| Für den Rest der Expeditionsgruppe
stellt sich die Frage für das Freitagsprogramm: Meteoraklöster
oder Vithos Schlucht. Monika, die so gerne die Meteoraklöster besuchen
möchte, wird zu ihrem grossen Bedauern überstimmt, und so fährt
uns Bernd mit Sack und Pack über Litochoro hinauf nach Prionia auf
1100 m ü. Meer.
Weil die Wetterlage sehr unsicher ist, rät uns Bernd vorerst nur bis zum 45 Minuten entfernten Kloster Agios Dionysios zu wandern. Dort würde er auf uns warten und wir könnten dann beschliessen, heimzufahren oder die restlichen fünf-sechs Stunden bis ins Tal unter die Füsse zu nehmen. Für mich eine ideale Lösung, um beim Kloster den vielleicht für mich allzu beschwerlichen Weg abzubrechen. Im Olympgebirge ist das Wetter besonders launisch. Man sagt es sei eine Falle für feuchte Luftmassen. Selbst im Sommer können sich die Wolken in Windeseile zusammenziehen und sich in krachenden Gewittern entladen. Dann ist der Weg durch die Schlucht lebensgefährlich! Nicht umsonst wohnt am Olymp Zeus der Göttervater, Blitzeschleuderer und Wolkenversammler.
Dirk entdeckt mit seinem Sperberauge einen Zug Prozessionsspinner, die dann tatsächlich im Kreis herum wandern. Immer wieder führt der Weg über rustikale Holzbrücken unter denen tief unten tosende Wasserfälle rauschen. Das Wechselspiel der Wasserfarben zieht uns immer wieder in den Bann: tiefblau, hellblau, dunkel- und hellgrün wechseln auf wenigen Metern mit schäumendem Weiss.
Mir klingen Monikas Worte noch heute im Ohr: "Das glaubt mir niemand!" Und als dann der mit losem Schotter bedeckte Weg wirklich gefährlich steil abfällt, gleich mehre Mal leise: "Das glaubt mir niemand!" Lächelnd klärt sie mich auf: ."...bin eben zu Hause als DER ANTI-SPORTLER bekannt".
Um ehrlich zu sein zwei Wochen lang tat mir nachher das rechte Knie weh. Christel fragt mich: "Warum bist du dann beim Kloster nicht mit Bernd runter gefahren?" Meine Antwort: "Weil's doch so schön war!" :-)) zurück zu Seite 3 |