferde, es war ein Traum.  Ich hoffe Bernds Videoaufnahmen sind gut geworden. An eine Kormoransiedlung, mit hunderten von Vögeln konnten ganz nah heran. Allein in einem Baum durften wir 10 Vögel beobachten. Ab nächste Woche ist das Gebiet gesperrt, die Vögel nisten dort und dürfen nicht gestört werden :-).  
Wir haben gerade alle Paten benachrichtig, wie es ihren Schützlingen geht. Auch die Emys sind nun aktiv! Grosses Erwachen - bei uns wuselt es!   
Aus Platzmangel haben wir heute beschlossen, die Tiere, die vollständig regeneriert sind, die wir also bedenkenlos freilassen können, in die Berge bzw ins Delta zu entlassen, wo die Welt noch in Ordnung ist :-). Wilf's "Aurora" gehört auch zu den Glückskindern!   
Wir möchten uns in diesem Jahr auf Marginatas konzentrieren, durch die Brände im letzten Sommer, sind große Verluste zu verzeichnen.  
Unser Ziel für die "Saison" : 200 Nachzuchten! Wir benötigen also dringend Platz.   
Für einige Mädels, bei denen im letzten Jahr die Kloake vermadet war, haben wir ein neues Freigehege gebaut. Die Wunden sind zwar gut verheilt, aber wir denken, sie müssen in diesem Jahr noch geschützt werden vor den "stürmischen Herren" :-)   
-  
"Fino" unser Sorgenkind, wohnt seit gestern auch in seinem neuen Eigenheim mit Garten, er schiebt sich mit seinen Hinterbeine voran, die Vorderbeine funktionieren noch nicht so, wie wir es ihm wünschen, aber wir haben Geduld. Das Wunder hatten wir ja bereits.   
Liebe Grüsse auch von Bernd.  
Christel.
17. März 2001  
Wetterbericht
....wir haben seit gestern traumhaftes Wetter, hier am Olymp, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, alles blüht und grünt, Bilderbuchwetter!   
Ich komme gerade aus dem Delta zurück, wollte nachschauen, ob dort die Schildis auch so "wuseln", wie bei uns im Garten und ...schon die Fahrt dorthin war grandios, bis auf zwei Schafs - und eine Ziegenherde mit den dazugehöhrigen Hirten und Hunden war ich ganz alleine (keine Jäger mehr :-)))   
Am Kanal vorbei in der Luft 2 Graureiher und zwei Greifvögel und im Wasser, alleine auf einem Baumstamm (im Wasser liegend), 2 Kaspische Wasserschildkröten und 3 Emys - ausgestreckt der Sonne entgegen, filmreif !  
Insgesamt habe ich 7 Emys und 8 Kaspische gesehen. Im Delta traf ich innerhalb von 2 Stunden auf insgesamt 9 Männchen, 5 Weibchen und ein Jungtier T.h.b.  
Ein ohrenbetäubendes Froschkonzert, Silber- und Graureiher, einfach phantastisch.       
Liebe Grüsse Christel
11. März 2001   
Feldarbeit
Nachfolgend die Auswertung unserer Kartierung vom letzten Jahr:   
THB Jungtiere. Zeitraum: 30.03. - 11.10.00. Gesamt: 72 davon 10 mit ungeteilten Afterschild   
 
THB, Zeitraum: 14.05. - 30.11.00   
Männchen gesamt: 249 davon hatten 13 ein ungeteiltes Afterschild   
Weibchen gesamt: 299 davon hatten 78 ein ungeteiltes Afterschild   
 
In unserem Delta trafen wir 197 Männchen und 238 Weibchen, hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein! In Gegenden, wo wir definitiv wissen, das abgesammelt wurde, ist das Verhältnis katastrophal, wir müssen eine Umsiedelaktion starten. Ein Beispiel, am Kato Olymp - laut unserer Statistik, laufen 16 Männer und nur 6 Frauen, nicht gerade ein gesundes Verhältnis! Weibchen dort auszusiedeln ist, nach unserer Meinung, keine gute Idee; wir denken das wäre "Perlen für die Säue". Wir werden die Männchen in die "heile Welt" bringen :-))  
 
Bei den Marginatas sieht es genau so aus, im Zeitraum: 13.04. - 28.09.00 trafen wir auf 30 Männchen und nur 19 Weibchen, im bekannten "Absammelgebiet" waren 22 Männchen und nur 11 Weibchen, also genau 50 %, leider vom falschen Geschlecht, bitte nicht falsch verstehen!!!   
 
Nach unseren Beobachtungen machen die Schildis, speziell die Marginatas keinen durchgängigen Winterschlaf, kaum scheint die Sonne, kommen sie raus. Von wegen, die Schildkröten brauchen ihre gesamte Energie zum aufwachen, alles nur Theorie! Sie bewegen sich zwar langsamer, sind auch nur für ein paar Stunden am Tag unterwegs, fressen nichts, aber sie schauen schon mal nach, was so los ist, was das Wetter macht ...   
Auch die ganzen Werte in puncto. max./min. Temperatur für den Winterschlaf, müssen wir in Frage stellen, in der freien Natur graben sich die Schildis ein bei Nachtfrost auf 4°C und sonst auf 9°C.  
 
Unsere 99 Babys sind seit dem 03.03.01 im Freigehege, alle haben den Winterschlaf im Kühlschrank unbeschadet überlebt, sie sind top fit, manche fressen sogar schon. Temperaturen zwischen 8°C am Morgen und max. 20°C am Nachmittag, heute allerdings nur 11°C. Den Herren der Schöpfung Marginata macht das allerdings wenig, sie hauen rein, als hätten sie Angst, das es vorläufig nichts mehr gibt :-) Die "faulen Griechen" schlafen lieber etwas länger, von ihnen hat noch keiner an einem Blättchen geschnuppert, jedenfalls die Männer, bei den Weibchen sieht es anders aus, sie sind schon fleißig unterwegs und verabscheuen frischen Löwenzahn und Endivien nicht.
25. Feb. 2001   
Erwachen im Frühling
Bei stürmischen 8 bft und 21°C sind noch einige Schildkröten erwacht.   
Die Winterruhe haben folgende Patenkinder beendet:   
Vasili, Ufo, Glatze, Elpida, Lucky, Sonja und Helena.   
Wegen ihren Verletzungen werden die Weibchen in einem sofort umgebauten separaten Gehege von den paarungsaktiven Männchen getrennt gehalten.  
Waren heute im Delta, außer vielen Eidechsen, Fröschen und einer Emys, liegt noch alles in tiefster Ruhe!
30. Jan. 2001       
Winterruhe
FINO (Heikes Patenkind) HAT HEUTE SELBST GEFRESSEN!   
Die Begeisterung in unsrem Haus überstieg das vergangene Weihnachten, Sylvester und meinen Geburtstag sowieso! Gruss Bernd. 
Hatten gestern und heute etwas Sonnenschein und 10° C - sofort waren zwei Marginata- und ein Thb Mädel bei uns im Gehege unterwegs !?! Überhaupt unterbrechen die Tiere sehr häufig ihre Winterruhe, wenn es mal über 8° C geht.  
 

In der Heimat einiger Schildkrötenarten - Griechenland - kommt es zu keiner durchgehenden Winterruhe. So wurden Marginatas auf der Peloponnes - noch Mitte Januar - und bereits Anfang März beobachtet. In unserem Freigehege kommen einige Tiere an die Oberfläche, sobald die Temperatur über 8° C liegt. Die Temperaturen im Boden - dort wo die Winterruhe gehalten wird - liegt bei etwa 9° C. Tiefsttemperatur im Boden 4° C - bei Nachtfrost - etwa 10 Tage pro Winter. Durchschnittstemperatur der restlichen Wintertage im Boden; 9° C.
21. Jan. 2001                                 
Krankenbericht
Heikes FINO: Nachdem Fino sechs Tage Antibiotika bekommen hatte, reagiert er seit heute morgen geringfügig auf Störungen am Terrarium! Am Mittag streckte er sein Hinterteil nach oben, als wolle er Kot absetzten. Ein warmes Bad brachte Erfolg - eine dünnflüssige, grünliche Substanz wurde abgesetzt - was nach Antibiotika normal ist! Fino wird alle zwei Tage mit der Magensonde zwangernährt! Grüsse aus dem verregneten Griechenland von   
Bernd
19. Jan. 2001 Liebe Patinnen und Paten.  Siehe Patenschafts-Seite: Aetos6-A                                   
Sicher wollt ihr wissen, wie es den Nachzuchttieren und den verletzten Schildkröten geht.   
Christel hat's für Euch aufgeschrieben:                                   

"Wie geht es euren Patenkindern?                                    
Von 99 Babyschildis ruhen 81 friedlich im Kühlschrank. Ihren ersten, verkürzten Winterschlaf werden sie in zwei Wochen beenden. Die letzte Kontrolle ergab, daß 17 Tier einen minimalen, aber nicht problematischen Gewichtsverlust haben. Die restlichen 18 Tiere, die wir zunächst nicht zum Überwintern in den Kühlschrank geben konnten, haben inzwischen Normalgewicht erreicht und können nun ebenfalls in den Kühlschrank.   
Nun den Patenkindern:   
Beates "Vasili": Nach einigen Desinfektionen ist der Panzer endlich von Pilzen befreit - wir konnten ihn bedenkenlos in die Winterruhe übergeben.  
Frank seine Patenkinder haben eine erfolgreiche Wurmkur mit Panacur hinter sich - die letzte Kotuntersuchung war negativ. Die offenen Wunden wurden desinfiziert, durch Salzbäder sind sie gut geheilt, selbst die Hinterbeine von "Samtpfote" weisen keine Risse mehr auf. Sie haben sehr gut gefressen und inzwischen ihr Normalgewicht erreicht. Vorbereitungen auf die Winterruhe laufen.   
"Glatze" das Patenkind von Heide wohnt im Herrengehege in unserem Garten. Nach anfänglichen Einschlafproblemen, auf Grund der noch zu hohen Temperaturen, hat er sich inzwischen, bei nur noch 2°C, doch entschieden, tief eingebuddelt im Laubhaufen zu schlafen.   
"Binchen", "Ufo" und "Hugo", die Patenkinder von Christine, im einzelnen:   
"Binchen" liegt seit drei Wochen in einem speziell gesicherten Gehege, tief eingegraben im Winterschlaf. Allgemeinzustand gut, bisher kein Gewichtsverlust.   
"Ufo": das Schwanzschild mit der Schussverletzung ist durch baden und desinfizieren inzwischen gut verheilt. Zweimalige Wurmkur mit Panacur brachte den gewünschten Erfolg.   
Ufo wird auf den Winterschlaf vorbereitet.   
"Hugo" unsre kleine Emys sieht mit seinem gequetschten Fuß zwar nicht so attraktiv aus, die Wunde ist aber sehr gut verheilt, er ist fit und kommt nächste Woche, zusammen mit den   
Emy Nachzuchten in ein Terrarium zum Winterschlaf.   
Simones "Lucky", unsere kleine "Weissingeri" ist seit drei Wochen im Winterschlaf. Allgemeinzustand gut, bisher kein Gewichtsverlust.   
Wilfs "Aurora" : Seit drei Wochen im Winterschlaf. Gewicht konstant.   

Die Problemfälle:                                    
"Athene" Patenkind von Angela und Nicole und "Elpida" vom Maic:   
Beide Damen haben uns grosse Sorgen bereitet.  Nachdem wir sie von Parasiten, sowohl innerlich, als auch äußerlich befreit hatten, verweigerten sie immer noch die Nahrungsaufnahme. Tagelang saßen sie völlig apathisch im Terrarium. Wir hatten uns entschlossen mit der Zwangsernährung zu beginnen.  Man könnte denken, sie haben es geahnt .... !?! Schon am nächsten Tag haben sie Berge von Grünfutter verdrückt. Nun fressen sie ohne Ende, randalieren im Terrarium und tun so, als wären sie nie krank gewesen :-)   
Der traurigste Fall:   
"Fino" hat inzwischen auch eine Patentante - Heike - sie ist zu seinem grossen Glück auch noch Tierärztin und steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Der kleine Grieche, den eigentlich alle schon aufgegeben hatten, bekommt seit vier Tagen Antibiotika und wird zwangsernährt. Wir warten auf ein Wunder!

28. 12. 2000 Wetter: Mittagstemperatur 16°C, Sonne und Sturm.
24. 12. 2000  Die "Weisse Pracht" ist heute leider bereits wieder getaut.:-((   
Morgens minus 2 Grad C, mittags + 4 Grad C.
23. 12. 2000 Christel hat gerade ein paar Messungen gemacht (Bernd ist zur Zeit im Peloponnes Geld verdienen):   
Aussentemperatur -1 Grad C, es schneit, wir werden "Weisse Weihnachten" haben. Unsere Schildis im Freigelände haben sich nun doch entschlossen ihre wohlverdiente Winterruhe anzutreten, die Bodentemperatur, wo sie sich "verbuddelt" haben beträgt 4°C. Bernd sagte, Urs Landweer  möchtest es gern wissen - bitteschön, nichts leichter als das!
20. 12. 2000 Heut brachte uns jemand aus der Nachbarschaft (es tut sich was bei den Leuten in unserer Umgebung) ein Thb Männchen mit völlig zerfressenen Vorderbeinen - denke mal an Rattenfrass - die Knochen und Gelenke liegen frei! Ich bin nun davon überzeugt, dass Schildkröten die Winterruhe verweigern wenn sie krank oder verletzt sind. Wir haben nur 6° C, und dort wo heute das Tier gefunden wurde, herrscht seit zwei Nächten leichter Frost
16. 12. 2000 Komme gerade aus dem Delta zurück. 18° C und Sonnenschein.   
Ausser drei Eidechsen waren keine Reptilien mehr anzutreffen.
11. 12. 2000 Wir waren heute bei Sonnenschein (endlich) und 14°C im Delta. Sechs "Alte Bekannte" Herren lagen in der Sonne oder frassen! Vier neue Männer konnten wir kennzeichnen. Ein Weibchen fanden wir wieder einmal mit total von Maden zerfressener Kloake.  
Für ein weiteres Weibchen kam jedoch jede Hilfe zu spät - von der Kloake her aufgefressen.   
Nun weiss ich endlich was mit den Tieren passiert, wenn ihnen nicht geholfen wird. Nachdem unsere Terrarien in den Schuppen gestellt wurden, da fast alles in der Winterruhe ist, sieht es jetzt bei uns im Wohnzimmer wieder wie im Zoo aus.
2. 12. 2000 2/8 Bewölkung, 11°C tags und 7°C nachts - und die Marginata - Männchen denken immer noch nicht an die Winterruhe!
30. 11. 2000 .....wir sind gerade aus dem Pinios Delta zurückgekommen. Es war Sonnenschein und 13°C ( vergangene Nacht hatten wir 7°C). Der Olymp und Kissavos sind tief verschneit. Wir trafen nochmals auf sieben Thb, die sich für etwa zwei Stunden sonnten. Zwei prächtige Mädels hatten jedoch die Kloake von Maden völlig zerfressen - übelster Geruch! Das ist nun das dritte Tier in diesem Jahr mit dieser unangenehmen Erscheinung. Nun stellt sich uns die Frage, was mit diesen Tieren, so kurz vor der Winterruhe passiert - werden sie lebendig aufgefressen? Im Moment nehmen sie ein Kamillebad bei uns vor dem Ofen.   
Beide haben - zum Glück reichlich Kot abgesetzt. Nun haben wir noch zwei Pflegefälle mehr. Können auch bald in die Bildergalerie. ...ist schon irgend wie seht traurig, was selbst in der Natur passiert. Ich vermute, dass die Kloakenverletzung von den Paarungen herrühren. 
27. 11. 2000 Heute Regen, 10°C. Gestern 2/8 Bewölkung 17°C - und in der Natur fressen die Schildkröten immer noch. Wer badet sie denn jetzt, damit sich der Darm für die Winterruhe entleert ;-)
24. 11. 2000 1. Erfolg der Zusammenarbeit der beiden Naturschutzorganisationen:   
* O Aetos * / Griechenland und For Animals / Österreich   
AMBASSADE DE GRECE EN AUTRICHE,  23. November 2000   
Betreff: Information über den Verkauf von präparierter Caretta-Caretta.   
Ich möchte Ihnen hiermit bekannt geben, daß die Information über den Verkauf von präparierter Caretta-Caretta in Navplion bereits den zuständigen Behörden in Athen weitergegeben wurde. Im Bezug auf das ähnliche Vorkommen in Nei Pori (Olympusgebiet), hat uns das zuständige Generalsekretariat für Entwicklung und Schutz von Wäldern und Naturumwelt des griechischen Landwirtschaftsministeriums folgendes mitgeteilt. Auf seinen Antrag hat die zuständige lokale Walddirektion unmittelbare Priorität gegeben und eine sofortige Kontrolle im genannten Geschäft geführt. Es wurde festgestellt, daß es tatsächlich um ein Schildkrötenpräparat der Familie Chelonidae ging, welches darauf beschlagnahmt wurde. Die zuständige Walddirektion würde mit allen Verfahren, die das internationale Abkommen CITES ( durch das Gesetz nr.20550-1992 ratifiziert), die E.C. nr 338-1997 und 939- 1997 Regelungen als auch die regoniale Gesetzgebung ( im konkret Artikeln 57 und 58 des Gesetzes nr 2637-1998) vorsehen, gegen den besitzer vorgehen, was sowohl ein Strafverfahren als auch eine Auferlegung einer Geldstrafe bedeutet.  
Mit freundlichen Grüssen   
Christos Alexandris
17.11.2000 Habe gestern ein längeres Telefonat mit Dr. Uwe Fritz vom Museum für Tierkunde in Dresden (Du hast mir seine URL geschickt) geführt. Der Mann scheint wirklich kompetent zu sein. Hier die Ergebnisse unseres Gesprächs:  
1. Er glaubt nicht an die Existenz von Weissingeri.    
2. Die Sporne sind auf keinen Fall "Markenzeichen" von Weissingeri, eher eine Laune der Natur.   
3. Er glaubt (oder ist sich sicher) an mehrere, in Griechenland lebende Unterarten der Thb.  
4. Er hat mir empfohlen, bei meinem nächsten Deutschlandbesuch ihn aufzusuchen, damit er mir beibringen kann, wie man bei Schildkröten Blut abzapft. Er ist also an Blut zur Genbestimmung von verschiedenen Tieren interessiert.   
Genau das war mein Ziel!
10.11.2000 Ich hatte heute ein wenig Zeit für intensivere Begutachtung der "Sporn - Marginata". (nach drei Wochen Peloponnes bleibt immer ein Haufen Arbeit zu erledigen)  
Bei 23° C waren natürlich alle Schildkröten bei uns im Garten auf Achse.    
Fest steht: Ich habe in der vergangenen Saison ca. 150 Marginatas im Norden- und ca. 40 auf der Peloponnes begutachten können. Bis auf die beiden der vergangenen Tage waren alle ohne Sporne!
9.11.2000 ....da ich mich immer nur ab Mitte Oktober bis Anfang November und im März auf der Peloponnes aufhalte, habe ich noch keine Thb entdecken können. Da ich vor vielen Jahren oft den Monat Mai auf dieser Halbinsel verbracht hatte, ist mir die Griechische Landschildkröte in grosser Vielzahl in Erinnerung. Dieses scheint meine Beobachtungen der letzten Jahre zu bestätigen: Marginatas gehen etwa drei Wochen später in den Winterschlaf und erscheinen im Frühjahr erheblich früher als die Griechen. Eine zuverlässige Person (Sue aus England, lebt in Alt Epidaurus / Peloponnes) erzählte mir, dass bei günstigen Wetterverhältnissen, die Marginatas noch Mitte Januar aktiv sind.  
Bei uns am Olymp liegen die Temperaturen bei 9° C in der Nacht und bei 19° C tagsüber. Die Marginatas und die männlichen Thb sind stets aktiv, von den weiblichen Thb ist nichts mehr zu sehen. Bei beiden Arten ist es typisch, das die männlichen Tiere bei extremen Wetterverhältnissen noch aktiv sind, die Weibchen jedoch zurückgezogen leben. So konnten wir in einer bestimmten, von uns gut bekannten Region, in diesem extrem heissen Sommer, kaum weibliche Tiere antreffen, obwohl hier die Mädels in der Überzahl sind.   

Nun zu den Beobachtungen auf der Peloponnes: Schon vor drei Jahren ist mir aufgefallen, daß hauptsächlich die weiblichen Marginatas eine völlig andere Figur als die Tiere des Nordens haben. Bisher ist mir noch kein Tier unter den Zollstock gekommen, welches größer als 24 cm war. Auffallend ist der extrem hohe Rücken und die steil nach unten zeigende "Heckschürze". Adulte Weibchen des Nordens werden locker 30 cm gross und die Heckschürze ist fast soweit ausgestellt wie die der Männer. Der Carapax ist flach und breit.
5.11.2000 ..... Und nun was zum nachdenken: Ich fand zwei adulte Marginata- Männchen mit sehr stark ausgeprägten   
Spornen (etwa 6 X 5 mm und 8 x 6 mm Breite/Höhe) auf den Oberschenkeln der Hinterbeine. Diese Sporne sind stärker ausgeprägt als bei Graeca! Habe ein Tier mitgenommen, werde Dir Bilder schicken.    

(Hallo Bernd. Ja, das kommt vor. BOUR, BUSKIRK, und auch FEHRINGER & HAMAR fanden bei vielen Tieren grosse Kegelschuppen, die an Testudo graeca erinnern.   
Gruss Wilf)
9.10.2000 Seit einer Woche Regen und Gewitter, fast 24 Stunden am Tag.  
Die Strassen stehen unter Wasser, die Emys- und Mauremysgewässer sind wieder voll, die Wiesen wieder grün, die Landschildkröten sind sofort unterwegs.  War gestern in einer einstündigen Regenpause im Delta und habe 60 Tiere angetroffen. 90% Männchen und 18 von uns markierte. Gruß Bernd
2.10.2000 P R O T O K O L L  über  L i l a 4    
THB 19cm weiblich / Sehr gut.  Pinios Delta am 18.05.00 kartiert.  
Besondere  Merkmale: Sehr heller Plastron / Plastron wie THH.         
Am 15.06.00 erneut im gleichen Gebiet angetroffen:    
BEFUND: Die Kloake des Tieres war voller Fliegenmaden (bis zu 1 cm lang). Das Tier machte aber einen  munteren Eindruck. Erste Maßnahmen: Jod wurde in die Kloake geträufelt, woraufhin etwa 30 Maden, in den Größen von 2-10mm, mit der Pinzette abgelesen werden konnten.   
In der Rehastation: Erneute Jodbehandlung; nochmals ca. 20 Maden entfernt. 3 X täglich in etwa 35° C warmen Wasser gebadet, bis der Darm nach etwa fünf Tagen völlig entleert war. Der Darminhalt bestand zum größten Teil aus trocknen, unverdauten Blättern. Der Enddarm wurde mit dem Finger innen abgetastet. Es lag keine Verstopfung, kein Geschwulst im ertastbaren Bereich vor. Das Tier wurde während der Behandlung in einem separaten Terrarium gehalten, um einen neuen Fliegenbefall zu verhindern. Der Enddarm wurde mit einer Lebertransalbe innen ausgestrichen. Nach weiteren fünf Fastentagen wurde das Tier erneut gebadet. Es war so leicht, dass es im Wasser trieb. Der Enddarm wurde erneut mit Lebertransalbe ausgestrichen und dem Tier Futter geboten. Es wurde im Terrarium kein Futter aufgenommen. Unter Aufsicht lief das Tier im Garten. Es wurde bald Klee aufgenommen. Verschiedene Salate und Breitwegerich wurden, während das Tier den Klee fraß, dargeboten - und gefressen. Nach 12 Tagen verbrachten wir das Tier in ein separates Freigehege, wo es tagsüber verweilte. Die Nacht verbrachte es im Terrarium. Im Freigehege wurde regelmäßig Futter aufgenommen. Die von den Maden zerfressene äußere Kloake heilte schnell ab. Die übergroße Kloakenöffnung heilte bald zur Normalität ab. Am 02.10.00 konnte das Tier mit guter Kondition wieder ausgewildert werden.  
Gesamter Heilungsprozess plus Reha: 107 Tage   
Ausgewildert: Platamon / Nachbargrundstück  02.10.00
24.9.2000 Wir hatten Vorgestern noch 37° C!   
Erst heute ist es etwas kühler geworden. Hatte gestern eine Marginata und eine THB angetroffen. Beides Männer. Es scheint (so meine Beobachtungen), dass bei extremen Wettersituationen nur männliche Tiere unterwegs sind! Sie erscheinen auch im Frühjahr etwa zwei Wochen vor den Weibchen.
14.8.2000 Ich treffe, egal zu welcher Tageszeit kaum noch Schildkröten an. Wir haben ein entsetzlich trockenes Jahr (seit 50 Jahren das schlimmste) und seit Anfang Mai hat es nur einmal richtig geregnet. Es gibt kein Futter mehr und es gibt auch keinen Tau am Morgen. Wo nehmen die Tiere die Flüssigkeit her?
5.8.2000 ....wir haben bis jetzt 512 Landschildkröten markiert und in unseren Kartierungsunterlagen aufgenommen. Mehr als 1000 haben wir bestimmt "auf den Rücken gelegt"! Leider hatte ich das Unterscheidungsmerkmal Brust / Schenkelschilder früher nie beachtet :-(. Bei den letzten Kartierungen waren etwa 30 % der Tiere wie THH. Die Grössen beliefen sich zwischen 18 - 21 cm. Gewicht?: Wir haben bei den Kartierungsarbeiten keine Waage mit. Es ist sehr trocken bei uns, man findet kaum Tiere. Ist Dir bekannt, ob Europäische Landschildkröten während der Trockenzeit eine Ruhephase einlegen?   
Gruss Bernd. (Ja, das können sie. Gruss Wilf)
2.8.2000 Die Brände in Griechenland haben in unserer Region mehr Schaden angerichtet als ich glaubte.   
Ich war heute zum ersten mal wieder im Ossagebirge; der größte Teil eines dicht besiedelten Marginata Gebietes ist völlig abgebrannt. Den Anblick habe ich immer noch vor Augen. Nach den ersten paar Schritten im abgebrannten Biotop fanden wir auch gleich fünf verkohlte Marginatas. Wir haben die Randzonen des Feuers nach verletzten Tieren abgesucht - leider erfolglos. Nach Schätzungen sind allein in diesem Gebiet etwa 200 Tiere umgekommen. Zwei weitere Berge im angrenzenden Gebiet sind ebenfalls abgebrannt. Der Tierbestand war mir allerdings nicht bekannt.  
Kannst Du Dir vorstellen wie beschi..... das ist, wenn Du zum Startplatz kommst, kennst genau den Busch, wo seit fünf Jahren die gleiche Marginata ihre Mittagsruhe hält, und diese nun verkohlt an der gleichen Stelle sitzt!
16.7.2000 Wir haben immer noch unsere 32° C. Also ganz normal. Vor vier Tagen hatten wir Scirocco. 42° C. Total trocken. Etwa 4 km von uns entfernt hat es gebrannt. Am Meer ist die Feuchtigkeit zu groß, um grösserer Brände aufkommen zu lassen. Bei uns ist es auch im Hochsommer immer noch grün und saftig.  
Zur Zeit schlüpft gerade Nr.4. Alle haben nachts damit begonnen. Sie bleiben dann noch zwei Tage im Ei und kommen dann voller Elan aus der Schale. Vom Dotter ist nichts mehr zu sehen.
12.7.2000 Ich bin mir sicher, daß die Testudo hermanni boettgeri und Testudo marginata weit mehr fleischliche Kost zu sich nehmen, als wir bisher glaubten.                                  
Ich beobachte sehr häufig, in freier Natur, dass die Schildkröten an verendeten Ziegen oder Schafen fressen. Ebenfalls treffen wir sie häufig an den Rändern von Landstraßen an, wo sie die Heuschrecken fressen, die von Autos überfahren wurden. Auch in unserem Gehege ist kein Käfer oder Regenwurm vor ihnen sicher. ............ob das für die Tiere gesund ist, kann ich leider nicht sagen.
17.5.2000 ....Die Zuschüttung des Sumpfgebietes geht dem Ende entgegen. Es sind nur noch etwa 80 m Kanal offen. Bis auf ca. 20 Wasserschildkröten konnten wir insgesamt 66 Tiere retten. Wir sind einem österreichischen Tierhändler auf der Spur, der regelmäßig in unserer Region Schildkröten absammelt. Wie wir aus Österreich erfahren haben, ist dieser Mann, wegen o.g. Delikten bereits mehrmals vorbestraft. Man hat uns jedoch vor diesem Mann gewarnt - gefährlich!                                  
In unserem Auffanglager befinden sich zur Zeit zwei Emys mit zerquetschen Vorderbeinen (Baumaschinen), sechs angeschossene Griechinnen und einige Landschildkröten mit demolierten Panzer.                                   
In einem Kanal von 800m Länge konnte ich 104 Wasserschildkröten beobachten.                                  
Vorgestern haben wir im Piniosdelta, an einem Tag 100 Griechen markieren können. Wir zeichnen die Tiere, um evtl. Wanderungen, bzw. Standorttreue nachzuweisen. Und dann hoffe ich, daß der A-Tierhändler Respekt vor markierten Tieren hat. Ausserdem hilft uns eine Kartierung bei der Beantragung von Schutzgebieten. Der Antrag an die EU ist bereits unterwegs. Gruss Christel, Liana und Bernd
2.4.2000 ....ich bin heute von der Peloponnes zurück. Habe auf der Peloponnes wieder nur Marginatas angetroffen, und das in einem Verhältnis: 10-Männchen zu  1-Weibchen! Das ist doch nicht normal, oder?
18.3.2000 Habe heute unseren "Schildkrötenkanal" im Nachbardorf inspiziert. Wo noch im vergangenen Jahr, auf einer Kanallänge von 800 m über 100 Wasser- und Sumpfschildkröten anzutreffen waren, konnte ich heute                                  
nur 15 Tiere zählen.                                  
Was ist passiert: Mitten in einem Sumpfgebiet wurde eine "Sportstätte" errichtet. Neben Tennisplätzen, einem Restaurant auch ein riesiger Pool. Da in Griechenland die Sommertemperaturen sehr hoch sind, wird das Wasser mehrmals im Jahr gewechselt. "Viel hilft viel", denken die Griechen, und versetzen das Poolwasser mit einer riesigen Menge Chlor, das ungehindert in den Kanal fliesst.... Der Kanal mündet in einen Fluss, der trotz Naturschutzgebiet an einen Fischereiverein verpachtet wurde. Sämtliche Kanäle und der Zufluss zum Meer sind durch Netze abgeriegelt. (Einige Netze konnte wir schon entfernen, jedoch fehlt uns ein Allradfahrzeug, um die grösseren Netze rauszuziehen.) Einmal jährlich erscheint ein Herr aus Österreich mit einem LKW, so berichtete mir heute ein Fischer ohne Zögern, der die Schildkröten abholt, für DM 100,- das Stück! ....ist das nicht toll?
17.3.2000 Das Wetter in GR ist, bis auf einige Tage, immern noch sehr schlecht.                                   
Gestern hatten wir Schneeregen! Meine Wasserschildkröten nutzen jeden Sonnenstrahl, vergraben sich aber sehr schnell wieder im Laub, wenn die Sonne verschwindet. Diese geht schon beinahe drei Wochen so. Da sie bei der Kälte nichts fressen, mach ich mir langsam Sorgen. Sind diese berechtigt?                                  
Gruß Bernd
11.3.2000 .... bin am Mittag von der Peloponnes zurückgekommen. Die Natur ist dort etwas weiter als am Olymp, jedoch auch hier ist der Frühling eingekehrt.                                  
Die Temperaturen im Süden: Tags etwa 18°, Nachts ca. 9° C. Am Olymp etwa 2° C weniger.                                   
Am Donnerstag habe ich in ca. 550m üNN sechs Marginatas angetroffen, davon waren fünf männliche Tiere. Das Verhältnis hat mich etwas verwundert. Werde in Zukunft eine Liste führen.                                  
Eines der Männchen, ein Prachtexemplar von 32 cm Länge, fast unbeschadet und sehr kräftig, habe ich als "Zuchtbullen" mitgenommen. Andere Landschildkrötenarten waren noch nicht anzutreffen. Meine Beobachtungen in den letzten Jahren haben ergeben, dass Marginatas immer zwei bis drei Wochen vor den anderen Arten erscheinen. Unsere "schildpattlose" Maurische, liegt immer noch tief unterm Laubhaufen, wobei die kaspischen Wasserschildkröten, täglich für einige Stunden zum Sonnenbaden kommen.                                  
Futter wird jedoch noch strikt verweigert.                                   
Das waren die Neuigkeiten aus Griechenland.
28.2.2000 Wetterbericht vom Olymp in Griechenland. Tags: + 12 C,  Nachts leichter Frost.                                   
Gestern sind zwei unserer WS aus der Winterruhe erwacht und haben ca. 3 Stunden gesonnt. Gegen 16:00 Uhr haben sie sich im Laubhaufen verkrochen. Habe heute mit Christel eine "Zweimann-Exkursion" gemacht,                                  
es waren noch keine LS anzutreffen. Marginatas leben hauptsächlich in den Bergen, oberhalb 4-500 m. Schneegrenze in der Olympregion z.Z. 3-400m.                                  
Ein Überblick vom Jahres-Durchschnitts-Wetter in Nordgriechenland.                                   
Etwa Mitte Oktober ist sehr abrupt der Sommer zu Ende. Ende Oktober fällt, in den höheren Olymplagen der erste Schnee. Im November wird es wieder etwas wärmer, und manchmal trifft man noch auf LS. Der Dezember ist teils sonnig, aber schon recht kalt. Der Januar + Februar beschert uns Nachtfrost bis zu -10 C auf Meereshöhe! Im März geht es dann aber richtig zur Sache. Bis Ende Mai gleichen die Wiesen einem Blumenmeer, und die LS kommen auf ihre Kosten. Im Juni, Juli + August steigen die Temperaturen schonmal auf 30/ 35 C im Schatten, ist aber eher die Ausnahme. Der September ist mit dem nord-westeuropäischen August zu vergleichen, und wenn die ersten Regenfälle Ende Oktober fallen, wird alles wieder grün.
17.2.2000 Hallo Wilf, wir hatten den kältesten Winter seit etwa 30 Jahren.                                   
Selbst auf NN waren es Nachts -7° C! Der Isolationswert griechischer Häuser entspricht etwa dem eines Zeltes. Nur in Ofennähe ist es auszuhalten.                                   
Wir hatten natürlich auch schon ein paar Tage T-shirtwetter, die ich für den Bau der Freianlage genutzt hatte. Vergangene Nacht hatten wir jedoch wieder Frost!                                  
Die einheimischen Schildkröten lassen sich Zeit. Vor März tauchen sie nicht auf. Deshalb muss ich mich wundern, dass einige Leute aus der Liste, (Schildkrötenliste, anm. wilf) erfreut sind, wenn ihre Schildkröten schon bei Wintertemperaturen im Teich schwimmen!
26.1.2000 " O AETOS " heisst " DER ADLER ". Kommt von unserem Fliegerverein. (Gleitschirm- und Drachenfliegen)                                  
In Westeuropa sind wir unter " Olympic Eagles " in Fliegerkreisen bekannt.                                  
Grüsse aus dem sonnigen, aber kalten Griechenland ( - 4° C brrrrrrrr ) von Bernd
25.1.2000 Zur Zeit entsteht bei mir ein Video über unsere Natur (Griechenland) und Tierwelt. Dieser Film wird in unseren Schulen laufen. Jener Schuldirektor, den wir für unser Projekt gewinnen konnten, wird den Sprecher machen (mein Griechisch ist sehr dürftig). Und nun kommt das Unglaubliche: Es ist mir nicht möglich, die griechischen Namen der fünf hier lebenden Schildkrötenarten in Erfahrung zu bringen!?!? Selbst die Biologielehrer an den Oberschulen müssen passen. Ist das nicht traurig!                                  
Grüsse aus dem sonnigen, aber kalten (1° C) Griechenland.
14.1.2000 Meine Exkursionen in Griechenland, könnten folgendermassen aussehen:                                  
Basis ist das Fischerdorf PLAMONAS. Platamonas liegt zwischen den beiden grössten griechischen Flüssen Pinios und Aliakmonas, unterhalb des Olymps.                                  
Was man alles sehen kann:                                  
Breitrand,- Maurische,- und Griechische Landschildkroete, Gruenfroschkomplex, Gelbbauchunke, Griechischer Frosch, Aeskulapnatter, Balkan Zornnatter, Schlanknatter, Eidechsennatter, Sandotter, Smaragd- und Riesensmaragdeidechse, Viele weitere Eidechsenarten, deren Namen ich jedoch nicht kenne, Scheltopusik, Johannisschleiche.                                  
Greifvoegel: Stein,- Fisch,- Schlangenadler, Gaensegeier, Schmutzgeier, viele Falkenarten, Bussard, Kolkrabe uvm.                                  
Hier ist die Vogelwelt beeindruckend, hier treffen wir auf: Silber,- Seiden,- Rallen,- Nacht,- Grau,- und Purpurreiher, Dommeln, Stoerche, verschiedene Entenarten, Taucher, Eisvogel und mit etwas Glueck: Loeffler,                                  
Sichler, Pelikan und Flamingos in der Muendung.                                  
In den angrenzenden Reisfeldern finden wir die Ringel- und Wuerfelnatter, Europaeische Sumpf,- und die Kaspische Wasserschildkroete.
11.1.2000 Einer meiner Pläne, zur Finanzierung dieses Projektes (SOS-Schildkröte), ist die Durchführung                                  
von Exkursionen. Schon jetzt steht uns ein Raftingboot für 10 Personen zur Verfügung, mit dem wir die Deltas des PINIOS- und ALIAKMONAS- River befahren können. Zu beobachten sind IMMER: Europäische Sumpf- und Kaspische Wasserschildkröten, Ringelnattern, Würfelnattern, sechs verschiedene Reiherarten, Störche, mit etwas Glück; Flamingos, Pelikane uvm.                                  
Mit unserem 10 Sitzer Bus können wir in die Berge fahren, wo wir IMMER alle hiesigen Landschildkrötenarten antreffen. Zu beobachten sind ebenfalls Eidechsen, Froschlurche, Schlangen, Greifvögel uvm.
16.12.1999 Eine Schildkröte, die fast keine Hornplatten mehr hat, wurde von einem Nachbarn in unser Grundstück gesetzt. Es fehlen ca. 70% der Hornplatten. Ich hatte dieses Tier seit ca. 4 -6 Wochen nicht mehr gesehen, da auf unserem Grundstück die Wildnis vorherrscht. Heute hatten wir jedoch + 20° C! und unser Sorgenkind lief recht munter durch den Garten. Ich habe auch das Loch gefunden, wo sie sich, nur zur Hälfte eingegraben hatte. Der Panzer ist natürlich sehr verschmutzt, und müsste vor der Behandlung gereinigt werden.                                  
Hoffentlich überlebt das Tier im Freien.                                  
Wir haben hier am Olymp oft wochenlang Nachtfrost bis zu - 5° C.
14.12.1999 Vor zwei Tagen ( Also Mitte Dezember ) befreiten wir eine Kaspische Wasserschildkröte aus einem Netz, welches in einem kleinen Graben gespannt war. Diese Netz kann nicht für den Fischfang gedacht sein. Der Graben ist etwa 80 cm breit, und ich vermute, daß man da keinen großen Fischfang erwarten kann. Ich hoffe es war nur ein Kinderscherz. Kann nicht glauben, daß jemand ein Netz auslegt, um Wasserschildkröten zu fangen; und noch in dieser Jahreszeit.                                  
Die fast erstarrte Schildkröte ( Außentemperatur am Olymp etwa + 4° C ) wurde bei uns zu hause in ein umfunktioniertes Landschildkrötenaquarium untergebracht.
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