| Endlich konnte ich einmal ins Land der
Griechischen Landschildkröte reisen und mir ein Bild vor Ort machen,
wie diese Reptilien so leben. Es war ein echtes Erlebnis. Auch habe ich
in dieser ersten Maiwoche viele Fotos von diesen liebenswerten Kreaturen
gemacht.
Samstag, 1. Mai 2004 - Von Altenrhein am Bodensee fliege ich bis Wien und von dort weiter nach Thessaloniki (zweitgrösste Stadt von Griechenland). Dort angekommen, werden wir (eine Gruppe von 6 Personen) von Herrn Pitzer abgeholt. Er fährt uns nach Platamonas, wo wir unser Quartier (Hotelzimmer oder Appartement) beziehen. - Platamonas liegt anderthalb Stunde mit dem Auto in Richtung Süden von Thessaloniki. Die Autobahn ist auf beiden Seiten dreispurig und die Bahn zweispurig. Der Zug umfährt Platamonas in einem langen Tunnel. Die alte Bahnlinie ist noch immer vorhanden, wird aber nicht mehr benötigt. Verschiedene Pflanzenarten haben sich in der Zwischenzeit dort ausgebreitet. - Platamonas hat einen langen Sand- und Kieselstrand, viele Restaurants, Bars, ein paar Hotels, einige Läden und eine griechisch-orthodoxe Kirche. Auf dem Hügel vor Platamonas befindet sich eine gut erhaltene alte Burg. - Da wir an diesem späten Samstagnachmittag nichts mehr unternehmen, trinken wir bei Magda auf der Hotelterrasse etwas Kühles. Dabei erhalten wir leckere Tortenstücke, da anscheinend jemand vom Hotel Geburtstag hat. - Das erste Abendessen in Platamonas geniessen wir ohne Bernd, denn er ist an diesem Abend so müde, dass er frühzeitig schlafen geht. Wilf, Yosi, Susann, Jörg, Monika und ich essen bei Theo (Fisch-Restaurant am Strand) zu Abend. Es gibt lauter leckere griechische Spezialitäten. Sonntag, 2. Mai 2004 - Heute ist unsere erste Exkursion. Wir fahren mit Bernd, so heisst Herr Pitzer zum Vornamen, ins Pinios-Delta. Dort geht es auf Entdeckungstour. Wir sehen viele Landschildkröten. Sie haben es gut dort; leben ganz friedlich nebeneinander. Auch verschiedene Schlangenarten (giftige und ungiftige) gibt es in diesem Gebiet. Doch diese sind so scheu, dass wir sie kaum sehen. Es gibt viele Pflanzen- und Blumenarten. In den Sümpfen des Pinios-Delta leben zwei Arten von Sumpfschildkröten, welche ebenfalls sehr scheu sind. - Auch sehen wir freilebende Pferde und Kühe im Pinios-Delta. In diesem Delta habe ich viele griechische Landschildkröten fotografiert. ![]() ![]() - Montag, 3. Mai 2004 - Heute fahren wir ins Axios-Delta, nicht weit weg von Thessaloniki. Dort zeigt uns Bernd verschiedene Vogelarten, wie z.B. Kormorane, Seiden-, Grau-, Purpur- und Nachtreiher. Bienenfresser, Europas buntester Vogel, entdecken wir auch. Diesen kann ich jedoch nicht fotografieren, da er immer in der Luft schwebt. - Im Axios-Delta treffen wir auf freilebende Kühe und Wildpferde. Schildkröten gibt es dort keine, weil sie keine grossen Versteckmöglichkeiten hätten. Am Anfang des Axios-Deltas finden wir eine Maurische Landschildkröte, die mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ausgesetzt wurde. Wieder findet das Abendessen bei Theo statt. Diesmal noch mit Leuten aus der Fliegergruppe. Dienstag, 4. Mai 2004 - Heute besuchen wir einen Dorfmarkt in Leptokariá zwei Dörfer weiter von Platamonas entfernt. Nachdem wir auf dem Markt auf- und abgeschlendert sind, fährt uns Bernd zu seiner Farm hinauf. Dort angekommen begrüsst uns sein Hund Rambo. - ![]() ![]() Auf Bernds Areal befindet sich auch der
sogenannte Kindergarten der beiden Schildkrötenarten. Zwei Gehege
hat er dafür. Diese kleinen Wesen kann man kaum von einander unterscheiden.
Man hat das Gefühl, dass die Marginatas und Boettgeris einander sehr
ähnlich sehen. So winzige Schildkröten! Da habe ich gleich gedacht,
wenn die gross werden und ein hohes Alter erreichen, dann überleben
sie mich. Diese Schildkröten sind bei Bernd geschlüpft. Er sammelt
die Eier ein, damit die Nester nicht von anderen Tieren zerstört und/oder
gefressen werden; oder er holt Weibchen zu sich auf die Farm, damit sie
dort ihre Eier ablegen können.
Mittwoch, 5. Mai 2004 Da heute ein richtiger Regentag ist, beschliessen wir, nach Dion zu fahren und uns dort das Museum mit den vielen griechischen Götter und Ausgrabungen anzuschauen. Um 14.00 sind wir wieder zurück, mehr oder weniger durchnässt, weil die Ausgrabungen des Museums sich in einer Aussenanlage befinden. Damit aber der Tag nicht langweilig endet, beschliessen Susann und Yosi, Jörg und mich zum Kartenspiel in ihr Appartement einzuladen. Von 15.00 bis 17.00 spielen wir wie verrückt Karten. Es ist sehr lustig und die Zeit fliegt nur so an uns vorbei. Um 18.00 geht es ins Nachbardorf, zu Zorbas, zum Abendessen mit allem Drum und Dran. Die Gruppe wird jeden Abend bei den gemeinsamen Nachtessen grösser. Bei Zorbas sind noch Leute der Fliegergruppe mit dabei. Bis zu 14 Personen sitzen an einem langen Tisch. Ist das nicht herrlich? ![]() Donnerstag, 6. Mai 2004 - Endlich ist das Wetter nach zwei Regentagen wieder schön und die Sonne scheint. Zum Glück sind die Temperaturen nicht zu hoch. So ist es gerade angenehm, denn heute geht es zur Schildkröten-Umsiedlungsaktion in einem Baugelände. Wir brechen um 10:00 auf und sind etwa eine halbe Stunde später dort. Bernd setzt zwei Kisten aus und dann heisst es, so viele Griechische Schildkröten wie möglich sammeln und in die Kisten verfrachten. Ganz wild sind diese Tiere, denn sie kennen uns Menschen nicht. Man kann höchstens drei Tiere miteinander nehmen, denn sie kratzen ganz schön. - Zusammen mit Susann und Bernd fahre ich wenige Km in die Berge hinauf. Ein Stück weiter oben lassen wir die Schildkröten wieder frei. Nach zwei Minuten sieht man keine einzige mehr. Alle sind in einen Unterschlupf untergetaucht, denn die Sonne brennt immer heisser vom Himmel. Diese Aktion führen wir zweimal durch. -
Am Nachmittag fährt uns Bernd hinauf auf 1000 M. ü. M. Dort suchen wir nach Unken, eine Amphibienart, und verweilen ein wenig. Danach geht es weiter zum berühmten Narzissenfeld. - ***
Am Abend treffen wir uns alle bei Theo zum Abendessen. Dabei geht es sehr lustig zu und her. Das Essen ist wie immer sehr gut. Es gibt sehr viel Fisch, aber auch Meeresfrüchte. Fleisch will niemand essen. Zum Nachtisch gibt es immer sehr süsse griechische Spezialitäten. Zum Essen trinken wir immer "Malamatina" (Weisswein mit Harz); ist nicht jedermanns/frau Sache. Freitag, 7. Mai 2004 - Weil Bernd angeblich betr. Mitführen von Gästen in seinem grossen Toyota Land Cruiser (auch Buschtaxi genannt) keine entsprechende Erlaubnis hat, wurde er von irgendwelchen Leuten bei der Polizei verpfiffen. Statt wie gewöhnlich um 10.00, können wir erst nach dem Mittag aufbrechen. Weil uns die Warterei jedoch zu lange wird, beschliessen Wilf und Jörg nochmals ins Pinios-Delta zu fahren. Monika und ich entschliessen uns, die Platamonas-Burg einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. So marschieren wir beide zuerst noch mit Hermann, einer aus der Fliegergruppe, Richtung Burg. Er entscheidet sich dann für den Ausflug in die Berge mit den anderen Teilnehmern zusammen. Monika und ich steigen zur Burg hinauf. Dort oben angekommen, geniessen wir die fantastische Sicht über die Gegend und besuchen jede ausgegrabene Stätte. ![]()
Monika und ich sind gegen 16 Uhr im Hotel zurück. Wilf und Jörg erst nach 18 Uhr. In diesen beiden Stunden laufen all unsere Natels heiss. - Zwischendurch telefonieren wir noch mit Bernd. Diese Gruppe trifft erst um 21:00 in Platamonas ein. Wilf, Jörg, Monika und ich sind schon lange bei Theo und haben zu Abend gegessen. Während die anderen erst nach 21:00 ihr Abendessen erhalten, spazieren wir vier noch durch Platamonas. Erst um Mitternacht (dabei ist ja noch zu packen für die morgige Abreise) gehen alle schlafen. Samstag, 8. Mai 2004 - Heute heisst es Abschied nehmen von Bernd, Wilf (der noch ein bisschen länger in Griechenland bleibt), Platamonas und Griechenland selbst. Um 11:00 fährt uns Bernd von Platamonas über die Autobahn Richtung Thessaloniki. Dabei muss er durch die ganze Stadt, um zum Flughafen zu gelangen. Nach dem Zentrum herrscht das totale Chaos. Nichts bewegt sich mehr. Im mühsamen Schrittempo kommen wir voran. Langsam werde ich nervös. Schliesslich nimmt Bernd einen Schleichweg und fängt dabei noch einen Platten am linken Hinterrad ein. Gerade schaffen wir es noch bis zum Flughafen. Er kann das Rad nicht alleine wechseln und benötigt den Pannendienst. Wir verabschieden uns von ihm und von allen. Jeder Teilnehmer / jede Teilnehmerin fliegt zu unterschiedlichen Zeiten heimwärts. Wieder fliege ich über Wien. Diesmal habe ich fast einen Aufenthalt von zwei Stunden. Da kaufe ich noch ein paar Spezialitäten aus Österreich ein. Die griechischen Spezialitäten befinden sich schon im Koffer. Um 19.00 landen wir in Altenrhein. Alles ist gut gegangen. Den Fotoapparat habe ich in der Zwischenzeit reparieren lassen. Immerhin konnte ich ungefähr 140 Fotos machen, bevor er den Geist aufgegeben hat. ![]() ![]() Bilder: Susann Levy |