Reisebericht von Agnes Bischof   
Seite 2 
Wenn Sie auf ein Bild klicken, können Sie es vergrössert sehen.
Am nächsten Tag steht die Auswilderung der Boettgeri- und Marginata- Nachzuchten auf dem Programm. An einem Hang mit dichtem Bodenbewuchs übergeben wir die kleinen Boettgeris der Natur. Da sind sie gut geschützt  und der Tisch ist reichlich gedeckt. “Lebt wohl - ihr Kleinen und machts gut“, rufen wir ihnen etwas wehmütig nach.   
  
Etwa 12 km südlich liegt die berühmte Tempi-Schlucht. Der Pinios-River fliesst durch dieses Canyon und trennt das Olympmassiv vom Ossa-Gebirge. Oberhalb des gleichnamigen Ortes, Ossa, beginnt der Lebensraum der Breitrandschildkröten. In einer prächtigen Blumenwiese lassen wir die Marginata-Jungtiere frei. Wir möchten noch einige Weibchen für Bernd`s Nachzuchtgehege suchen. Im Gegensatz zu den Boettgeri Populationen im Delta finden wir hier aber viel mehr Männchen, zudem sind diese Tiere voller Zecken.   

Am folgenden Tag ist die Freilassung des Uhus, namens Bubo, vorgesehen. Bubo wurde angeschossen im Januar aufgefunden und in Bernds Pflegestation gesund gepflegt. Damit er besser abheben kann, fahren wir mit ihm ins offene Feld nahe dem Delta. Doch leider missglückt die „Operation Uhu“, denn Bubo kann nicht fliegen und muss zur Station zurück.  
  

. 
Unsere nächste Exkursion führt uns nochmals ins Ossa-Gebirge. Bernd möchte schauen, ob dort die Marginatas den  ungewöhnlich harten Winter für Griechenland (bis minus 22 Grad) überlebt haben. Gottlob, die Tiere sind wohlauf! Ein grosses Marginata-Weibchen läuft vor unserm Auto über die Strasse, aber auf 3 Beinen. Die Bauchschilder beim 4. Bein sind verkratzt und abgewetzt und der Carapax weist alte Verletzungen auf. Es muss von vielen Zecken befreit werden und kommt dann zur Kontrolle mit zur Station. Für dieses Tier übernehme ich die Patenschaft und taufe es beim Abendessen auf den Namen Ossa, da im Ossa-Gebirge gefunden.  
 
 
Wir setzen unsere Fahrt fort und machen eine interessante Beobachtung. Auf einer Entfernung von ca. 500 m, wechselt das Marginata- zum Boettgeri-Habitat. In einer Waldlichtung finden wir Boettgeris inmitten einer prächtigen Orchideenwiese (5 versch. Knabenkräuter samt Ragwurz) Ein Skarabäus schiebt eifrig seine Mistkugel vor sich hin. Auf einem Ast sonnt sich der flugunfähige Trauerbock. Bernd fängt eine Johannisschleiche (kl. Blindschleiche mit verkürzten Beinen), um sie uns vor die Kamera zu bringen.   
 
 zurück    
   home