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Reisebericht
– 5. – 12. Mai 2007
Text
und Bilder von Gabi Vorholt
Design Gabi
Wie bin
ich auf Griechenland und Platamonas gekommen?
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Als
langjährige Schildkrötenliebhaberin habe ich im Internet recherchiert
und bin dabei über die Schildkrötenseiten bei Bernd und O AETOS
gelandet. Die Naturexkursion ins Reich der Landschildkröten und besonders
das Pflegezentrum für verletzte Wildtiere sprach mich sofort an. Auch
meinen Mann Thomas konnte ich davon überzeugen.
Kurz
entschlossen entschieden wir uns für den Flug nach Thessaloniki und
die anschließende Weiterfahrt in das 100 km südlich gelegene
Platamonas.
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Am
5. Mai nachmittags
kamen
wir voller Erwartung in Thessaloniki an und wurden von Womble mit dem Schild
„Gabriele und Thomas“ empfangen. Nach 1,5 Stunden Fahrt kamen wir im Hotel
Morfeas, direkt am Hafen gelegen, an.
Traum-Hotel Morfeas
Morpheus ist der Gott des Traumes
in der Griechischen Mythologie.
Er ist der Sohn von Hypnos, dem Gott
des Schlafes.
Keine Sorge, das
Bild ist nicht spiegelverkehrt. Die Schrift "HOTEL" ist vom Hafen, von
hinten aufgenommen. Sie zeigt gegen die Hauptstrasse.
Am 1.Tag
ging es um 10 Uhr los.
Bernd
kam mit seinem 26 Jahre alten Toyota Landcruiser - auch bekannt als Buschtaxi
- dem doch schon die Jahre anzusehen waren. Auf dem Weg ins Ossagebirge
sahen wir schon die erste Boettgeri auf der Straße.
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Da lernte
ich was Neues: Beim Hochnehmen floß Flüssigkeit aus der Schildkröte.
Bernd erklärte mir, dass das der Wasserspeicher der Schildkröte
ist, um die Trockenzeit zu überstehen. In den Höhen begegneten
uns dann einige Maginatas.
Gabi mit Testudo Marginata
Für
Wilf gab es eine Vielzahl von Knabenkräutern, die er hingebungsvoll
mit seiner Kamera festhielt.
In
dem kleinen Dorf Spilia konnten wir bei griechischem Salat, Kebab und Zaziki
das Erlebte noch mal besprechen (Thomas träumt seither von Spilia).
Mezé (Häppchen) dazu Retsina
und Ouzo in einer Taverne in Spilia.
Im Hintergrund spielten Griechen auf
der Lyra romantische Lieder.
Am
2. Tag fuhren wir in den Nationalpark Olymp.
Gabi, Bernd, Thomas, Katrin und Wilf
(von rechts)
Auf dem
Weg fanden wir wieder Orchideen und Blumen, viele, die Wilf kannte, für
mich aber nur schön anzusehen waren.
Wilf
fotografierte sie von allen Seiten. An den ungewöhnlichsten Stellen
kroch er herum und machte seine Bilder.
Thomas, Katrin und Wilf (v.
r.)
Im Auto
wurden dann noch mal im Blumenbuch nachgeschlagen und mit Bernd über
den Namen diskutiert. Weiter ging es zu den Narzissenfeldern bei Kalipefki
in einem seit 15 Jahren trockengelegten See in 1000 m Höhe (einfach
den Stöpsel gezogen).
Narzissenfeld bei Kalipefki (schöne
Kiefer)
Bernd
entdeckte eine Schlange.
Ich entfernte
mich in den Narzissenfeldern kurzzeitig von der Gruppe, nicht ohne Folgen.
Ich wurde von 5–6 Schäferhunden verfolgt. Voller Angst ging mir vieles
durch den Kopf – nur nicht rennen! Der Schäfer rief sie zurück
– puh, Glück gehabt!!
Weiter
ging es an einen Bachlauf, in dem wir Gelbbauchunken finden sollten.
Kaulquappen
und Frösche verschiedener Art konnten wir entdecken und mit unseren
Fotoapparaten festhalten. Bernd zeigt uns dann eine kleine Unke, die in
Abwehrstellung die gelben Stellen an Bauch und Beinen zeigte, um Feinde
abzuwehren.
Bei der
Weiterfahrt retteten wir dann noch eine Schildkröte am Straßenrand
und setzten sie wieder ins Gebüsch. Abends dann ein Essen direkt am
Strand.
Urige Strandtaverne Alisáchni
(zur salzigen Brise)
von links im Uhzeigersinn: vorn Gabi,
dahinter Monika, Katrin (halb verdeckt), Bernd, Wilf und Thomas
3. Tag:
Heute hatte uns Bernd
seine Kochkünste versprochen.
Der
Markt in Leptokaria
gab alles her, was wir brauchten.
Dann
ging es in die Berge zu Bernd nach Skotina.
Die
Helferinnen Katrin, Elli und Sandra, die sich um alles kümmern, wenn
Bernd mit den Exkursionsteilnehmern oder Gleitschirmfliegern beschäftigt
war, warteten auf uns. Hier auf der Farm schlug mein Schildkrötenherz
höher.
Die vielen
Schildkröten in den Gehegen, getrennt nach Geschlecht, Boettgeris
und Marginatas. Große und kleine, in der Vormittagssonne ganz aktiv.
Die vielen Panzerverletzungen waren auf die Jahre schon gut verwachsen.
Für
unser Mahl pulten wir zuerst 2 kg Krabben, schnitten Tomaten, Paprika,
Lauch, Zwiebeln und Knoblauch.
Lagerleben! oder die fröhliche
Rüstmannschaft.
Zum Nachtisch
gab es dunkelrote Erdbeeren. Bernd hatte das Kochbuch aufgeschlagen, die
Schürze um und zauberte ein indisches Reisgericht in Griechenland.
Lecker!!
Nachmittags
ging es ins Piniosdelta,
dort
– Natur pur – trafen wir auf unzählige Boettgeris, wie Ostereier waren
sie zu finden und genossen die späten Sonnenstrahlen.
Paradies im Delta
Gemeinsam
mit Rindern und anderem Kleingetier teilten sie sich dieses einsame Fleckchen
Erde, nur die Vögel hörte man zwitschern. Einige geplünderte
Gelege waren zu finden.
Abends
trafen wir uns immer mit den Gleitschirmfliegern, Gottfried, Womble und
Bernd II. Es gab eine Sammelbestellung und alle probierten die leckeren
griechischen Speisen.
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4.
Tag: Heute
kam eine Schweizer Familie dazu.
Wieder
ging es ins Piniosdelta, aber diesmal mit den Booten. An der Meermündung
des Flusses Pinios ließen wir das Kanu und das Paddelboot zu Wasser.
Auf dem Weg zum Wehr – ca. 2 Stunden – begegneten uns neben Wasserschildkröten,
Reiher, Bienenfresser, eine Vielzahl von Libellen und blauen Schmetterlingen.
Auf
dem Rückweg führte uns Bernd in ein kleines Dorf zu einem kühlen
Bier in der Mittagshitze.
Zurück
an der Mündung noch ein kleines Bad im Meer. Beim Abspülen der
sandigen Füße und Einsteigen in die Hose verlor ich das Gleichgewicht
und fiel ins Wasser. Bernd band die nasse Hose vorn am Kühler fest.
Nach einer Stunde Fahrt in das kleine verfallene Dorf Pandeleimonas, das
wieder im Aufbau ist, war die Hose wieder trocken.
Nach
dem leckeren griechischen Essen gingen wir durch den Ort zum abgelegenen
Gebeinhaus. Ein Ort an dem die Knochen der Toten nach 2 Jahren in beschrifteten
Kisten aufbewahrt werden. Gibt es keine Angehörigen mehr, werden die
Gebeine hinter einer abgemauerten Wand aufbewahrt. Andere Länder,
andere Sitten!
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5.
Tag: Heute
bot uns Bernd etwas ganz besonderes
–
er
schüttelte uns mit seinem alten Toyota Land Cruiser über Holperwege
auf den 1978 m hohen Mt. Kissavos des Ossagipfels (2,5 Stunden!)
Gipfel des Mt. Kissavos
Auf der
Strecke sahen wir sogar den ersten Feuersalamander, aber für ein Foto
verkroch er sich unter einem Stein. Durchgeschüttelt kamen wir auf
dem kahlen Berg an. Die restlichen 150 Höhenmeter erklommen wir zu
Fuß. Beim Erreichen des Gipfels wurde die Glocke geläutet.
Auf dem
Kapellendach - eine kleine unterirdische Kapelle – machten wir Picknick
und genossen die Aussicht. Interessante Bodendecker waren hier zu finden
und wurden mit der Linse festgehalten.
Nach
dem Abstieg schüttelte uns Bernd wieder den Berg hinunter.
*
6.
und letzter Tag:
Die
Schweizer Kinder wollten natürlich auch Bernds Schildkröten sehen,
und Wilf noch einige Fotos von Schildkröten machen, für die Kinder
Patenschaften übernommen hatten.
So fuhren
wir noch einmal zu einem kurzen Besuch hoch. Inzwischen hatte auch ich
mein Patenkind gefunden, die Panzerverletzung war gut verheilt.
Mein Patenkind
Nachmittags
versprach uns Bernd eine weniger anstrengende Fahrt zu den Wasserfällen
am Olymp.
Sachen
zum Wechseln waren angesagt. Wir kraxelten den Bachlauf mit kleinen Wasserfällen
entlang, hangelten uns von Ast zu Ast und kletterten die Felsen hoch. Wir
kamen nur weiter, indem wir durch das Wasser schwammen – abenteuerlich!
In kleinen Pfützen begegneten uns unzählige Gelbbauchunken, die
sich auch leicht fangen ließen. Moosbedeckte Steine und Hölzer
säumten den Bachlauf. Die Sonne belebte die Farben und Frösche
sonnten sich in der immer feuchten Umgebung. Ein Traum!
Badewannen des Zeus
In dem
oberen Sammelbecken des Wasserlaufes verweilten wir und nutzen die von
Millionen von Jahren vom Wasser geglätteten Oberflächen des Baches
als Rutsche.
Rutsch ins kristallklare Wasser
Schade,
dass wir keinen Fotoapparat mitnehmen konnten. So konnten wir das Erlebte
nur in unseren Köpfen abspeichern.
Auf
den Fahrten begegneten uns immer wieder Ziegen- und Schafherden, die an
den Straßenrändern mit ihren Hirten verweilten und Futter in
der kargen Landschaft suchten.
Määhhh...
Abends
war dann das gemeinsame Abschiedsessen, an dem auch Bernd teilnahm.
Die ehrenwerte paréa (Essgesellschaft)
auf der Terrasse bei Maria.
Marias Taverne "Faros" (Leuchtturm)
liegt direkt am Fischerhafen von Platamonas.
Unabgesprochen
erschienen Womble und Bernd in den selbstgestalteten Schlips-T-Shirts.
Es war wieder ein lustiger und netter Abend zu günstigen nicht touristischen
Preisen.
Bernd und Womble ....
Im April/Mai
2008 wollen wir uns nach Möglichkeit wieder treffen,
da
Bernd noch andere Touren auf dem Programm hat und ich nach meinem Patenkind
schauen will. Mal sehen, vielleicht klappt es ja! Es war auf jeden Fall
eine interessante, phantastische Woche, mit bleibenden Eindrücken,
in der wir viele nette Leute kennengelernt haben.
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Danke
an Bernd, wie bewundern sein Engagement für die Natur, besonders für
die Schildkröten, wobei er tatkräftig von Wilf aus der Schweiz
unterstützt wird.
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