Krankheitsbild Oft leben die Tiere scheinbar unbeirrt mit ihrer Wurmlast. Treten jedoch Situationen auf wie: hohe Ansteckungsrate in kleinen und überfüllten Behältnissen, Trocken- oder Hungerperioden (Transport!) oder Winterschlaf, können diese Würmer zu einer heftigen Reaktion des Darmes oder zu einem Darmverschluss führen. Zudem können die Ausscheidungsprodukte der Würmer selber eine giftige Wirkung auf die Schildkröten haben und das ganze Darmmilieu irritieren. Diagnose Häufig sieht man die Würmer von Auge im Kot. Zur Sicherheit kann eine Kotprobe an eine entsprechende Untersuchungsstelle gesandt werden. Mit geeigneten Untersuchungsmethoden können selbst die Eier der Würmer nachgewiesen werden. Das Einsenden von Kotproben empfiehlt sich bei lmporttieren sowieso, um auch andere Darmparasiten wie Amöben oder Hexamiten erkennen zu können. Zur Untersuchung eignet sich nur ganz frischer Kot. Behandlung Beim Tierarzt kann ein geeigneter Wurmsirup bezogen werden. Der Tierarzt kann den Sirup mittels einer Magensonde verabreichen. Die Behandlung soll nach 2 bis 3 Wochen wiederholt werden. Der Wurmsirup ist gut verträglich und es sind keine weiteren Nebenwirkungen zu erwarten. Selbstverständlich müssen die Tiere warm gehalten werden. die Schildkröten das Mittel sehr schlecht vertragen, an der gespritzten Stelle Gewebe absterben kann und dieses Mittel nicht die gewünschte Wirkung hat. Mittel Als Mittel, das sich schon tausendfach klinisch bewährt hat, kann Panacur® eingesetzt werden. Es ist als 2.5% und 10% Sirup im Handel und kann beim Tierarzt bezogen werden. Molevac® kann ebenfalls eingesetzt werden, wirkt aber nur gegen Madenwürmer, nicht gegen Spulwürmer. Beide Produkte wirken nur gegen die erwähnten Würmer, nicht aber gegen Amöben oder Hexamiten. Warnung! Im Zoofachhandel sind sogenannte 'natürliche' Wurmmittel erhältlich. Von einem Einsatz dieser Produkte gegen Würmer ist abzuraten, weil
SIGS - Informationsblatt Nr. 9 März 1995 U. Eggenschwiler Schildkröten - Interessengemeinschaft (SIGS), Tel: +41 (0)79 432 76 32 Fax:+41 (079) 432 76 32 E-Mail: sigs@sigs.ch Internet: www.sigs.ch |