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| Es
gibt wohl vielfältige Beweggründe sich als Helfer auf Bernds
Schutzstation zu bewerben.
Meine waren recht simpel. Ich wollte endlich einmal die griechische Landschildkröte in ihrem natürlichen Habitat erleben – was auch sonst – natürlich gekoppelt mit der Pflege der verletzten Tiere. Ruhe, Einsamkeit, mich von der Natur vereinnahmen lassen, davon träumte ich ebenfalls. So verließ ich Anfang Mai mit meinem Schlafsack das quirlige Berlin. Ab in Richtung „Wildnis“. |
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| Am Flughafen
in Thessaloniki irrten noch zwei weitere Helferinnen, Sandra und Elli,
mit mir herum, wartend auf die Dinge, die da kommen. Und sie kamen – in
Form von Womble.
Nach einer herzlichen Begrüßung erreichten wir nach ca 1,5 h lebhafter Autofahrt gegen 01.00 Uhr nachts die Station. Absolute Finsternis, kurze Einweisung – Umfallen – erzwungener Schlaf…. Aber dann, der Morgen danach. Aus dem Internet hatte ich ja bereits ein Bild im Kopf, aber was ich jetzt zu Gesicht bekam, übertraf meine Erwartung bei weitem, und ich wusste sofort, |
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| ich hatte für
mich die richtige Entscheidung, den richtigen Ort getroffen.
Und mit „Socke“, dem (Wach)hund des Anwesens schloss ich in sekundenschnelle Freundschaft. Und dann erschien Bernd – der Schutzpatron der Station im legeren Outfit – und sorgte erst einmal als „Einstand“ für ein super gesundes Frühstück. Während wir ehrfürchtig löffelten, erhielten wir die nötige Einweisung betreffs Wasser, Gas und…. Strom, der praktisch nicht existent ist. |
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| Ganz vorsichtig
erkundigte ich mich trotzdem nach einer Möglichkeit meinen mitgebrachten
Fön doch noch zum Einsatz bringen zu können. Ich erntete natürlich
das Erwartete: ein herzhaft-tiefes Lachen und ein eindeutiges Kopfschütteln.
Super, dachte ich und begann bereits an meinem Äußeren für
die nächsten drei Wochen die ersten Abstriche zu machen. Aber dann,
aber dann hatte ich doch noch eine Idee…. Auch ohne Strom und dann lächelte
ich wieder. Tja Bernd, an dieser Stelle – ich war halt schon immer sehr
kreativ – und die Mädels haben sich köstlich amüsiert.
Schnell wurden die Aufgaben der Station unter uns Dreien aufgeteilt. |
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| Es war ein Glück, dass jeder von uns andere Erfahrungen mitbrachte. So wurden wir schnell ein eingespieltes Team und jeder lernte von jedem. Aber vor allen Dingen lernten wir von Bernd. Für mich war der Garten und die Hühner mein täglich Brot. Beete anlegen, sähen, Unkraut beseitigen, ernten. Aber das schönste war der allmorgendliche Gang zum Hühnerstall. Der Tag konnte nicht schöner beginnen. Smalltalk mit dem Federvieh, was für ein Erlebnis. Irgendwann ließ sich sogar der Hahn von mir bereitwillig streicheln. Jeder definiert Glück halt anders. |
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| Elli und Sandra
kümmerten sich zeitgleich um die Schildkröten-Futtersuche mit
anschließender Säuberung der Gehege. Zecken wurden fast täglich
entfernt. Der Gesundheitszustand der Tiere konnte so regelmäßig
überwacht werden. Vor allen Dingen das Jungtiergehege bedurfte unserer
vollsten Aufmerksamkeit.
Durch eine Schädlingsspritzung des Nachbarn bekamen einige der Babys eine Portion des Giftes ab. Elli badete sie zwar täglich, leider überlebten nicht alle. Da Bernd beabsichtigte, jede von uns einmal zu seinen Naturexkursionen mitzunehmen, |
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| musste die Vertretung
natürlich sichergestellt sein.
So wechselten wir uns mit den Aufgaben ab. Mit wachsamen Augen beobachtete der Hausherr unser Tun, schritt täglich sein Anwesen ab, kontrollierte unsere Arbeit und hielt sich mit Kritik natürlich nicht zurück. Mal mehr, mal weniger, mal vorsichtig, mal heftig-derb. Aber meist berechtigt - meist, lieber Bernd… Realisten begreifen jedoch schnell, hier geht es um Lebewesen und Existenz – manche Fehler könnten verheerende Folgen haben. Das war jedem von uns bewusst. Für Bernd selbst bedeutet es stets tiefstes Vertrauen in seine Helfer zu haben, gerade wenn er mit anderen finanzstarken Projekten tagsüber auf Tour ist. |
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| Schließlich
muss jeder Nagel, jedes Saatkorn bezahlt werden.
Durch die Exkursionen erhielten wir hin und wieder unseren „Ausgang“. Die Freude darüber war natürlich dementsprechend groß. Wie ein Schwamm saugten Sandra, Elli und ich die Erlebnisse wie das Pinios-Delta, die Orchideen-Tour im Nationalpark des Olymps, das Ossagebirge und die Wasserfälle auf. Eine gesunde, frei lebende Boettgeri auf ihrem Weg nach irgendwo zu beobachten ist ein Erlebnis für sich. Was für ein Stück Erde auf dem wir da leben! |
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| Auch das Schlendern
über den hiesigen bunten Markt in Leptokaria, das Baden im erfrischenden
Meer, da leckere Essen mit den Exkursionsteilnehmern in einer der Strandtavernen
erfüllte mich stets mit Leichtigkeit.
Wenn der Tag zur Neige ging, die Schatten länger wurden, blieb mit Blick auf die Berge und das Meer Zeit für wunderbare Gespräche bei einem Glas Malamatina. Die Zeit – vergänglich – die Begegnung mit einem Mann, der seinen Platz im Leben gefunden hat und nun mit seinen Händen versucht der Natur das zurück zu geben, was der Mensch systematisch zerstört – eine wunderbare Erfahrung. Irgendwer hat einmal gesagt: „Im Leben sieht man sich immer zweimal.“ Na, schaun wir mal…… |
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