Am nächsten Tag steht die Auswilderung
der Boettgeri- und Marginata- Nachzuchten auf dem Programm. An einem Hang
mit dichtem Bodenbewuchs übergeben wir die kleinen Boettgeris der
Natur. Da sind sie gut geschützt und der Tisch ist reichlich
gedeckt. “Lebt wohl - ihr Kleinen und machts gut“, rufen wir ihnen etwas
wehmütig nach.
Etwa 12 km südlich liegt die berühmte
Tempi-Schlucht. Der Pinios-River fliesst durch dieses Canyon und trennt
das Olympmassiv vom Ossa-Gebirge. Oberhalb des gleichnamigen Ortes, Ossa,
beginnt der Lebensraum der Breitrandschildkröten. In einer prächtigen
Blumenwiese lassen wir die Marginata-Jungtiere frei. Wir möchten noch
einige Weibchen für Bernd`s Nachzuchtgehege suchen. Im Gegensatz zu
den Boettgeri Populationen im Delta finden wir hier aber viel mehr Männchen,
zudem sind diese Tiere voller Zecken.
Am folgenden Tag ist die Freilassung des
Uhus, namens Bubo, vorgesehen. Bubo wurde angeschossen im Januar aufgefunden
und in Bernds Pflegestation gesund gepflegt. Damit er besser abheben kann,
fahren wir mit ihm ins offene Feld nahe dem Delta. Doch leider missglückt
die „Operation Uhu“, denn Bubo kann nicht fliegen und muss zur Station
zurück.
.
Unsere nächste Exkursion führt
uns nochmals ins Ossa-Gebirge. Bernd möchte schauen, ob dort die Marginatas
den ungewöhnlich harten Winter für Griechenland (bis minus
22 Grad) überlebt haben. Gottlob, die Tiere sind wohlauf! Ein grosses
Marginata-Weibchen läuft vor unserm Auto über die Strasse, aber
auf 3 Beinen. Die Bauchschilder beim 4. Bein sind verkratzt und abgewetzt
und der Carapax weist alte Verletzungen auf. Es muss von vielen Zecken
befreit werden und kommt dann zur Kontrolle mit zur Station. Für dieses
Tier übernehme ich die Patenschaft und taufe es beim Abendessen auf
den Namen Ossa, da im Ossa-Gebirge gefunden.
Wir setzen unsere Fahrt fort und machen eine
interessante Beobachtung. Auf einer Entfernung von ca. 500 m, wechselt
das Marginata- zum Boettgeri-Habitat. In einer Waldlichtung finden wir
Boettgeris inmitten einer prächtigen Orchideenwiese (5 versch. Knabenkräuter
samt Ragwurz) Ein Skarabäus schiebt eifrig seine Mistkugel vor sich
hin. Auf einem Ast sonnt sich der flugunfähige Trauerbock. Bernd fängt
eine Johannisschleiche (kl. Blindschleiche mit verkürzten Beinen),
um sie uns vor die Kamera zu bringen.
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