Seite 4 
Der Tag nach der Abreise von Agnes Bischof und ihrer Tochter Ursula.  
"Olympschlucht" Bericht von Wilf Diethelm
Für den Rest der Expeditionsgruppe stellt sich die Frage für das Freitagsprogramm: Meteoraklöster oder Vithos Schlucht. Monika, die so gerne die Meteoraklöster besuchen möchte, wird zu ihrem grossen Bedauern überstimmt, und so fährt uns Bernd mit Sack und Pack über Litochoro hinauf nach Prionia auf 1100 m ü. Meer.  
Weil die  Wetterlage sehr unsicher ist, rät uns Bernd vorerst nur bis zum 45 Minuten entfernten Kloster Agios Dionysios zu wandern. Dort würde er auf uns warten und wir könnten dann beschliessen, heimzufahren oder die restlichen fünf-sechs Stunden bis ins Tal unter die Füsse zu nehmen. Für mich eine ideale Lösung, um beim Kloster den vielleicht für mich allzu beschwerlichen Weg abzubrechen.  
Im Olympgebirge ist das Wetter besonders launisch. Man sagt es sei eine Falle für feuchte Luftmassen. Selbst im Sommer können sich die Wolken in Windeseile zusammenziehen und sich in krachenden Gewittern entladen. Dann ist der Weg durch die Schlucht lebensgefährlich! Nicht umsonst wohnt am Olymp Zeus der Göttervater, Blitzeschleuderer und Wolkenversammler.  
   
 
Im Hintergrund 
der Weg durch die Schlucht 
 
 
Unterwegs macht mich Monika immer auf Blumen aufmerksam, die ich mit meinen schlechten Augen glatt übersehen hätte: Schachblumen, Orchideen, Felsen- und andere Glockenblumen, die ich sogleich auf Händen und Knien fotografiere. Das Olympgebiet wird wegen der nahezu 1500 Pflanzenarten als "botanisches Paradies" bezeichnet.  
Dirk entdeckt mit seinem Sperberauge einen Zug Prozessionsspinner, die dann tatsächlich im Kreis herum wandern.  
Immer wieder führt der Weg über rustikale Holzbrücken unter denen tief unten tosende Wasserfälle rauschen.  
Das Wechselspiel der Wasserfarben zieht  uns immer wieder in den Bann: tiefblau, hellblau, dunkel- und hellgrün wechseln auf wenigen Metern mit schäumendem Weiss.  
 
Weisses Waldvögelein
 
Roter Wundklee (?)
Messina Schachblume

Mir klingen Monikas Worte noch heute im Ohr: "Das glaubt mir niemand!" Und als dann der mit losem Schotter bedeckte Weg wirklich gefährlich steil abfällt, gleich mehre Mal leise: "Das glaubt mir niemand!" Lächelnd klärt sie mich auf: ."...bin eben zu Hause als DER ANTI-SPORTLER bekannt".  
 
 
 
  
Um ehrlich zu sein zwei Wochen lang tat mir nachher das rechte Knie weh.  
Christel fragt mich: "Warum bist  du dann beim Kloster nicht mit Bernd runter gefahren?"  
Meine Antwort: "Weil's doch so schön war!" :-))  
 zurück zu Seite 3  
  home